Quelle: (c) Misesde.org

Schließung der argen­ti­ni­schen Zen­tralbank. Abschlie­ßende Bemerkungen

20. Februar 2026 – von Jörg Guido Hülsmann und Philipp Bagus

Am 20.10.2025 ver­öf­fent­lichte Philipp Bagus auf unserer Website seinen Beitrag „Kre­ditgeld, Pesos, Dollars und Argen­tinien“ , der später auch auf Eng­lisch erschien und in welchem es um die poten­zi­ellen Aus­wir­kungen der Schließung der argen­ti­ni­schen Zen­tralbank auf den Wert des Pesos ging. Dar­aufhin erwi­derte Jörg Guido Hülsmann mit seinem Beitrag „Closing a Central Bank: Comment on Bagus“ auf der Website des Mises Institute, Auburn (Alabama, USA), dem wie­derum eine Gegen­er­wi­derung von Philipp Bagus folgte. So ent­stand eine eng­lische Arti­kel­serie aus ins­gesamt 8 Bei­trägen, welche die Autoren nun dan­kens­wer­ter­weise auf Deutsch für unsere Leser zur Ver­fügung stellen. In vier Dop­pel­bei­trägen lesen Sie jeweils zuerst die Erwi­derung von Jörg Guido Hülsmann und sodann die Gegen­er­wi­derung von Philipp Bagus. Heute folgt der vierte und abschlie­ßende Dop­pel­beitrag (den ersten finden Sie HIER, den zweiten HIER und den dritten HIER).

*****

Schließung der argen­ti­ni­schen Zen­tralbank: Abschlie­ßende Bemerkungen

24. November 2025 (Ori­ginal auf Eng­lisch)von Jörg Guido Hülsmann

Meine jüngste Debatte mit Philipp Bagus hat hin­sichtlich ihrer Kern­fragen einen Sät­ti­gungs­punkt erreicht. Unsere Leser sind nun in der Lage, sich ihre eigene Meinung zu bilden. Wer Augen hat zu sehen, hat gesehen.

Im Fol­genden werde ich einige abschlie­ßende Über­le­gungen anstellen.

Was wäre pas­siert, wenn die Regierung Milei die argen­ti­nische Zen­tralbank, wie ver­sprochen, unmit­telbar nach ihrer Macht­über­nahme im Dezember 2023 geschlossen hätte? Das war der Aus­gangs­punkt unserer Dis­kussion. Es han­delte sich um eine eher aka­de­mische Frage.

Wie bekannt, hat Javier Milei die argen­ti­nische Zen­tralbank nicht geschlossen.

Und natürlich gibt es für diese Ent­scheidung durchaus ver­nünftige Gründe. Wir können hin­zu­fügen, dass solche Gründe immer leicht zu finden sind. Die Regierung wollte das Land nicht gleich zu Beginn der neuen Prä­si­dent­schaft in eine schreck­liche Wirt­schafts­krise stürzen. Der Prä­sident wollte seine Wähler nicht ver­prellen. Er wollte sich nicht mit dem (hoch ver­schul­deten) wirt­schaft­lichen und poli­ti­schen Estab­lishment Argen­ti­niens, den soge­nannten Eliten um Caputo, Daza, Stur­zen­egger et alii, die in seinem Kabinett so gut ver­treten waren und immer noch sind, anlegen.

Über­le­gungen dieser Art sind das Mar­ken­zeichen eines gemä­ßigten sozi­al­de­mo­kra­ti­schen oder christ­de­mo­kra­ti­schen „kon­ser­va­tiven” Poli­tikers, eines sprich­wört­lichen Par­tei­po­li­tikers, eines ehren­werten Mit­glieds der poli­ti­schen Kaste. Das kleine Problem dabei ist, dass Javier Milei sich selbst als lei­den­schaft­lichen Gegner all dessen prä­sen­tierte. Er war Argen­ti­niens Mr. Liber­tarian. Er ver­sprach, den Staat so weit wie möglich zu ver­kleinern und eine staat­liche Orga­ni­sation nach der anderen zu schließen. Afuera! Raus!

Warum also bei der Zen­tralbank auf­hören? Lassen Sie mich noch einmal den Sozia­listen Yanis Varou­fakis zitieren:

Wenn Sie (im Gegensatz zu mir) wirklich an die über­legene Weisheit der Märkte glauben und Argen­tinien von poli­ti­schen Zwängen befreien wollen, die dem Markt­me­cha­nismus auf­erlegt sind, welchen Markt würden Sie dann zuerst libe­ra­li­sieren? Sicherlich den Geldmarkt.

Und tat­sächlich war die Schließung der Zen­tralbank während seines Wahl­kampfes einer der belieb­testen Punkte im Pro­gramm von Javier Milei. Viele Men­schen haben gerade deshalb für ihn gestimmt, weil sie dies erreichen wollten. Es ver­steht sich von selbst, dass diese Wäh­ler­schaft zutiefst ent­täuscht gewesen wäre, wenn ihr Held ihnen gesagt hätte, dass er sich nicht mit seinen neuen Freunden aus dem Estab­lishment anlegen wolle. Aber welches Argument hätte ihn aus dieser poli­ti­schen Sack­gasse her­aus­holen können?

