See­hofers Rück­tritt: Weniger Münchner, dafür neues Ber­liner Pattex?

Horst See­hofer will CSU-Chef bleiben, gibt den Posten als baye­ri­scher Minis­ter­prä­sident aber ab, sein Nach­folger wird ab Januar 2018 Markus Söder. Mit Idea­lismus scheint dieser Ent­schluss nichts gemein zu haben, er ist ganz und gar getragen von den Methoden des Systems Merkel. Ein Kom­mentar von David Berger
Das heißt, dass See­hofer in zwei Wochen noch einmal zur Wahl zum Vor­sit­zenden jener Partei antreten will, die er gründlich ver­merkelt und so bei der letzten Bun­des­tagswahl zu deren schlech­testem Ergebnis aller Zeiten geführt hat.
Dass er diesen Posten als Par­tei­vor­sit­zender unbe­dingt behalten will, hat mit großem Idea­lismus, Liebe zur CSU, Ver­ant­wor­tungs­be­wusstsein oder der Idee, in der CSU jüngere, gesündere und vor allem gegen Linksgrün wider­stands­fä­higere Poli­tiker eine Chance zu geben, ver­mutlich nichts zu tun. 
See­hofer ist schließlich inzwi­schen ganz ins System Merkel abge­rutscht, wo Ideale oder die Für­sorge für nach­fol­gende Genera­tionen keinen Platz haben. Sehr wohl aber das Ziel  des ein­zelnen Poli­tikers, sich alter­na­tivlos zu fühlen.
Und von seiner Alter­na­tiv­lo­sigkeit scheint See­hofer umso mehr über­zeugt zu sein, desto mehr er ange­schlagen ist und sich mit dem Auf­kommen von Gegen­kan­di­daten zur schlech­testen Alter­native sowohl für seine Partei, wie für Bayern und Deutschland entwickelt.
Schließlich macht genau dies die große Herr­scherin ihren Beschwich­ti­gungs­hof­räten und Hof­schau­spielern seit geraumer Zeit genauso vor. Dazu passt die Ver­mutung, dass See­hofer mit seinem Rück­tritt vom Amt des baye­ri­schen Lan­des­vaters seine Kri­tiker zufrieden zu stellen glaubt, damit diese ihm dann wenigstens die Par­tei­führung wieder überlassen.
Das wäre nämlich für See­hofer – sieht man von allem, was dagegen spricht – eine per­fekte Vor­aus­setzung, um als Bun­des­mi­nister in das neue Kabinett der großen Koalition nach Berlin zu wechseln …
Gerade in diesem zu befürch­tenden geron­to­kra­ti­schen Merkel-Hof­staat hat er noch gefehlt – so neben der Kanz­lerin, ihren beiden Chef-Minis­tranten Alt­maier und Tauber, dem Wieder-Jus­tiz­mi­nister Heiko Maas und Martin Schulz als Vize­kanzler für eine Partei, die sich mit einer erneuten GroKo end­gültig zu Wahl­er­geb­nissen im ein­stel­ligen Bereich ent­schlossen hat.
Sollte das so kommen, wird es zwei große Gewin­ne­rinen geben: AfD und FDP.
Und neben der Union und der SPD kurz­fristig einen Ver­lierer: Deutschland. 
Län­ger­fristig könnte dies jedoch schon anders aus­sehen: Viel­leicht muss das System Merkel, ideo­lo­gisch abge­schirmt von Stasi 2.0 und den gleich­ge­schal­teten Medien, sich so weit ins Extrem treiben, dass es schließlich kol­la­biert – und nach diesem Zusam­men­bruch viel Platz für einen Wie­der­aufbau wird; einem Wie­der­aufbau eines Deutsch­lands, in dem wir gut und gerne leben.
David Berger / philosophia-perennis.com