Politik

Die Zerstörung der traditionellen Familie und deren Auswirkungen auf die Entwicklung der Gesellschaft

29. November 2017

Die existenziellen Bedrohungen für die klassische Familie sind heute so groß wie nie zuvor. Das grandiose, sinnstiftende und schöpferische Konzept „Bürgerliche Familie“ steht an der Kippe. Die allseits forcierte Berufstätigkeit der Frau, ihre vor allem durch die Pille erreichte Hoheit über die Empfängnis und die immer häufiger zu beobachtenden Auflösungserscheinungen der früher durch zweifellos eherne Regeln gesicherten Ehe sowie die exzessiv niedrige Geburtenrate fördern die Vereinzelung und die absichtlich nur kurzfristig eingegangene Bindungen.

Geänderte Rollen

Die Männer haben durch diese Phänomene weniger Verantwortung zu übernehmen und weniger Pflichten in der Beziehung. Der „Alleinverdiener“ und Familienerhalter ist längst ein Auslaufmodell geworden. Dadurch hat ein sich gegenseitig verstärkender Feedback-Mechanismus eingesetzt, der die Erosion der Familie vorantreibt: Die Frauen brauchen keine Männer mehr und die Männer sehen sich immer weniger an ihre archaischen und gesellschaftlich vorgesehenen Verpflichtungen gebunden. Für wen sollte man als Mann auch die Verantwortung übernehmen, wenn keine Kinder da sind und die Frau ihr Geld verdient?

Man nennt den Single heute neudeutsch SINK (single income no kids) und die modernen kinderlosen Familienersatzprodukte heißen DINK (double income no kids)  oder etwas sperrig „Lebensabschnittspartnerschaften“. Singles bleiben immer öfter welche und die DINK-Situation verlässt man recht rasch, wenn es einmal nicht mehr passt.

Diese gesellschaftlichen Änderungen, die von Linksideologen und Staatsgläubigen zynischerweise im Namen der persönlichen Freiheit favorisiert werden, sind nicht die einzigen Fallstricke auf dem Weg zu einem geglückten Familienleben. Das von Karl Marx erklärte Ziel, dass die bürgerliche Familie zerstört werden müsse, schimmert politisch immer wieder durch. Die ungehemmte Lust des Staates, die Kinder möglichst früh zu annektieren, die Feministinnen, die diesem Ansinnen fleißig in die Hände spielen, die Sachzwänge der berufstätigen Frauen und das zunehmend hohe Alter der Erstgebärenden schaffen Voraussetzungen, die für die klassische und traditionelle Mehrkind-Familie längst kein ideales Biotop mehr darstellen.

Späte Mutterschaft – keine wirklich gute Idee

Je später die Frauen ihre Kinder bekommen, desto geringer wird nämlich ihre Chance auf mehrfache Mutterschaft. Ab 35 sinkt die Fertilität rapide und engt die biologischen Optionen massiv ein. Das durchschnittliche Alter der Erstgebärenden liegt heute bei knapp 30 Jahren, jeder kann sich da leicht ausrechnen, dass ab 30 eine kinderreiche Großfamilie rein zeitlich und fertilitätsbedingt nur mehr ganz schwierig zu gründen ist. Auch das Alter des Mannes spielt eine Rolle, denn die Samenqualität nimmt ebenfalls stetig ab.

Fruchtbarkeitsmediziner lobpreisen zwar die verschiedenen Methoden, die uns heute zur biotechnologisch unterstützten Schwangerschaft verhelfen können, die Erfolgsraten sind aber in Wirklichkeit sehr bescheiden. Die In-vitro-fertilisation (IVF) führt nur in ca. 20% der Fälle zum gewünschten Erfolg. Andres gesagt: 80% der Frauen, die IVF versuchen, bleiben kinderlos. Das ist oft mit einem enormen Frustrationspotenzial auch für die verhinderten Väter verbunden und trägt daher nicht dazu bei, den Status der Familie per se wirklich zu verbessern.

Die Geburtenrate bestimmt die Demografie

Die niedrigen Geburtenraten haben nicht nur auf die grundsätzliche Struktur der Familie eine massive Auswirkung, sondern auch auf die Gesellschaft als Ganzes. Wir befinden uns längst in einer Transformationsphase, weil durch die Änderung der Demografie die gesamte Generationenverteilung nahezu unumkehrbar verändert wird. Selbst eine sofortige Verdoppelung der aktuellen Geburtenrate von 1,4 Kinder pro Frau auf die Werte der 60er Jahre (damals lag sie bei 2,7 Kinder pro Frau) könnte den bereits entstandenen Defekt in der Bevölkerungspyramide nicht mehr schließen.

