Titelbild: YouTube-Screenshots von George Soros und Ulf Poschardt, dem Chefredakteur der Welt
Whistleblower Politik

Welche Verbindung besteht wirklich zwischen George Soros, dem Axel Springer Verlag und der „Welt“?

26. Februar 2019

Die „Welt“ galt lange als eine große, überregionale bürgerlich-konservative Tageszeitung. Schaut man die letzten Jahre aber etwas genauer hin, kann man bisweilen einige seltsame Dinge feststellen. Patrizia von Berlin aus der Philosophia perennis-Redaktion hat just das getan: genau hingeschaut, wollte es damit aber nicht auf sich bewenden lassen. Sie forschte ein wenig nach, weil sie wissen wollte, was hinter dem Beobachteten stecken könnte und fand dabei höchst interessante Dinge heraus, die das ein oder andere vielleicht etwas besser verständlich machen und zugleich erahnen lassen, was im Hintergrund der ganzen Entwicklung der letzten Jahre abläuft.

Ein paar Informationen zur Welt

Die Welt ist die viertgrößte deutsche überregionale Tageszeitung (nach der Bild, der Süddeutschen Zeitung SZ und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung FAZ). Gegründet wurde sie 1946 von den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs in der britischen Besatzungszone in Hamburg. 1953 übernahm sie der Verleger Axel Springer. Zum Axel Springer-Verlag (seit 2013: Axel Springer SE, Europäische Aktiengesellschaft) gehören insbesondere die Bild, die Welt, die polnische Tageszeitung Fakt sowie die Berliner Boulevardzeitung B.Z., früher auch noch etliche TV-Zeitschriften, die Berliner Morgenpost und das Hamburger Abendblatt, die inzwischen alle abgestoßen wurden.

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Die verkaufte Auflage der Welt ist von 2012 bis 2018 von über 250.000 auf ca. 155.000 zurückgegangen – ein Minus von über 38 Prozent in sechs Jahren, was einen überdurchschnittlichen Leserschwund darstellt. Zum Vergleich: der Auflagenrückgang aller Tageszeitungen betrug in diesem Zeitraum ca. 23 Prozent. Mit einer Auflage von ca. 155.000 ist sie deutlich kleiner als die Bild (knapp 1,5 Millionen), aber auch kleiner als die SZ (ca. 345.000) und die FAZ (ca. 235.000). In ihren Glanzzeiten hatte die Welt eine Auflage von über einer Million.

Seit etwa 2012 hat man die gedruckte Zeitung wohl mehr oder weniger abgeschrieben und konzentriert sich primär auf die Online-Redaktion und die Welt am Sonntag. Im Dezember 2012 führte Die Welt als erste überregionale Tageszeitung in Deutschland für ihren Internetauftritt ein Bezahlsystem, eine Paywall ein, das heißt, etliche Artikel sind nur noch für Abonnenten. Ende 2013 kaufte die Axel Springer SE den Fernsehsender N24 und gab im Februar 2014 bekannt, dass die Redaktion von N24 mit jener der Welt zusammengelegt wurde. Der TV-Sender heißt inzwischen ebenfalls nur noch Welt. 2014 wurde ferner bekannt, dass rund 42 Prozent der gemeldeten verkauften Auflage der Tageszeitung nicht an Abonnenten oder in den Straßenverkauf gehen, sondern als Bordexemplar oder per Sonderverkauf zu stark reduziertem Preis abgesetzt werden.

Herausgeber der Welt ist seit 2014 Stefan Aust, Chefredakteur seit September 2016 Ulf Poschardt (siehe Titelbild rechts). Die Welt wird traditionell dem bürgerlich-konservativen Spektrum zugerechnet und gilt als wirtschaftspolitisch marktliberal. Würde man eine gewisse Nähe zur CDU und vielleicht noch mehr zur FDP annehmen, wäre das zumindest nicht absurd.

Wie die Welt über George Soros schreibt

Nun ist Patrizia von Berlin aus der Philosophia perennis-Redaktion vor ein paar Tagen etwas aufgefallen, das vielleicht nicht zum ersten Mal, nun aber besonders deutlich. Die Welt veröffentlichte nämlich am 12. Februar einen Artikel, in welchem sie im Grunde recht genau das wiedergibt, was George Soros zuvor als Gastbeitrag auf der Plattform Project Syndicate veröffentlicht hatte. Dabei konnte Patrizia sich kaum des Eindrucks erwehren, dass der Welt-Artikel jede kritische Distanz zu dem sehr umstrittenen, zigfachen Milliardär vermissen ließ, welcher in seinem Gastbeitrag vor allem von den Grünen schwärmte.

