Der schlaue CDU-Abgeordneter Armin Schuster: "Es gab im deutschen Bundestag, in den Medien, in der deutschen Bevölkerung eine große Übereinstimmung über die Strategie der Willkommens-Kultur. " (Bild: Screenshot Youtube)

Grenz­öffnung bis BAMF-Skanal — CDU-Abge­ord­neter behauptet: “Ganz Deutschland hat Will­kom­mens­kultur gewollt”

Man weiß nicht mehr, ob man sich im fal­schen Film befindet: Nicht Angela Merkel alleine hat die Grenz­öffnung und den BAMF-Skandal zu ver­ant­worten, sondern – wenn schon, denn schon – „alle“. Zu dieser abstrusen Inter­pre­tation ver­stieg sich am Diens­tag­nach­mittag der CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ordnete Armin Schuster im Rahmen seiner Äuße­rungen zur BAMF-Son­der­sitzung im Innen­aus­schuss des Bundestages.
Schuster wörtlich: „Es gab im deut­schen Bun­destag, in den Medien, in der deut­schen Bevöl­kerung eine große Über­ein­stimmung über die Stra­tegie der Will­kommens-Kultur. Es war nicht eine Person. Dieses Land hat sich damals gemeinsam ent­schlossen, so wollen wir agieren. Und das führte natürlich am Ende – das wussten auch alle – dass wir einen Eng­pass­faktor haben, nämlich das BAMF.“
Deshalb habe es das rasante Per­so­nal­wachstum dort gegeben. Solches Wachstum, so Schuster, sei nicht ohne Qua­li­täts­mängel zu haben. Das sei in jeder Firma und Behörde so: „Das konnte man ahnen, aber wir alle, nicht nur eine Person“, ver­stieg sich der Abge­ordnete ver­mutlich im Bestreben, die Kanz­lerin in Schutz zu nehmen.
Man konnte es ahnen: Die CDU will offenbar einen Unter­su­chungs­aus­schuss in der BAMF-Affäre um jeden Preis ver­hindern. Zumal einen erwei­terten Aus­schuss, der sich mit Fragen der Grenz­öffnung 2015 und früher beschäftigt. Auch die Grünen führen weiter ihren poli­ti­schen Eiertanz auf, der einen Unter­su­chungs­aus­schuss ablehnt, aber eben noch nicht ganz. Das ist ersten Stel­lung­nahmen von Spre­chern beider Par­teien am Diens­tag­nach­mittag zu entnehmen.
In einer Sit­zungs­pause der Son­der­sitzung des Innen­aus­schusses äußerten sich neben Schuster (CDU) auch Kon­stantin von Notz (Grüne) recht zufrieden mit dem bis­he­rigen Auf­klä­rungs­er­gebnis durch Bun­des­in­nen­mi­nister Horst See­hofer und der BAMF-Prä­si­dentin Jutta Cordt. Von Notz sprach von einem „ersten guten Schritt heute“. Das Bun­des­in­nen­mi­nis­terium habe die Fragen der umfang­reich beant­wortet. Der Grüne wie­der­holte die beinahe dümm­liche Argu­men­tation, man müsse jetzt schnell vor der Bay­ernwahl Auf­klärung betreiben. Ein Unter­su­chungs­aus­schuss werde dagegen wahr­scheinlich erst 2021 Ergeb­nisse liefern können. Die Frage, warum das Par­lament nicht beides gleich­zeitig machen kann, wurde dem Abge­ord­neten nicht abverlangt.
Natürlich ließ sich von Notz das Hin­ter­türchen offen, dass man sich doch noch für einen Unter­su­chungs­aus­schuss ent­schließen können, falls „es hake“.
Eine klare Absage erteilte der CDU-Abge­ordnete Armin Schuster an einen Unter­su­chungs­aus­schuss. Es gehe im Moment nur um die Auf­klärung der Vor­gänge in der Bremer BAMF-Außen­stelle und damit beschäf­tigten sich derzeit mehrere unter­su­chende Insti­tu­tionen. Wer einen Unter­su­chungs­aus­schuss befür­worte, habe andere poli­tische Moti­va­tionen als die Qua­li­täts­ver­bes­serung des BAMF. Zur Auf­klärung im BAMF werde ein Unter­su­chungs­aus­schuss nicht bei­tragen, sagte Schuster. Es lägen nach den bis­he­rigen Erkennt­nissen der Son­der­sitzung auch keine Ver­stöße in anderen Außen­stellen außer Bremen vor.
Die Anhörung im Rahmen der Son­der­sitzung wird vor­aus­sichtlich noch bis in den Abend andauern. Inzwi­schen über­schlagen sich die Mel­dungen über kri­mi­nelle Machen­schaften bei der Asyl­ge­währung. Spiegel TV berichtet laut dem Nach­rich­ten­sender n‑tv, dass es Asyl­an­er­kennt­nisse gegen Bargeld gegeben habe. Der Sender ließ zwei betroffene Migranten zu Wort kommen, die sich für jeweils 1000 Euro die Aner­kennung besorgen konnten, ohne dass sie vor­stellig werden mussten. Im Spiel war nach Spiegel TV-Angaben ein Hil­des­heimer Anwalt mit besten Bezie­hungen zur sus­pen­dierten Außen­stel­len­lei­terin Ulrike B.
Die Anwältin Michaela Apel, ein SPD-Mit­glied, berichtete in n‑tv darüber, dass ein Arzt einem Migranten mit schlechten Deutsch­kennt­nissen ein ärzt­liches Gut­achten über dessen angeb­liche post­trau­ma­tische Belas­tungs­störung und schwere Depression schrieb. Das Ganze sei in fünf Minuten pas­siert und habe 300 Euro gekostet, die ver­mutlich an einen ver­mit­telnden Anwalt gegangen sind.
 


Quelle: PI-News.net