Die meisten Poli­tiker hätten argu­men­tiert, dass die Schließung der Zen­tralbank eine schreck­liche Deflation aus­gelöst hätte, zusammen mit einem Zusam­men­bruch des Akti­en­marktes, hoher Arbeits­lo­sigkeit und großen wirt­schaft­lichen Schwie­rig­keiten für fast alle. Das Problem mit diesem Argument ist, dass die meisten öster­rei­chi­schen Öko­nomen Preis­de­flation durchaus nicht für schädlich halten. Selbst wenn es um defla­tionäre Zusam­men­brüche (Defla­ti­ons­spi­ralen) geht, heben sie in der Regel die lang­fris­tigen Vor­teile einer solchen defla­tio­nären Säu­berung hervor. Ich spreche hier nicht nur von mir selbst, Joe Salerno und Mark Thornton. Auch Jesus Huerta de Soto und Philipp Bagus sind als laut­starke Kri­tiker der Defla­ti­ons­phobie bekannt. Preis­sen­kungen sind kein Problem für die Wirt­schaft als Ganzes. Sie sind ein kurz­fris­tiges Problem für hoch ver­schuldete Akteure (ins­be­sondere die soge­nannten Eliten), aber es handelt sich um ein ein­ma­liges Problem, das sehr schnell ver­schwinden wird und eine weit­gehend schul­den­freie Wirt­schaft hin­ter­lässt, die robuster ist als je zuvor.

Kurz gesagt, Milei konnte sich mit diesem Argument unmöglich recht­fer­tigen und gleich­zeitig seine Glaub­wür­digkeit bewahren.

Und er hat diese Recht­fer­tigung auch nicht vor­ge­bracht. Vielmehr argu­men­tierte er, dass die Schließung der Zen­tralbank einer Hyper­in­flation gleichkäme.

Poli­tisch gesehen war dies sehr clever. Die Öster­reicher lehnen das Zen­tral­bank­wesen ab, nicht zuletzt, weil es eine massive Geld­men­gen­in­flation und Preis­in­flation mit sich bringt. Wenn also die Schließung der Zen­tralbank genau das Übel mit sich bringen würde, für das Zen­tral­banken ver­achtet werden, dann schien diese Politik doch kon­tra­pro­duktiv zu sein.

Ich werde hier nicht auf Mileis falsche Erklärung ein­gehen, warum die Abschaffung der Zen­tralbank zu einer Hyper­in­flation führen würde. Kris­toffer Hansen hat dies bereits sehr anschaulich und klar getan. Als ich Milei diese Behauptung äußern hörte, dachte ich, dass dieser Mann ein sehr schlechter Ökonom ist. Er kann sicherlich in keiner Weise als Ver­treter der Öster­rei­chi­schen Schule der Natio­nal­öko­nomie ange­sehen werden. Aus diesem Grund habe ich auch zusammen mit meinen Kol­legen Rolf W. Puster und Hans-Hermann Hoppe argu­men­tiert, dass Milei nicht ernst genommen werden kann, wenn er sich zur Öster­rei­chi­schen Schule äußert. Er weiß ganz offen­sichtlich nicht, wovon er spricht.

Aber dann kommt mein alter Freund Philipp Bagus und behauptet eben­falls, wenn auch mit etwas anderen Argu­menten, dass die Schließung der Zen­tralbank in Argen­tinien zu einer Hyper­in­flation geführt hätte. Das gab mir zu denken. Offen­sichtlich war ich viel­leicht zu hart mit Milei umge­gangen. Viel­leicht hatte er diese Idee in Gesprächen mit Philipp Bagus oder einem anderen öster­rei­chi­schen Öko­nomen auf­ge­griffen (ich wäre Prof. Bagus dankbar, wenn er etwas Licht auf diese Frage werfen könnte). Außerdem wurde ich sehr neu­gierig, wie ein intel­li­genter und gut aus­ge­bil­deter Mann wie Bagus zu solch einem Unsinn kommen konnte. Und so begann unsere kleine Erörterung.

Von Anfang an hat Prof. Bagus einen hoff­nungs­losen Fall ver­teidigt. An zwei grund­le­genden Tat­sachen kam er nie vorbei. (1) Die Schließung der Zen­tralbank hätte zu einem Kollaps der Geld­menge geführt, und dies allein hätte jeden aus­glei­chenden Ein­fluss anderer Fak­toren, wie bei­spiels­weise der Geld­nach­frage, zunichte gemacht. Und (2) die Geld­nach­frage hängt selbst weit­gehend von der wahr­ge­nom­menen Ent­wicklung der Geld­menge ab.

Hätte Javier Milei die argen­ti­nische Zen­tralbank am ersten Tag seiner Amtszeit geschlossen, hätte sich die Geld­basis (eine Ver­bind­lichkeit der Zen­tralbank) nicht mehr erhöhen können. Die vor­han­denen Peso-Bank­noten wären ent­weder im Umlauf geblieben oder im Aus­tausch gegen Ver­mö­gens­werte der Zen­tralbank liqui­diert worden. Die vor­han­denen Bar­geld­konten bei der Zen­tralbank wären ent­weder gegen Peso-Bank­noten ein­ge­tauscht oder im Aus­tausch gegen Ver­mö­gens­werte der Zen­tralbank liqui­diert worden. Und alle anderen Schulden (ein­schließlich der von Prof. Bagus erwähnten Tages­geld­konten) wären gegen Ver­mö­gens­werte der Zen­tralbank liqui­diert worden.

