Politik

World Economic Forum: Fracksausen in Davos

25. Januar 2018

Nennen wir doch das Kind beim Namen: Sie haben Schiss. Und er hat sie kalt erwischt: Trump kommt jetzt doch zum World Economic Forum (WEF) nach Davos. Der Schweizer „Tagesanzeiger“ fragt ungläubig: Donald Trump, der mit seinem Credo «America first» seit dem Wahlkampf für mehr Wirtschaftsnationalismus wirbt und multilaterale Abkommen verteufelt, freiwillig zu Gast an einem dezidiert globalen Spitzentreffen, an dem kooperative und internationale Lösungen für die Probleme der Welt gesucht werden?“

Ja, genau der. Und er hat sogar erst zugesagt, als ihm sein Finanzminister Steven Mnuchin klargemacht hatte, dass sich dort die Globalisten und Multinationalen ein Stelldichein geben und die Geschicke der Welt untereinander auskaspern. Wahrscheinlich haben sie gedacht, dass sie dort, in dem verschneiten, relativ kleinen Davos sicher sind vor dem John Wayne der Weltpolitik. Weit gefehlt. Viel Feind, viel Ehr – und damit war für Donald the Trump klar, genau da wird er mit einer großen Entourage breitbeinig reinstiefeln – oder, wie Mnuchin sagt: „da rübergehen und denen mal die ‚America first‘-Strategie erklären“.

Trump weiß schon recht gut, wohin er dort geht, und dass da nicht gerade seine Freunde versammelt sind. Diese Globalisten sind die Herren über jene Mainstreammedien, die den 45. Amerikanischen Präsidenten überall, täglich und andauernd mit Dreck bewerfen und als rücksichtslosen, rechten Trampler und debilen Idioten darstellen. Man muss schon ziemlich viel Schneid haben, dort aufzulaufen und den Bud Spencer in der Dschungelkneipe zu geben.

Auch dem Deutschlandfunk schwant, dass Trump nicht die Absicht hat, zu einem harmonischen Kaffeekränzchen vorbeizuschauen: „Dennoch zeigt Trumps Entscheidung, dass er nicht mit einer versöhnlichen Botschaft nach Davos reisen will. Seine Sprecherin Sarah Sanders kündigte an, der Präsident freue sich, in Davos seine „America-First-Agenda mit den Führern der Welt voranzutreiben. Trump glaubt nicht an multilaterale Organisationen und internationale Win-Win-Kooperationen [ … ] Trumps früherer Chefstratege Steve Bannon bezeichnete Davos stets als Hort der globalistischen Finanz- und Freihandels-Elite, denen Amerikas Arbeiter egal sind. Trump dagegen wäre gerne schon als New Yorker Immobilien-Löwe nach Davos eingeladen worden. Auch dies ein Grund mehr für Trump, die Finanz-Elite hoch oben in den Alpen etwas aufzumischen.“

Seit Bill Clinton im Jahr 2000 ist Trump der erste US-Präsident, der ins idyllische Davos kommt. Handelsminister Wilbur Ross und Finanzminister Steve Mnuchin reisen im amerikanischen Tross mit. Mit Trump soll ein Staraufgebot von sechs Ministern, Sicherheitsberater Herbert McMaster, Schwiegersohn Jared Kushner und weiterem Spitzenpersonal reisen. Inklusive Sicherheitsleuten könnte die Karawane des US-Präsidenten bis zu 2000 Personen umfassen.

Außerdem hat Trump angekündigt, die Abschlussrede zu halten. Das wird wahrscheinlich für säuerliches Lächeln gesorgt haben, denn man wird ihm das kaum abschlagen können. Wenn aber Trump die Schlussrede hält, wird die Journalistenmeute, nach einem saftigen Eklat hechelnd, komplett anwesend sein. Diese Rede Trumps wird ziemlich sicher die Wahrnehmung des ganzen Davoser Treffens dominieren. Dummerweise kann man danach nicht mehr viel dazu sagen und Trumps Wertung ist dann buchstäblich „das letzte Wort“. Man darf gespannt sein, Der Mann ist immer für eine Überraschung gut. Ob er den Vorschlaghammer oder die Geige auspackt, ist nicht vorhersagbar.

Aus der ersten Riege der Politiker sind außer Trump noch der französische Präsident Macron anwesend, der italienische Ministerpräsident Paolo Gentiloni, der Spanische König Felipe VI., sowie der indische Premierminister Narendra Modi (der im Auftrag der Weltelite in Indien das Bargeld-Abwürgungsprogramm durchgezogen hat, das entgegen der Ankündigung nicht die Reichen, sondern die Armen ärmer gemacht hat), Kanadas Premierminister Justin Trudeau, weiterhin die britische Premierministerin Theresa May und der lebensfrohe Oberglobalist Jean Claude Juncker. Von der Schweiz erscheint der Bundespräsident Alain Berset. Aus Russland kommt der Vize-Premierminister der Russischen Föderation, Arkady Dvorkovich, die Ukraine ist durch ihren Präsidenten Petro Poroschenko vertreten. Neben der offiziellen amerikanischen Regierungsgruppe kommen aus den USA mit Aussenminister Rex Tillerson und dessen Vorgänger John Kerry zwei hochrangige, amerikanische Globalisten, nicht gerade Freunde von Trump.

Aus Afrika wird der neue Präsident von Zimbabwe, Emmerson Mnangagwa teilnehmen. Saudi Arabien entsendet 14 Delegierte, darunter acht Minister. Stars aus dem Showbusiness werden ebenfalls erwartet, aber Namen gibt es hierzu noch nicht.

Und Angela Merkel? Zwei Jahre war sie nicht in Davos und sie reiste dieses Jahr bereits am gestrigen Mittwochabend wieder ab, bevor Präsident Trump eintrifft. Der ranghöchste, deutsche Gast ist dann Ministerin Ursula von der Leyen.


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