Nicht nur die Linken, auch die Defätisten und Phlegmatiker unter uns behaupten dazu gerne: Na dann ist es doch eh schon egal, soll eben jeder so leben wie er will und wir holen uns die fehlenden Jungen ganz einfach aus dem Orient und aus Afrika – dort gibt es sowieso zu viele davon. Der zweite Teil dieser Aussage ist formal richtig: Die orientalischen und afrikanischen Nationen haben mit dem sogenannten „Youth Bulge“ zu kämpfen. Das bedeutet, dass sie in Relation zur Gesamtbevölkerung zu viele junge Erwachsene und Kinder haben und dass aufgrund der unterentwickelten ökonomischen Strukturen deren Perspektiven kaum als rosig zu bezeichnen sind.

Gegen das eigene Wesen

Trotzdem ist die fatalistische Aussage „Lassen wir sie nur kommen“ im Grunde gegen unsere eigene Bevölkerung, gegen unsere kulturellen Traditionen und letztlich gegen das Wesen Europas gerichtet. Der Massenimport fremder Kulturinhalte muss zwangsläufig zu sozialen und kulturellen Spannungen führen. Er ist daher grundsätzlich abzulehnen und mit demografischen Argumenten keinesfalls zu rechtfertigen.

Die von Europa geförderte unkritische Massenmigration ist, wenn man sie inhaltlich zu Ende denkt, auch gegen die Länder des Orients und Afrikas gerichtet: Ein Europa, das noch immer paternalistisch und gönnerhaft die Abwanderung von Millionen junger Orientalen und Afrikaner unterstützt, wirkt nicht nur auf die eigenen Kulturen zerstörerisch, sondern natürlich auch auf die Länder, deren junge Männer in Scharen aufbrechen um ins Gelobte Land Europa zu gelangen. Die jungen Herren sollten lieber im eigenen Land die zwar spärlichen, aber vorhandenen Chancen ergreifen und ihre Heimat aufbauen.

Was hat das aber jetzt mit der traditionellen westlichen Familie zu tun? Sehr viel sogar. Die Einwanderung von großen Zahlen an Männern verschiebt sukzessive das mathematische Verhältnis von Mann und Frau. Das hat gravierende Auswirkungen auf den „Heiratsmarkt“ und schafft im Laufe der Zeit neue gesellschaftliche Segregationen, die wir bisher nicht kannten. Einen Geschlechterüberschuss gab es in der Geschichte immer nur bei den Frauen: Die Kriege erzeugten durch die Gefallenen regelmäßig eine zahlenmäßige Reduktion in der männlichen Bevölkerung.

Männerüberschuss und Aggression

Die Gesellschaften vertrugen diesen wiederkehrenden kriegsbedingten Frauenüberschuss offenbar erstaunlich gut: Über soziale Spannungen, die von alleinstehenden Frauen ausgingen, wird nichts berichtet. Männerüberschüsse hingegen produzieren gesellschaftliche Instabilitäten, weil vor allem junge alleinstehende Männer zu höheren Aggressionspotenzialen neigen. Darüber gibt es interessantes Datenmaterial. Auch die Kriminalitätsraten steigen in Sozietäten mit Männerüberschuss. Faktum ist: Viele dieser Single-Männer werden ganz einfach aus zahlenmäßigen Gründen allein bleiben müssen und keine Partnerin finden.

Das erhöht den Druck auf alle Betroffenen. Frauen sehen sich aber nicht nur einem erhöhten Verbrechensrisiko ausgesetzt, sondern sie haben bei einem stetig wachsenden Männerüberschuss mittelfristig auch die größere Auswahl an potenziellen neuen Partnern. Das destabilisiert grundsätzlich die ohnehin schon recht volatilen familiären Beziehungsstrukturen. Es gibt somit eine nicht leugbare Wahrscheinlichkeit, dass die Massenmigration, wenn sie weiter in diesem Maße anhält, auch die familiären Gegebenheiten respektive die traditionelle europäische Familie gewaltig verändern wird.

Teil 2

Zum oben publizierten Text über die zeitgeistig getriggerte Zerstörung der Familie sind noch ein paar weitere Anmerkungen nötig – und zwar aus Sicht der Frauen. Die Anregungen dazu kamen von einer langjährigen ehemaligen Abgeordneten der ÖVP, die sich intensiv mit Frauen- und Familienfragen beschäftigt.

Fast alle Frauen wollen Kinder

Die nämliche Abgeordnete a.D. sagte mir, sie hätte in ihrem ganzen Leben weder in den Frauennetzwerken, in denen sie tätig ist, noch im Alltag eine Frau kennen gelernt, die erklärtermaßen keine Kinder gewollt hätte (mit einer einzigen Ausnahme) – und das in 30 Jahren des immer wieder aktiven Nachfragens. Sie auch zahlreiche Männer dazu befragt – und da waren erstaunlicherweise erklecklich viele dabei, die explizit keine Kinder wollten. Die jahrelange Umfrage ging also eindeutig zuungunsten der Männer aus.  Aber: Wovor fürchten sich die Männer heute? Vor der Verantwortung der Vaterschaft? Vor eventuellen finanziellen Belastungen – etwa im Fall einer Scheidung? Vor der Belastung, die eine Familie neben dem Gewinn von Freude und Lebenssinn ebenfalls mit sich bringt?  Viele Fragen, die in der allgemeinen Aufregung, die durch die Gleichstellungsdebatte oft verursacht werden, leicht untergehen.

