FridaysForFuture Deutschland Bild: Fridays for Future - 25.01.2019 in Berlin © Jörg Farys / WWF - https://www.flickr.com/photos/161768312@N07/46820422932/ - CC BY 2.0

Kli­ma­wandel-Wel­len­reiten mit der Kin­der­ge­sundheit: Wie Phan­tasien in Kli­ma­ka­ta­strophe “umge­münzt” werden

Die Stiftung “Kin­der­ge­sundheit” ist eine der vielen Stif­tungen, die auf dem Markt des Wohl­ergehens Gutes tun, ein Mil­li­arden Euro Markt. Aber natürlich einer, auf dem sich aus­schließlich Per­sonen und Orga­ni­sa­tionen phil­an­thro­pi­scher Aus­richtung tummeln, Leute, die keine Gewinn­ab­sichten, sondern reine Absichten guter Werke haben, Orga­ni­sa­tionen wie Nov­artis, Johnson&Johnson, Milupa, BMW, die Hypo­Ver­einsbank, BNP Paribas, alle über jedem Umsatz­ver­dacht ste­hende Orga­ni­sa­tionen reiner Moti­vation, mit denen die Stiftung “Kin­der­ge­sundheit” koope­riert, was die Her­kunft der Geld­mittel, die die Stiftung zur Ver­fügung hat, erklärt.

Was über diese “Koope­ra­ti­ons­partner” an Finan­zierung nicht erklärt werden kann, das wird vom Bun­des­mi­nis­terium für Ernährung, Land­wirt­schaft und Ver­brau­cher­schutz und der zuge­hö­rigen Bun­des­an­stalt für Land­wirt­schaft und Ernährung und keinen Ver­brau­cher­schutz und eine ganze Menge Kran­ken­kassen, von AOK über Barmer bis zur SBK bei­getragen (falls Sie wissen wollten, was mit ihren Kran­ken­kas­sen­bei­trägen finan­ziert wird), nicht zu ver­gessen inter­na­tional tätige Anwalts­kon­glo­merate wie Ashurst bei­gesteuert. Eine illustre Rund, die in reiner Absicht, das Gute, das die Stiftung “Kin­der­ge­sundheit” auf dem Markt des Wohl­ergehens / der Wohl­taten anrichtet, unterstützt.

Nun ist der Markt des Wohl­ergehens / der Wohl­taten ein Markt, auf dem sich die Anbieter, die Gutes anbieten und gegen Finan­zierung auch tun, nach Abzug eigener Unkosten ver­steht sich, ein umkämpfter Markt und man muss auf der Höhe des Zeit­geistes bleiben, wenn man gegen andere Wett­be­werber bestehen will. Für die Stiftung “Kin­der­ge­sundheit” bedeutet das, die Kli­ma­wandel-Welle zu reiten und alle mög­lichen Folgen des ver­meint­lichen Kli­ma­wandels als Gegen­stand zukünf­tiger Finan­zierung der Stif­tungs­ei­genen Wohl­taten-Angebote zu prä­sen­tieren, und zwar in einer viel zu langen Pres­se­meldung, die wir, der Ein­fachheit halber auf die rele­vanten Teile redu­ziert haben:

Auf der Basis von Kli­ma­mo­dellen könnte bis zum Ende des 21. Jahr­hun­derts eine globale Erwärmung von bis 4,8 Grad Celsius ein­treten. Das bedeutet: Ein Kind, das heute geboren wird, wird als Erwach­sener in einer Welt leben, die fast fünf Grad Celsius wärmer ist als die Welt während der Kindheit seiner Eltern. Das hat weit­rei­chende Folgen für die Gesundheit von Kindern und Jugend­lichen, erläutert die Stiftung Kin­der­ge­sundheit in ihrem aktu­ellen „Kin­der­ge­sund­heits­be­richt“:

[…]

Für Klein­kinder stellen längere Hit­ze­pe­rioden ein lebens­be­droh­liches Risiko dar, weil sie über eine schlechtere Regu­lation ihrer Kör­per­tem­pe­ratur ver­fügen. Sie schwitzen weniger und haben ein ver­min­dertes Durst­gefühl, was Herz und Kreislauf beein­flussen kann. Der Kin­der­ge­sund­heits­be­richt zeigt auf, dass die zuneh­menden Hit­zetage in den ver­gan­genen Sommern zu häu­fi­geren Kran­ken­haus­be­hand­lungen von Kindern wegen Aus­trocknung geführt haben.

Eine schnelle Lösung der Pro­bleme ist nicht in Sicht. Deshalb müssen die Anstren­gungen in For­schung, Ver­sorgung und Politik ver­stärkt werden, fordert die Stiftung Kin­der­ge­sundheit. Die bereits heute deut­lichen Aus­wir­kungen der Kli­ma­krise erlauben kei­nerlei Verharmlosung.

„Ange­sichts der von der Stiftung Kin­der­ge­sundheit ermit­telten Fakten ist es unver­zichtbar, das Vor­an­schreiten der Kli­ma­krise mit ener­gi­schen Maß­nahmen zu bremsen“, unter­streicht Pro­fessor Berthold Koletzko mit großem Nach­druck. „Der Kampf gegen die globale Kli­ma­krise sollte besonders auch im Interesse unserer Kinder und Jugend­lichen ein zen­trales Motiv jedes gesell­schaft­lichen und poli­ti­schen Han­delns sein. Das Ausmaß unserer Bemü­hungen wird maß­geblich darüber ent­scheiden, in welcher Welt die kom­menden Gene­ra­tionen leben werden“.”