Kurz gesagt, die Geld­basis wäre ent­weder kon­stant geblieben oder, was wahr­schein­licher ist, erheblich geschrumpft. Darüber hinaus, und das ist der ent­schei­dende Punkt, wäre die gesamte Geld­menge (Geld­basis und Ein­la­gen­konten bei den Geschäfts­banken) dras­tisch zurück­ge­gangen. Ohne die Unter­stützung der Zen­tralbank wären viele (wenn nicht sogar die meisten) Geschäfts­banken in Konkurs gegangen, und alle anderen wären gezwungen gewesen, ihr Kre­dit­ge­schäft abzu­wi­ckeln und ihre Bar­re­serven zu erhöhen. (Man könnte argu­men­tieren, dass diese Ent­wicklung bereits in vollem Gange war und sich in den stei­genden Tages­geld­fa­zi­li­täten in der End­phase des Wahl­kampfs zeigte, als Javier Milei noch ver­sprach, die Zen­tralbank zu schließen.)

Aber die Geschäfts­banken wären nicht die ein­zigen Markt­teil­nehmer gewesen, die ihre Nach­frage nach Pesos erhöht hätten. Alle anderen hätten sehr schnell das­selbe getan. Der Grund dafür ist, dass die Peso-Basis­geld­menge ein­ge­froren worden wäre und mög­li­cher­weise sogar zurück­ge­gangen wäre. Und die Geld­nach­frage hat zwar mehrere Ursachen, wird aber sehr stark von der erwar­teten Ver­än­derung der Geld­menge bestimmt. Ende 2023 ging die Nach­frage nach Pesos zurück. Dies lag jedoch nicht zuletzt daran, dass die Geld­menge (und damit auch das Preis­niveau) von der Zen­tralbank unauf­haltsam erhöht worden war. Die Schließung der Zen­tralbank hätte diese Tendenz sehr schnell umgekehrt.

Die gesamte Stra­tegie von Philipp Bagus‘ Argu­men­tation, soweit es die Geld­nach­frage betrifft, läuft darauf hinaus, die ent­schei­dende Rolle der wahr­ge­nom­menen Ent­wicklung der Geld­menge so weit wie möglich zu ver­drängen. Er hat uns eine fes­selnde Geschichte vom „Ver­trau­ens­verlust” erzählt, der sich bei einer Schließung der Zen­tralbank noch ver­schlimmert hätte und zu einer Hyper­in­flation geführt hätte, unab­hängig davon, wie sich die Geld­menge ent­wi­ckelt hätte.

Ich fand das fas­zi­nierend. Es erin­nerte mich an Carl Schmitts Buch über Poli­tische Romantik, eine Art Dichtung über poli­tische Fragen. In den Aus­sagen von Pro­fessor Bagus fand ich eine Art „wirt­schaft­liche Romantik” – eine Geschichte, die logisch nicht unmöglich und daher nicht absurd war, wie ein qua­dra­ti­scher Kreis, die aber den Ein­fluss eines Ele­ments der Rea­lität (die Nach­frage nach Geld) auf über­ra­schende Weise deutlich über­trieben und damit im Ver­gleich zu seiner tat­säch­lichen Rolle in der realen Welt ver­rückt hat.

Hof­fentlich fanden unsere Leser diese Dis­kussion auf­schluss­reich. Ich freue mich darauf, Philipp Bagus‘ abschlie­ßende Stel­lung­nahme zu lesen, und danke ihm für seine Ant­worten auf meine Einwände.

*****

Geld­nach­frage und Demo­ne­ti­sierung: Abschlie­ßende Kommentare

2. Dezember 2025 (Ori­ginal auf Eng­lisch)von Philipp Bagus

Ein­leitung und Umfang der Debatte

Mein Jüngster Aus­tausch mit meinem alten Freund Guido Hülsmann kommt nun an sein Ende. Ich bin dankbar für seine Ein­ladung abschlie­ßende Bemer­kungen zu machen und auf seine Ein­wände zu ant­worten. Wie immer sind seine Kom­mentare freundlich und rhe­to­risch elegant. Dennoch hatte ich auf eine Aus­ein­an­der­setzung mit den Kern­ar­gu­menten meiner vor­he­rigen Erwi­derung gehofft – eine Hoffnung, die während der Debatte nur teil­weise erfüllt wurde.

Prof. Hülsmann prä­sen­tiert die Dis­kussion als kon­tra­fak­tische Übung zur Preis­in­flation in Argen­tinien im Dezember 2023:

Was wäre pas­siert, wenn die Regierung Milei die argen­ti­nische Zen­tralbank, wie ver­sprochen, unmit­telbar nach ihrer Macht­über­nahme im Dezember 2023 geschlossen hätte?

