Politik

Vatikan spricht polnischen Kardinal selig, der erst gegen Juden, dann gegen Deutsche zu Felde zog

1. Juni 2018

Man stelle sich vor, irgendein einfacher Ortsverband von CSU, AfD, FPÖ oder ÖVP oder vielleicht irgendeine kaum über Mitglieder verfügende sogenannte „rechte Studentenverbindung“ erwiese entgegen allen Warnungen und Protesten einem berüchtigten Antisemiten eine öffentliche Ehrung. Wut und Verbitterung „politisch korrekter“ Kreise samt Mainstream-Medien nähmen kein Ende, umgehend wäre der Ruf nach einem Verbot und von manchem die Einschätzung, dass hier Gewalt als Gegenmittel gegen solche Menschenverachtung vertretbar wäre, zu vernehmen. Eine betreffende Partei würde so mancher Bischofskonferenzvorsitzende als „für Katholiken unwählbar“ verdammen.

Vatikan ehrt umstrittenen polnischen Primas

Wie aber lautet das Sprichwort doch: „Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe.“ Genau dieses Sprichwort mag demjenigen in den Sinn kommen, der in der deutschsprachigen Wochenausgabe der offiziellen Zeitung des Vatikans, Osservatore Romano, vom 25. Mai 2018 auf Seite 4 unter der Überschrift „Promulgierung von Seligsprechungsdekreten“ las, dass der Vatikan „den heroischen Tugendgrad des Dieners Gottes August Josef Hlond“ anerkannt habe.

Heftige Kritik von Juden an Seligsprechung

Dieser verstorbene Kardinal und Primas von Polen ist allein schon gegenüber jüdischen Menschen kein unbeschriebenes Blatt. Tatsächlich hat es gerade von jüdischer Seite heftige Kritik gegen diese in Richtung Seligsprechung gehende amtskirchliche Würdigung Hlonds gegeben.

Das „American Jewish Committee“ (AJC) bezog deutlich, ja heftig Stellung. So wurde von dieser wichtigen jüdischen Einrichtung festgehalten, dass Hlond 1936 in einem Hirtenbrief Juden und Judentum verdammt und zum Judenboykott aufgestachelt habe. So habe Hlond allen Ernstes dazu aufgefordert:

„Fernhalten vom schädlichen moralischen Einfluss der Juden“

Es ist gut, wenn ihr eure eigene Art beim Einkaufen bevorzugt, um jüdische Geschäfte und jüdische Verkaufsstände auf dem Marktplatz zu meiden ( …) Man sollte sich fernhalten von dem schädlichen moralischen Einfluss der Juden, sich fernhalten von ihrer antichristlichen Kultur, und besonders die jüdische Presse boykottieren und jüdische Publikationen entmutigen.“ (deutsche Übersetzung)

„Jüdische Opfer sind selber schuld an Massaker“

Wie sehr solch antisemitische Tiraden bei Hlond kein „Ausrutscher“ waren, wurde neben anderen Vorfällen, so das „American Jewish Committe“, nach dem Massaker von Kielce am 4. Juli 1946 an dortigen Juden deutlich. Kardinal und Primas Hlond behauptete daraufhin, die jüdischen Opfer seien infolge ihres Verhaltens selber schuld!

Kritik selbst aus kirchenfreundlichen Medien

Selbiger Kardinal Hlond ist nun allen Ernstes auf dem Weg zu einer amtskirchlichen Seligsprechung! Sein übles Verhalten gegenüber Juden wie auch gegenüber Deutschen räumten selbst so gewiss nicht amtskirchenkritische Medien wie Domradio.de und Katholisches Magazin für Kirche und Kultur ein.

Vom Judenhass zum Deutschenhass

Schon in der Zwischenkriegszeit hatte Hlond sich demzufolge gezielt antideutsch verhalten. 1945 war er massiv tätig für die „Beseitigung der ostdeutschen Kirchenleitungen“ in den Gebiete östlich von Oder und Neiße. Umso weniger verwundert die betont kritische Haltung auch bekannter katholischer Theologen gegen Primas Hlond. In einem eigenen Beitrag räumt selbst Domradio.de ein:

„Deutsche Heimatvertriebene sprachen sich in der Vergangenheit gegen Hlonds Seligsprechung aus.“

Alles im Geist des II. Vatikanischen Konzils?

Man muss sich fragen, ob die Vorgänge in Rom bedeuten sollen, dass es einen „guten“ Antisemitismus und „gute“ Hetze gegen Vertriebene, eine „gute“ Mitwirkung bei Vertreibungsaktionen geben soll, wohl ganz so im Sinne des „Geistes des II. Vatikanischen Konzils“, auf den man sich in der gegenwärtigen Amtskirche doch so gerne bezieht.

 


Quelle: www.unzensuriert.at