(U.S. Army photo by Sgt. Kyran V. Adams) - https://georgewbush-whitehouse.archives.gov/infocus/iraq/photoessay/essay4/03.html

Ira­ki­sches Par­lament debat­tiert über den Rauswurf der US-Truppen aus dem Irak

Trump hat ange­kündigt, im Irak US-Sol­daten zu belassen, die die Situation in der Region über­wachen sollen. Es ging dabei sowohl um den Iran, als auch um Syrien, nur hat er ver­gessen, den Irak um Erlaubnis zu fragen, was ihm dort übel genommen wird.
(Von Thomas Röper)
Der Irak ist ein besetztes Land, seitdem die USA ihn 2003 ange­griffen haben. Aller­dings ist der Irak, das muss man sich bewusst machen, nicht so massiv besetzt wie zum Bei­spiel Deutschland. Während in Deutschland 40.000 US-Sol­daten sta­tio­niert sind und die Deut­schen sich an diesen Zustand in Jahr­zehnten gewöhnt haben, ist die Situation im Irak eine andere. Erstens sind dort nur ca. 6.000 US-Sol­daten sta­tio­niert und zweitens erinnern sich die Men­schen da noch an Zeiten, in denen sie ohne US-Besatzung lebten. Das scheint der Grund zu sein, dass im Irak nun Abge­ordnete gegen die USA aufbegehren.
Trump hat vor einigen Tagen im Zusam­menhang mit dem Abzug der US-Sol­daten aus Syrien in einem Interview gesagt, er wolle Sol­daten im Irak belassen, die den Iran und Syrien im Auge behalten. Und dagegen regt sich nun im ira­ki­schen Par­lament Wider­stand, denn im Irak wurde niemand über Trumps Pläne infor­miert oder gar gefragt. Den Irakern gefällt die Idee nicht, dass die USA einfach ent­scheiden, was sie im Irak tun.
TASS meldet unter Berufung auf den ara­bi­schen Fern­seh­sender Al-Mayadeen, dass ira­kische Par­la­men­tarier des schii­ti­schen Blockes Sairun nun in einer Son­der­sitzung des Par­la­ments einen Ent­schluss her­bei­führen wollen, der alle aus­län­di­schen Sol­daten des Landes ver­weist. Ob das eine Chance auf eine Mehrheit hat, geht aus der Meldung nicht hervor. Jedoch wird auch von Wider­stand gegen die Idee berichtet, so meinte der Sprecher des Par­la­ments, dass der Irak für den Kampf gegen den Terror wei­terhin die Hilfe aus­län­di­scher Sol­daten braucht, während sein Vize mit­teilte, auf der nächsten Sitzung des Par­la­ments über das Ende der Zusam­men­arbeit mit den USA beraten zu lassen.
Aber selbst, wenn das Par­lament für den Abzug der US-Sol­daten stimmt, bedeutet das noch nicht, dass diese auch tat­sächlich abziehen. Der deutsche Bun­destag hat schon 2010 für den Abzug der US-Atom­waffen aus Deutschland gestimmt, pas­siert ist jedoch nichts. Den USA sind die demo­kra­ti­schen Ent­schei­dungen ihrer Vasallen herzlich egal und die Regie­rungen dieser Vasallen ziehen es vor, Ent­schei­dungen ihrer Par­la­mente zu igno­rieren, anstatt einen Streit mit den USA zu ris­kieren. Wahr­scheinlich wird es im Irak ähnlich sein.
 


Thomas Röper — www.anti-spiegel.ru