Die Rolle der Kredit-Geld-Erwar­tungen in Argentinien

Die Debatte begann jedoch nicht mit einer kon­tra­fak­ti­schen Frage. Es begann mit meiner Anwendung von Mises‘ Konzept des Kre­dit­geldes auf den Fall Argen­tinien. Ich argu­men­tierte, dass der Peso einen Kredit-Geld-Cha­rakter besaß, der aus der Zeit der Kon­ver­ti­bi­lität (1991–2002)[1] und in Mileis ursprüng­lichem Dol­la­ri­sie­rungs­vor­schlag beruhte, der vorsah, Zen­tral­bank­re­serven zur Umwandlung von Pesos in Dollar zu ver­wenden. Wäre die Zen­tralbank unmit­telbar nach Mileis Amts­ein­führung geschlossen worden, wäre diese Kon­ver­ti­bi­li­täts­er­wartung ver­schwunden. Der Peso hätte auf­gehört, als Kre­ditgeld zu fun­gieren, und wäre zu einem reinen Fiat-Geld geworden. Ceteris paribus würde dies einen Rückgang der Nach­frage nach Pesos bedeuten.

Unter in Argen­tinien Ende 2023 vor­herr­schenden Bedin­gungen wäre ein solcher Rückgang zutiefst desta­bi­li­sierend gewesen. Der Peso war bereits zuneh­mendem mone­tärem Miss­trauen, einer Dol­lar­prä­ferenz der Argen­tinier, sin­kender Nach­frage und einer monat­lichen Preis­in­flation 25 Prozent aus­ge­setzt. Der stark anstei­gende Dol­lar­wech­selkurs beschleu­nigte die Flucht aus dem Peso und den Ver­trau­ens­verlust weiter. Ein wei­terer Rückgang der Geldnachfrage—ausgelöst durch die Schließung der Zentralbank—hätte den Ver­trau­ens­verlust nicht gestoppt. Sie hätte ihn ver­schärft mit der Gefahr eines voll­stän­digen Zusam­men­bre­chens der Kauf­kraft des Pesos: Hyper­in­flation oder Demo­ne­ti­sierung (wenn man diesen Begriff bevorzugt).

Pro­fessor Hülsmann räumt einen Teil dieser Analyse ein:

Ceteris paribus, wie Bagus erklärt, und wir stimmen ihm zu, hätte dies die Nach­frage nach Pesos verringert.

Er fügt dann hinzu:

Aber wie wichtig ist dieser Faktor? So wie Philipp Bagus es dar­stellt, ist es nur ein kleiner Schritt von diesem Rückgang der Geld­nach­frage zur Hyper­in­flation. Hyper­in­flation ent­steht jedoch nicht allein durch einen Ver­trau­ens­verlust, sondern durch einen Ver­trau­ens­verlust in Ver­bindung mit einer enormen Zunahme der Geldmenge.

Das zen­trale theo­re­tische Problem: Geld­nach­frage und Kaufkraft

Für mich beginnt an dieser Stelle der eigent­liche Streit­punkt. Denn ich glaube, diese Behauptung ist falsch. Es geht um eine grund­le­gende theo­re­tische Frage:

Ist eine voll­ständige Zer­störung der Kauf­kraft eines Geldes allein durch einen Zusam­men­bruch der Geld­nach­frage möglich – oder muss dies mit einem starken Anstieg der Geld­menge einhergehen?

Die pra­xeo­lo­gische Antwort ist klar: Ein Nach­fra­ge­rückgang hat den gleichen Effekt wie ein Anstieg des Angebots auf die Preise von Nicht-Geld­gütern.[2] Wenn sich die Nach­frage nach Fiatgeld auflöst, geht seine Kauf­kraft unab­hängig davon, was mit der Geld­menge pas­siert, gegen null. Deshalb betonen Rothbard, Salerno und Hazlitt – wie bereits in diesem Aus­tausch an anderer Stelle erwähnt – dass ein plötz­licher Ver­trau­ens­verlust, unab­hängig von der Geld­menge, dazu führen kann, dass ein Gut als Tausch­mittel auf­ge­geben wird.

Der Prozess der Demo­ne­ti­sierung und die Vor­rang­stellung der Ideen

Wenn eine Ware mone­ta­ri­siert wird, erhält sie eine zusätz­liche Nach­frage, die über ihre direkte Nutzung als Kon­sumgut oder Pro­du­zen­tengut hin­ausgeht. Wenn ein Geld demo­ne­ti­siert wird, weil die Men­schen auf­hören, es als Tausch­mittel zu nutzen, und sich statt­dessen einem anderen Gut zuwenden, das sie für über­legen halten, fällt die Nach­frage auf die Kon­sum­güter- oder Pro­du­zen­ten­gü­ter­nach­frage zurück. Im Fall von Fiatgeld fällt die Nach­frage prak­tisch auf null. Das bedeutet, dass die Preise deno­mi­niert in diesem Fiatgeld ins unend­liche steigen. Das phy­sische Angebot an Fiatgeld oder die Erwartung der Ent­wicklung des phy­si­schen Angebots wird an diesem Punkt irrelevant. Fiatgeld hängt ent­scheidend von Ver­trauen ab. Geht dieses Ver­trauen ver­loren, ver­liert es seine Geld­funktion oft innerhalb kür­zester Zeit.