Die […] stehen als Platz­halter für wilde Phan­tasien einer bei Klein­kindern durch Kli­ma­wandel zer­störten Hit­ze­re­gu­lierung, gesund­heit­licher Pro­bleme resul­tierend aus ver­mehrten Son­nen­stunden und einem Anstieg der Tem­pe­ratur. Nach Lektüre der Pres­se­meldung fragt man sich unmit­telbar, was der Kampf um die Gesundheit heu­tiger Kinder mit dem pro­gnos­ti­zierten Anstiegs der Tem­pe­ra­turen für das Jahr 2100 zu tun hat. Offen­kundig handelt sich um einen pre-emp­tiven Griff in die Taschen der­je­nigen, die zu spenden und zu finan­zieren bereit sind, um sich einer­seits ein reines kor­po­ra­tives Gewissen zu erkaufen und ande­rer­seits den Absatz der eigenen Pro­dukte etwas zu befördern.

Aber das ist nicht die einzige Frage, die sich am Ende dieser Pres­se­meldung stellt.
Was uns immer wieder am meisten fas­zi­niert ist die Tat­sache, dass Modelle, die zu Beginn eines Textes noch als “MODELLE” bekannt sind, schon nachdem das Wort “Modell” gefallen ist, als Wahrheit aus­ge­geben und zur Grundlage der wil­desten Phan­tasien darüber, was aus der Wahrheit dieser Modelle resul­tiert, werden. Das ist eine Form geis­tiger Krankheit, die sich immer mehr aus­zu­breiten scheint.

Übrigens, was die ange­spro­chenen Modelle betrifft:

Links sehen Sie eine Gegen­über­stellung der Modelle, die die Tem­pe­ra­tur­stei­gerung vor­her­sagen, die die Stiftung “Kin­der­ge­sundheit” zum Aus­gangs­punkt ihres Kata­stro­phen­sze­narios in Kin­der­ge­sundheit macht, mit der tat­säch­lichen tat­säch­lichen Ent­wicklung der “Gesamt­tem­pe­ratur”, rechts die gleiche Gegen­über­stellung für die Vor­hersage der Ent­wicklung der Ober­flä­chen­tem­pe­ratur der Welt­meere. Weiter daneben als die derzeit vor­han­denen Kli­ma­mo­delle kann man kaum liegen. Aber selbst diese immense Abwei­chung zwi­schen Vor­hersage und Rea­lität hindert die Mannen bei der Stiftung “Kin­der­ge­sundheit” nicht daran, auf dem Markt des Wohl­ergehens / der Wohl­taten als Anbieter zur prä­ven­tiven Behandlung fik­tiver Gesund­heits­schäden zukünf­tiger Gene­ra­tionen auf­zu­treten. Und da ist Methode im Wahnsinn, denn Akti­vi­täten, die die Gesundheit noch zu zeu­gender Kinder zum Gegen­stand haben, die sich einer Kli­ma­ent­wicklung aus­ge­setzt sehen, die erst noch ein­treten muss und nach der­zei­tigem Stand der Dinge nicht ein­treten wird, haben eine hohe Aus­sicht auf Erfolg, denn da es den Feind, der bekämpft wird, nicht gibt, kann man auch mit den eigenen Maß­nahmen nicht scheitern.

Eine win-win-Situation in Rent Seeking, die den Ein­druck auf­drängt, dass auf dem Markt der Wohl­taten und des Wohl­ergehens nicht in erster Linie die Gesundheit derer Gegen­stand der Bemü­hungen ist, die in den Hoch­glanz­bro­schüren vor­ge­zeigt werden. Getauscht wird dort vielmehr eine von Kin­der­ge­sundheit voll­kommen unab­hängige Währung. Die Stiftung bietet eine Art Klima-Ablass an, den erwerben kann, wer sich mit dem Siegel “Wohl­täter der Kin­der­ge­sundheit im Ange­sichts der Kli­ma­ka­ta­strophe” schmücken will.

Um es noch einmal aus­drücklich fest­zu­stellen: SIMU­LA­TI­ONS­mo­delle, wie die­je­nigen, die im Rahmen der Kli­ma­wandel-Hys­terie ein­ge­setzt werden, dienen nor­ma­ler­weise nicht dazu, die Rea­lität vor­her­zu­sagen, sondern Hypo­thesen, die aus einer Theorie abge­leitet wurden, an der Rea­lität zu testen. Das Ergebnis einer Simu­la­ti­ons­rechnung ist ein Ausweis der Güte der zugrun­de­lie­genden Theorie: Je näher die Modell­rechnung an der TAT­SÄCH­LICHEN ENT­WICKLUNG liegt, desto besser die Theorie. Die Modelle, die Kli­ma­wandel vor­her­sagen wollen, weichen so weit von der Rea­lität ab, dass sie in einer nor­malen Welt ver­schrottet würden. Aber natürlich ist “Kli­ma­wandel” ein Geschäft in der Grö­ßen­ordnung von Billionen.

Oder in kurz von Dr. Die­fenbach: Ein Modell heißt Modell, weil es ein Modell ist.


Quelle: sciencefiles.org