Maria Theresia von Österreich (* 13. Mai 1717 in Wien; † 29. November 1780 ebenda) war eine Fürstin aus dem Hause Habsburg. Die von 1740 bis zu ihrem Tod regierende Erzherzogin von Österreich und Königin u. a. von Ungarn (mit Kroatien) und Böhmen
Politik

Gender & Quote: Kommt jetzt die „mächtige alte weiße Frau“?

30. Mai 2018

Der Menschentypus, der seit Anbeginn der Geschichte die Geschicke prägte und alle Kulturleistungen anstieß, vorantrieb und/oder sie überhaupt grundsätzlich entwarf, ist heute zum Feindbild jenes Teils der Gesellschaft geworden, der sich selbst für modern und progressiv hält. Namentlich der weibliche Anteil dieses Segments versucht tagtäglich, den genannten Typus schlecht zu machen, ihn persönlich anzugreifen und letztlich zu vernichten.

Sie haben es erraten: Die Rede ist vom vielzitierten „mächtigen alten weißen Mann“. Das Attribut „alt“ ist hier übrigens immer nur relativ zu verstehen, denn in die gegenständliche Typologie passen fallweise auch junge Männer, wenn sie schon früh auf der Straße des Erfolgs unterwegs sind. Dabei ist es egal, ob sie das in der Politik, in der Kunst oder im Wirtschaftsleben tun. Im Folgenden wollen wir den „mächtigen alten weißen Mann“ der Einfachheit halber MAWM nennen.

Die Phalanx der Stars

Es würde ganze Bibliotheken füllen, die MAWMs und ihre fundamentalen Leistungen aufzuzählen, daher werden wir uns auf wenige Beispiele beschränken. Wer fällt einem spontan ein? Natürlich sind es zunächst und sofort die „All Time Stars“ aus Kunst, Philosophie, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft: Sokrates, Archimedes, Alexander (ein junger!), Cäsar, Karl der Große, Marco Polo, Michelangelo, Columbus, Napoleon, Goethe, Mozart (jung!), Beethoven, Kant, Hegel, Nietzsche, Watt, Freud, Einstein usw. Sie haben die westliche Welt geprägt und ohne sie wäre die gesamte heutige Kultur, von der wir alle profitieren und die uns wesenhaft ausmacht, wohl nicht entstanden.

Das Genie ist männlich

Allen diesen Herren gemeinsam ist ein gewisser Genius, der offensichtlich und historisch betrachtet nur beim männlichen Geschlecht vorkommt. Wir kennen aus der Geschichte kaum „alte mächtige weiße Frauen“, abgesehen von einzelnen Ausnahmen wie Cleopatra oder Maria Theresia (die beiden würden mir das in diesem Zusammenhang wenig charmante Wort „alt“ vermutlich verzeihen, weil es ja um etwas anderes geht als um das Alter.)

Die Personen und Lobbys, die heute die MAWMs unentwegt attackieren und sie zugunsten eines neuen Menschentypus weghaben wollen, sind durchwegs linksideologisch und feministisch orientiert. Ihr Repertoire an Argumenten, warum die MAWMs verschwinden sollen, klingt überall gleich. Es ist völlig egal, ob man dazu die reichlich vorhandenen journalistischen Pamphlete aus dem angloamerikanischen oder europäischen Raum liest oder ob man die Elaborate der Intelligenzija von der Universität Oxford, der Wiener Publizistik oder einer US-amerikanischen University studiert: Der rote Faden ist immer derselbe.

Stay on the message

Es geht stets und primär um die Forderung nach Gleichheit, die im selben Atemzug Diversity, also Vielfalt will und die sich damit schon hier prinzipiell widerspricht. Es geht um Politische Korrektheit, die jedem und jeder Minderbemittelten dieselben Rechte zugestehen will wie den Mehrleistern und in deren Rahmen eine wertende oder auch nur ironische Aussage über jemanden oder zu jemandem bereits eine Todsünde darstellt. Es geht um Gender Politics, die alle sozialen Geschlechtsunterschiede einebnen will, aber zur selben Zeit die Frauen möglichst erkennbar machen möchte – und das bitte ohne ihre sekundären Geschlechtsmerkmale betonen zu dürfen, denn das wäre wiederum sexistisch und würde natürlich der Gleichheit widersprechen und so das angebliche Machtgefälle zwischen Mann und Frau weiter stützen.

Ausfluss dieser meist mit Fanatismus publizierten Ideologie sind der Wunsch nach Frauenquoten, haarsträubende Lügen über das Gender Pay Gap, staatliche verordnete Schreibweisen, die überall Sexismus wittern, wenn das Binnen-I fehlt, freiwillige Kinderlosigkeit, um im Kampf mit dem MAWM keine Zeit zu verlieren und nicht abhängig von einem Kindsvater zu sein, der Tausch des traditionellen ehelich-mütterlichen Daseins mit dem beruflichen Karriere-Zwang usw usf.

…et respice finem

Jetzt denken wir diesen von den 68ern begonnenen Paradigmenwechsel zu Ende und überlegen uns, was am Ende herauskommt, wenn die vielen Furien und Erinnyen, die den globalen und totalen Krieg gegen den MAWM ausgerufen haben, obsiegen. Prognostisch kann man sich nur auf die historischen Daten berufen und aus der viele tausende Jahre währenden Empirie schöpfen. Frauen hatten zu allen Zeiten stets andere, mindestens genauso wichtige Aufgaben wie die MAWMs, aber sie waren niemals in der gesamten Menschheitsgeschichte in der Position dieser Männer – und wenn doch, dann nur in Ausnahmen.

Damit stellt sich die Frage: Wieso sollen jetzt plötzlich die Frauen durch Genderismus, Quotenregelungen, Gleichbehandlungskommissionen und andere derartige Instrumente zu „mächtigen alten weißen Männern“ werden? Wollen die Frauen das mehrheitlich überhaupt? Und warum sollte diese mit Verve betriebene Schaffung der „mächtigen alten weißen Frau“, die ja am Ende dieser Entwicklung steht, für Gesellschaft und Kultur ein Fortschritt sein?


Marcus Franz – thedailyfranz.at


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