In der Öko­nomie geht sich um Ideen, die Akteure über die Welt haben. Es geht nicht um phy­sische Dinge. Ludwig von Mises  hat wie­derholt auf die Bedeutung von Ideen hin­ge­wiesen.[3] Die Macht der Regierung, so stellt Mises in Omni­potent Government (2010, S. 7) klar, beruht nicht auf mate­ri­ellen Bedin­gungen wie Waffen, sondern letztlich auf Ideen:

A lasting order cannot be estab­lished by bayonets. A minority cannot rule if it is not sup­ported by the consent of those ruled; the rebellion of the oppressed will over­throw it sooner or later, even if it were to succeed for some time.

[Deutsche Über­setzung durch Redaktion:
Eine dau­er­hafte Ordnung kann nicht mit Bajo­netten errichtet werden. Eine Min­derheit kann nicht herr­schen, wenn sie nicht die Zustimmung der Beherrschten besitzt; der Auf­stand der Unter­drückten wird sie früher oder später stürzen, selbst wenn sie eine Zeit lang Bestand haben sollte.]

Auch beruht die Kauf­kraft des Geldes und damit sein Status als Geld letztlich auf Ideen. Sobald die Akteure das Ver­trauen ver­lieren und das Gut nicht mehr als Tausch­mittel nutzen, spielt die mate­rielle Frage des rein phy­si­schen Angebots keine Rolle.

Argen­ti­niens extreme finan­zielle Fragilität

In seinen abschlie­ßenden Bemer­kungen räumt Prof. Hülsmann ein, dass ein solches Sze­nario ’nicht logisch unmöglich‘ ist, was darauf hin­deutet, dass wir mög­li­cher­weise eine größere gemeinsame Basis hin­sichtlich des theo­re­ti­schen Mecha­nismus haben, als zunächst erschien. Doch anstatt sich mit der theo­re­ti­schen Struktur zu befassen, lenkt er die Auf­merk­samkeit auf den empi­ri­schen Fall Argen­ti­niens im Dezember 2023.

Hier messen wir insti­tu­tio­nellen Erwar­tungen unter extremer Unsi­cherheit einfach unter­schied­liches Gewicht zu. Mein Argument ist kon­text­spe­zi­fisch: Unter den Umständen Argen­ti­niens – tiefes mone­täres Miss­trauen, Prä­fe­renzen zur Dol­la­ri­sierung, der Kredit-Geld-Cha­rakter des Peso, über­mäßige Staats­ver­schuldung, ein pre­käres Ban­ken­system, eine lange Geschichte von Zah­lungs­aus­fällen und eine laut­starke Oppo­sition, die bereit ist, die Regierung zu stürzen, während sie behauptet, die einzige Kraft zu sein, die das Land sta­bi­li­sieren kann – hätte die Abschaffung der Zen­tralbank plau­sibel einen Zusam­men­bruch der Geld­nach­frage ausgelöst.

Wenn die Geld­nach­frage die Geld­menge dominiert

Prof. Hülsmann nennt mein Sze­nario „unver­hält­nis­mäßig“, iden­ti­fi­ziert aber nicht, welcher kausale Schritt unver­hält­nis­mäßig ist:

1. Dass die Abschaffung der Zen­tralbank insti­tu­tio­nelle Erwar­tungen verändert,

2. dass Erwar­tungen die Geld­nach­frage beeinflussen,

3. dass die Geld­nach­frage die Kauf­kraft beeinflusst,

4. dass dieser Effekt den Ein­fluss einer schrump­fenden Geld­menge domi­nieren kann.

Mein Argument ver­läuft durch vier explizite kausale Schritte. Wenn Prof. Hülsmann anderer Meinung ist, wäre es sowohl für die Leser als auch für die Ent­wicklung der Debatte äußerst wertvoll zu wissen, in welchem Schritt genau unsere Ana­lysen abweichen. Mein Sze­nario als ‚roman­tisch‘ zu beschreiben, ist male­risch, aber es wäre hilf­reich zu wissen, welchen spe­zi­fi­schen Schritt in der pra­xeo­lo­gi­schen Denk­kette er für unglaub­würdig hält und aus welchem Grund.

Mög­li­cher­weise hält Prof. Hülsmann den letzten Schritt für unglaub­würdig, da er behauptet: „die Geld­nach­frage hängt selbst weit­gehend von der wahr­ge­nom­menen Ent­wicklung der Geld­menge ab.“

Ich bin respektvoll anderer Meinung. Die Geld­nach­frage hängt von der wahr­ge­nom­menen Nütz­lichkeit ab, Geld als Tausch­mittel und als Absi­cherung gegen Unsi­cher­heiten zu halten – also von der Qua­lität des Geldes. Erwartete Ver­än­de­rungen der Geld­menge können diese Wahr­nehmung beein­flussen, sind aber nicht ihre Grundlage. Men­schen ver­langen Geld wegen dem, was Geld ist und was es für sie bedeutet.