Der Beruf kann warten

Des weiteren erzählte mir die ÖVP-Politikerin, dass nach ihren Erfahrungen alle Frauen mit Kinderwunsch von sich aus bereit waren (und sind), beruflich für die eigenen Kinder zurückzustecken und Abstriche bei ihren Karriereplänen zu machen. Diese Aussage sollte den linken Frauenpolitikerinnen, die stets die Teilzeit und die angebliche strukturelle Benachteiligung der Frau kritisieren, zu denken geben: Der Wunsch zur Teilzeit geht meist (und zu Recht) von den Frauen aus und nicht vom bösen männerdominierten System. Warum zu Recht: Besonders in den frühen Jahren ist es nachweislich für die Kinder besser, wenn sich die Mütter um sie kümmern statt anderer Bezugspersonen.

Übrigens seien laut der ehemaligen Abgeordneten auch einzelne Männer bereit gewesen, für die Kinder diverse Karriere-Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Das Thema bleibt jedenfalls komplex, weil jede Beziehung/Elternschaft anders ist und man die Art des Umganges mit dem Nachwuchs nicht staatlich vorschrieben sollte. Vermutlich ist es so, dass man mit einer besseren Verteilung der Betreuungspflichten den berufstätigen Frauen unter die Arme greifen könnte. Andererseits sollte eine ideologiegesteuerte (feministische) Politik den Frauen nicht vorspiegeln, dass die Karriere mehr wert sei als die Familie und die Kinder.

Interessant war auch diese Aussage: Als unverheiratete junge Frau fürchte man die Mutterschaft, weil sie einen finanziell unversorgt lässt. Die junge Mutter müsste entweder voll arbeiten oder Sozialhilfe beantragen, auch wenn das Kind Unterhalt bekommt, aber der Vater sich sonst nicht kümmert und nichts beisteuert. Dafür gäbe es natürlich eine einfache Lösung: Die Mädels sollen schleunigst heiraten. Aber Spaß beiseite – die erwähnte Befürchtung der jungen Frauen ist sicher ein Mitgrund für den Trend zur späten und langfristig geplanten Mutterschaft. Die Frauen wollen ihre Ausbildung abschließen, danach finanziell auf eigenen Beinen stehen und sich nicht in jungen Jahren wegen eines früh bekommenen Kindes einschränken lassen. Das ist nachvollziehbar.

Früh gefreit, nie bereut

Allerdings gibt es reihenweise Gegenbeispiele, die uns zeigen, dass Frauen, die z.B. als Twen während des Studiums ein Kind bekamen, durchaus gelungene Berufskarrieren und Familien zusammengebracht haben. Für Frauen, die früher ins Erwerbsleben einsteigen, gilt das sowieso. Nach den Daten des Instituts für Familienforschung bekommen die Akademikerinnen am spätesten die Kinder, die Frauen mit „nur“ Pflichtschulabschluss sind dagegen am frühesten dran. Sie haben im Schnitt auch wesentlich mehr Nachwuchs als die Frau Doktor und die Frau Magister.

Der Bildungsgrad nimmt ab

Der eklatante biologische Nachwuchsmangel bei den Akademikerinnen führt zu einer noch relativ wenig beachteten soziologischen Realität: Bildungsferne Schichten vermehren sich intensiver als die Hochgebildeten. Nach allen verfügbaren Daten haben die Kinder weniger gebildeter Mütter auch eine geringere Wahrscheinlichkeit, selber in die höhere Bildung einzusteigen und damit gesellschaftlich aufzusteigen. Das heißt mit anderen Worten: Das allgemeine Bildungsniveau wird  unweigerlich sinken – und das allein schon aufgrund der exzessiv niedrigen Geburtenrate bei Akademikerinnen. Von der allgemeinen Erosion der Bildungssysteme ist hier noch gar nicht die Rede.

Komplexe Entwicklungen

Die Auflösung der traditionellen Familienstrukturen hat also viel mehr Auswirkungen auf die Entwicklung der Gesellschaft als dies etwa die Feministinnen erkennen können (oder wollen). Aber noch ein anderer Punkt ist eminent wichtig. Wenn die Frauen trotz ihrer Bereitschaft, sich beruflich zugunsten eigener Kinder zurück zu nehmen, vor einer Familiengründung ihre Ausbildung beenden möchten und einen Job haben wollen, läuft generell etwas falsch – und es hat offensichtlich auch viel mehr mit den Männern ohne Kinderwunsch zu tun als dies der erste Eindruck vermittelt – siehe oben. Und da sind wir noch gar nicht bei dem Punkt angelangt, dass das Durchschnittseinkommen eines Mannes heute gar nicht mehr ausreicht, eine Familie zu erhalten. Doch davon ein andermal.

Dr. Marcus Franz / thedailyfranz.at

 


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