Erwar­tungen über die Geld­men­gen­ent­wicklung können diese Nach­frage ver­ändern, aber sie schaffen diese nicht; Sie sind sekundär und nicht primär und nur einer von vielen Fak­toren, die die Geld­nach­frage prägen. Da die Erwar­tungen über die Geld­menge nicht die Nach­frage nach einem all­gemein akzep­tierten Tausch­mittel erzeugen, folgt daraus, dass die Ent­wicklung der Geld­menge den Geldwert nicht allein auf­recht­erhält. Prof. Hüls­manns Betonung der Geld­menge scheint auf einer etwas roman­ti­sierten Sicht hin­sichtlich deren Bedeutung zu beruhen. Während die erwartete Geld­men­gen­ent­wicklung nur eine Variable bei der Bestimmung der Geld­nach­frage ist, können insti­tu­tio­nelle Ver­än­de­rungen – wie eine Revo­lution, ein ver­lo­rener Krieg oder der Übergang von einem Kre­ditgeld zu einem reinen Fiatgeld in einem miss­traui­schen mone­tären Umfeld – die Bewertung des Geldes viel abrupter ver­schieben.[4]

Demo­ne­ti­sierung und Hoppes Ansicht

Bemer­kenswert ist, dass Hans-Hermann Hoppe unab­hängig zu einer Schluss­fol­gerung kam, die meiner sehr nahe kam, indem er sagte, dass der Peso wahr­scheinlich ‚ver­schwinden‘ würde. Dies legt nahe, dass der von mir beschriebene Mecha­nismus nicht idio­syn­kra­tisch, sondern auf weit ver­brei­teter öster­rei­chi­scher Argu­men­tation beruht. Prof. Hoppe sagte im Zusam­menhang einer Dis­kussion über die Schließung der argen­ti­ni­schen Zen­tralbank und den Zusam­men­bruch des Bankensystems:

Der Peso würde ver­schwinden, das ist gut. … Dann würden die Leute Dollar statt Pesos ver­wenden. Pesos sterben aus und sie benutzen Dollar. (PFS, Min. 36)

Hoppe stimmt ein­deutig zu, dass der Peso schnell an Kauf­kraft ver­lieren und als Geld ver­schwinden würde. Er ver­wendet nicht den Begriff „Hyper­in­flation“ und würde wahr­scheinlich den Begriff „Demo­ne­ti­sierung“ bevor­zugen. Der logische Mecha­nismus ist jedoch iden­tisch. Prof. Hülsmann hin­gegen beschrieb Milei als „sehr schlechten Öko­nomen“, weil er ein solches Ergebnis vor­her­gesagt hatte. Dies wirft auch die Frage auf, wie kon­se­quent solche Urteile innerhalb der öster­rei­chi­schen Analyse ange­wendet werden sollten.

Die Rolle der Ver­mö­gens­werte der Zentralbank

Es gibt eine gewisse Spannung in Prof. Hüls­manns Argu­men­tation über die Bedeutung von Zen­tral­bank­ver­mö­gens­werten für die Qua­lität des Geldes und damit für die Geld­nach­frage.[5] Er zitiert mit Zustimmung Kris­toffer Hansens Argument, dass die Abschaffung der argen­ti­ni­schen Zen­tralbank keine Hyper­in­flation aus­gelöst hätte. Hansen behauptet aus­drücklich, dass die Ver­mö­gens­werte der Zen­tralbank für die Nach­frage nach einer Währung irrelevant sind, und erklärt:

Der Wert des Pesos ist, wie wir fest­ge­stellt haben, unab­hängig von den Ver­mö­gens­werten der argen­ti­ni­schen Zentralbank …

Aller­dings sind Zen­tral­bank­ver­mö­gens­werte für die Qua­lität einer Währung wichtig – ins­be­sondere in Situa­tionen mone­tärer Belastung, etwa wenn das Ver­trauen in die Währung sinkt, die Anleger aus der Währung flüchten, wenn der Wech­selkurs zusam­men­bricht oder bei Geld­re­formen wie einer Dol­la­ri­sierung oder der Liqui­dation einer Zentralbank.

Pro­fessor Hülsmann selbst schreibt:

Die vor­han­denen Peso-Bank­noten wären ent­weder im Umlauf geblieben oder im Aus­tausch gegen Ver­mö­gens­werte der Zen­tralbank liqui­diert worden. Die vor­han­denen Bar­geld­konten bei der Zen­tralbank wären ent­weder gegen Peso-Bank­noten ein­ge­tauscht oder im Aus­tausch gegen Ver­mö­gens­werte der Zen­tralbank liqui­diert worden.

Dieser Abschnitt impli­ziert, dass die Ver­mö­gens­werte der Zen­tralbank wichtig sind, denn je höher die Qua­lität dieser Ver­mö­gens­werte, desto besser ist die Position der Peso-Inhaber in einem solchen Sze­nario.[6] Dies steht in klarem Gegensatz zu Hansens Behauptung, dass die Ver­mö­gens­werte irrelevant seien. Es ist schwer vor­stellbar, wie beide Behaup­tungen gleich­zeitig auf­recht­erhalten werden könnten.

Außerdem weist Prof. Hülsmann darauf hin, dass der Peso (also die Geld­basis) „eine Ver­bind­lichkeit der Zen­tralbank“ sei. Während Peso-Noten und Zen­tralbank-Bar­geld­konten heute Schuld­in­stru­mente sind, die kein Recht auf Ein­lösung beinhalten, gab es eine solche Ein­lö­sungs­ver­pflichtung während der Zeit der Kon­ver­tier­barkeit (1991–2002), und es könnte in Zukunft wieder eine geben. Daher sind die Ver­mö­gens­werte einer Zen­tralbank relevant – besonders in Zeiten des Über­gangs hin zur Geldreform.

Muss ein liber­tärer Poli­tiker die Zen­tralbank sofort schließen?

Pro­fessor Hülsmann bean­standet die Tat­sache, dass Milei nicht „wie ver­sprochen, unmit­telbar nach seiner Macht­über­nahme im Dezember 2023 [die Zen­tralbank Argen­ti­niens] geschlossen hat.“

Er räumt ein, dass es Gründe für diese Ent­scheidung gab, wie etwa die Not­wen­digkeit, „eine schreck­liche Wirt­schafts­krise“ zu verhindern.

Dennoch hält er dies nicht für einen trif­tigen Grund und erklärt:

Über­le­gungen dieser Art sind das Mar­ken­zeichen eines gemä­ßigten sozi­al­de­mo­kra­ti­schen oder christ­de­mo­kra­ti­schen ‚kon­ser­va­tiven‘ Poli­tikers, eines sprich­wört­lichen Par­tei­po­li­tikers, eines ehren­werten Mit­glieds der poli­ti­schen Kaste.

Als Reaktion möchte ich drei kurze Anmer­kungen machen.

Erstens, basierend auf per­sön­lichen Gesprächen, stimmt es, dass Milei glaubte, dass die Schließung der Zen­tralbank an seinem ersten Tag im Amt eine Hyper­in­flation und eine große Wirt­schafts­krise aus­gelöst hätte. Das hätte ihn innerhalb weniger Tage aus dem Amt gedrängt.

Zweitens, obwohl Milei sich für die Schließung der Zen­tralbank ein­setzte, legte er sich nie auf ein bestimmtes Datum fest, wie Prof. Hülsmann ver­mutet. Sein Plan sah stets einen stu­fen­weisen Prozess vor, wie wir in unserem letzten Beitrag besprochen haben.

Drittens scheint Prof. Hüls­manns For­mu­lierung zu impli­zieren, dass jeder Poli­tiker, der nicht sofort die Zen­tralbank – oder sogar den Staat selbst – abschafft und statt­dessen den Weg einer schritt­weisen Redu­zierung wählt, um soziale Unruhen und die Rückkehr der Sozia­listen an die Macht zu ver­meiden, als Christ- oder Sozi­al­de­mokrat betrachtet werden muss. Ich halte diese Schluss­fol­gerung nicht für gerechtfertigt.

Erstens scheint diese Inter­pre­tation im Wider­spruch zu Prof. Hüls­manns frü­herer Aussage zu stehen, dass „die Haupt­aufgabe eines Reformers“ darin besteht, „vor­über­ge­hende Maß­nahmen zu ergreifen, um den Schwächsten in der Über­gangs­phase zu helfen.“ Wären solche Über­le­gungen nicht auch nach seiner Logik „das Mar­ken­zeichen eines gemä­ßigten“ Sozialdemokraten?

Zweitens, und wie anderswo gesagt, bin ich anderer Meinung. Man kann ein liber­tärer Poli­tiker sein, solange man in die richtige Richtung geht. Laut Jesús Huerta de Soto muss der libertäre Poli­tiker eine Dop­pel­stra­tegie ver­folgen: (1) er muss libertäre Prin­zipien rigoros stu­dieren und sie kom­pro­misslos in der Öffent­lichkeit ver­breiten; und (2) er muss Über­gangs­pläne hin zum Ide­al­zu­stand ent­wi­ckeln, die diese Prin­zipien nicht ver­letzen. Kurz­fristige Kom­pro­misse sind nur akzep­tabel, wenn sie die Gesell­schaft in die libertäre Richtung bewegen. In keinem Fall dürfen sich Maß­nahmen davon entfernen.

Meiner Ansicht nach gibt es einen wesent­lichen Unter­schied zwi­schen einem liber­tären Poli­tiker, der prin­zi­pi­en­treue, geordnete Reformen vor­sichtig umsetzt, und einem Sozi­al­de­mo­kraten, der kei­nerlei Interesse daran hat, den Ein­fluss des Staates zu verringern.

Schlusswort

Zusam­men­fassend bin ich dankbar für diesen Aus­tausch. Meiner Ansicht nach hat dieser die Bedeutung der Geld­nach­frage her­vor­ge­hoben. Die Kauf­kraft von Fiatgeld kann selbst ohne eine Erhöhung seines Angebots ver­schwinden – der zen­trale pra­xeo­lo­gische Punkt, den der aktuelle Aus­tausch geholfen hat zu ver­deut­lichen. Die Debatte hat die ent­schei­dende Rolle insti­tu­tio­neller Erwar­tungen bei der Gestaltung der Geld­nach­frage unter extremer Unsi­cherheit unter­strichen und die Mög­lichkeit, dass ein Nach­fra­ge­ein­bruch den Ein­fluss der Geld­menge domi­nieren kann.

Darüber hinaus wurden wichtige Fragen zu Zen­tral­bank­ver­mö­gens­werten, ver­zinsten Zen­tral­bank­ver­bind­lich­keiten, dem Verlust von Kredit-Geld-Eigen­schaften, der fis­ka­li­schen Geld­nach­frage, der Unzu­läng­lichkeit des Begriffs ‚Preis­niveau‘, der liber­tären poli­ti­schen Stra­tegie, zu den jewei­ligen Rollen der a priori-Theorie und zufäl­ligen his­to­ri­schen Umständen sowie wei­teren wich­tigen Fragen aufgeworfen.

Eine ver­blei­bende Mei­nungs­ver­schie­denheit betrifft das Gewicht, das wir insti­tu­tio­nellen Erwar­tungen bei der Gestaltung der Geld­nach­frage unter extremer Unsi­cherheit und in der Dynamik einer Hyper­in­flation bei­messen. In dieser Hin­sicht liegt unsere Divergenz in der empi­ri­schen Bedeutung, die jeder von uns insti­tu­tio­nellen Erwar­tungen unter Bedin­gungen akuter mone­tärer Fra­gi­lität bei­misst. Grund­le­gender ist jedoch unsere tiefere Mei­nungs­ver­schie­denheit über die Logik der Geld­nach­frage und folglich über den Prozess der Demonetisierung.

Ich hoffe, dieser Aus­tausch trägt dazu bei, diese wich­tigen Fragen innerhalb der öster­rei­chi­schen Geld­theorie zu klären. Ich bin dankbar für die Gele­genheit, sie aus­führlich zu besprechen.

*****

[1] Der Cha­rakter des Kre­dit­geldes beruht nicht nur auf der Kon­ver­ti­bi­li­täts­er­fahrung, sondern auch darauf, dass sich Argen­tinien während des größten Teils des Zeit­raums von 2002 bis 2023 in einem System fester Wech­sel­kurse befand, das – ange­sichts hoher Geld- und Preis­in­flation – durch den CEPO (Kapi­tal­ver­kehrs­kon­trollen) begleitet und ver­stärkt wurde. Diesen Punkt ver­danke ich Ber­nardo Ferrero und möchte ihm für seine hilf­reichen Kom­mentare und Vor­schläge während des gesamten Aus­tauschs danken.

[2] Die gleiche Logik gilt für jedes Gut: Ein Anstieg des Angebots und ein Nach­fra­ge­rückgang haben gleich­wertige Aus­wir­kungen auf seinen Preis. Im Fall von Geld sind die beiden Pro­zesse nicht voll­ständig sym­me­trisch. Zum Bei­spiel unter­scheiden sie sich in ihren Umver­tei­lungs­ef­fekten und in ihrem Ein­fluss auf die soziale reale Kas­sen­haltung. Ein Rückgang der Geld­nach­frage (bei einer kon­stanten Geld­menge) redu­ziert die agg­re­gierte reale Kas­sen­haltung, während eine Erhöhung der Geld­menge (bei kon­stanter Geld­nach­frage) diese unver­ändert lässt, ceteris paribus.

[3] Siehe zum Bei­spiel Human Action (1998), Kapitel IX, „The role of Ideas„. In Libe­ralism. In The Clas­sical Tra­dition (2002), S. 51, erklärt Mises: “ The ultimate outcome of the struggle, however, will not be decided by arms, but by ideas. It is ideas that group men into fighting fac­tions, that press the weapons into their hands, and that determine against whom and for whom the weapons shall be used. It is they alone, and not arms, that, in the last ana­lysis, turn the scales.“

[4] Zu abrupten Ver­än­de­rungen der Geld­qua­lität siehe Bagus (2009), „The Quality of Money„, The Quar­terly Journal of Aus­trian Eco­nomics 12, Nr. 4: 22–45. In Bagus (2015), „The Quality of Monetary Regimes„, in The Next Gene­ration of Aus­trian Eco­nomics: Essays in Honor of Joseph Salerno, hrsg. von Per Bylund und Per Howden, 19–34 (Auburn, Ala.: Ludwig von Mises Institute), ana­ly­siere ich die Aus­wir­kungen von Ver­än­de­rungen im Geld­regime auf die Qua­lität des Geldes.

[5] Zur Bedeutung von Zen­tral­bank­an­lagen für die Geld­qua­lität siehe Bagus und Howden (2016). „Central Banks Balance Sheet Ana­lysis.“ Betriebs­wirt­schaft­liche For­schung und Praxis 68(2), S. 109–25.

[6] Tat­sächlich bestanden die meisten Ver­mö­gens­werte der Zen­tralbank aus Staats­an­leihen. Im Falle eines Zah­lungs­aus­falls der Regierung hätte das Ban­ken­system wertlose For­de­rungen erhalten, was den Finanz­kollaps und eine starke Abwertung des Peso aus­lösen und das Ver­trauen in die Währung weiter unter­graben würde. Für den Peso hätte es sicherlich einen Unter­schied gemacht, wenn statt argen­ti­ni­scher Staats­an­leihen die Ver­mö­gens­werte der Zen­tralbank aus Gold (oder ins­be­sondere Dollar) bestanden hätten.

Hinweis: Die Inhalte der Bei­träge geben nicht not­wen­di­ger­weise die Meinung des Ludwig von Mises Instituts Deutschland wieder.

Zuerst erschienen bei misesde.org.

  • Top Artikel

  • Service-Hotline:
    0179-6695802

  • Servicezeiten:
    Mo. und Do.: 10:00 - 12:00 Uhr
    Mi.: 15:00 - 18:00 Uhr