Nun macht eine Schwalbe bekanntlich noch keinen Sommer. Auch hier auf JFB werden hin und wieder einfach Dinge unkommentiert dokumentiert oder wiedergegeben. Dagegen ist nicht grundsätzlich etwas einzuwenden. Etwas einzuwenden wäre nur dann, wenn bestimmte Dinge immer unkritisch referiert werden, während andere genau im Gegenteil nie einfach nur neutral oder bejahend wiedergegeben werden, sondern immer auf negative Weise. Also schaute sich Patrizia von Berlin, um ihren Eindruck zu überprüfen, mal genauer an, wie die Welt die letzten Jahre über George Soros schrieb, und verglich dies damit, wie die Zeitung über Steve Bannon berichtete. Dabei kommt sie zu dem Ergebnis:

„Richtig kritische Artikel habe ich in der ‚Welt‘ noch 2013/2014 entdeckt. Die anmaßende Mission des Multimilliardärs Soros lautet etwa einer der Titel und beginnt mit ‚US-Multimilliardär George Soros maßregelt mit Vorliebe die Deutschen‘. Der Artikel selbst eine klare Absage an Soros‘ Forderung einer Schuldenunion.“

In den letzten fünf Jahren scheinen sich dagegen in diesem Blatt kaum noch kritische Artikel zu Soros finden zu lassen. Wer will, kann hier selbst mal auf Suche gehen.

Bezüglich Soros schreibt der Leitende Wirtschaftsredakteur der Welt am 25. Januar über dessen „berühmte Rede“, Soros habe sich Chinas „Präsidenten Xi vorgeknöpft“. Oder in einem Kommentar des Chefreporters Ansgar Graw vom 15. Mai 2018 bescheinigt dieser Soros gar ein „Philantrop“ , also ein „Menschenfreund“, zu sein. Spätestens hier fragt man sich als unbefangener Leser wohl, ob da nicht jegliche Distanz zum Gegenstand verloren gegangen ist. Doch es geht noch weiter. Als die Freie Welt Kritik an Soros übte, dieser „Oligarch“ mische überall mit und sei ein „international tätiger Strippenzieher“, da schlug Martin Niewendick von der Welt sogar gleich mit der Antisemitismus-Keule zu.

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…und wie sie über Steve Bannon berichtet

Als nächstes schaute sich Patrizia an, wie die Welt im direkten Vergleich über Steve Bannon berichtet. Gibt es hier so etwas wie eine völlig einseitige Darstellung und Parteinahme? Urteilen Sie selbst. Betrachten wir nun also die Berichterstattung über den „rechten“ (also bösen) Steve Bannon.

Über diesen schreibt die Welt, er plane eine „rechtspopulistische Revolte“ in Europa. Eine „Revolte“! Noch dazu eine „rechtspopulistische“! Kann man jemanden noch mehr abqualifizieren und ihn als Schreckgespenst an die Wand malen? Und genau so geht es im Text auch gleich weiter. Dort wird Bannon als „umstrittener Ex-Berater von Donald Trump“ tituliert. Sie können diese Sprachcodes inzwischen sicherlich sofort dechiffrieren. Donald Trump ist für die Mehrheit der Deutschen schon alleine ein negativer Ankerbegriff, dann aber auch noch „umstrittener“, also gleich doppelt negativ. Und genau so geht es immer weiter. Sofort kommt nochmal die „rechtspopulistische Revolte“ und der „umstrittene Ex-Berater von Präsident Donald Trump“ kommt gleich auch nochmal, dass es sich gleich festsetzen kann. Sie denken, so primitiv kann doch eine ehemals sehr angesehene Tageszeitung unmöglich schreiben? Sie irren. Lesen Sie hier selbst nach.

Und das geht immer so weiter. Bannon sei eine „Galionsfigur der radikalen Rechten in den USA“. Dann kommt gleich wieder, jetzt zum dritten Mal, die „rechtspopulistische Revolte“. Der Ausdruck hat es dem Welt-Autor wohl besonders angetan. Anschließend ist gleich von einer „rechtspopulistischen Supergruppe“ die Rede, welche den „parlamentarischen Prozess ernsthaft stören“ könne. Bannon könne „riesigen Einfluss innerhalb der populistischen Bewegung“ bekommen. Von „‚zwielichtigen Gruppen‘ von Rechtspopulisten“ ist die Rede. Und dann gipfelt der Artikel in: „Bannon will dem Bericht zufolge ein Gegengewicht zum US-Investor George Soros werden, dieser unterstützt liberale Gruppen.“

Sie merken, hier der gute George Soros, der „liberale Gruppen unterstützt“, der „Philanthrop“, dort der böse Bannon, der „radikale Rechte“, der eine „rechtspopulistische Revolte“ plane. Auf diesem Niveau bewegt sich tatsächlich der gesamte Artikel. Von vorne bis hinten eine primitive Schwarz-Weiß-Malerei.

Was bedeutet es für die Demokratie, wenn fast alle völlig einseitig berichten und zwar schier durchweg auf der gleichen Seite?

Nun könnte man sagen, „gut, wenn das eben ein total einseitiges oder gar extremes Blatt ist, ist das doch nicht so schlimm, sofern jeder weiß, woran er mit dieser Zeitung ist“. Dem würde ich zustimmen. Wenn erstens ein Medium sich klipp und klar auf einer Seite, auch weit außen positioniert und mit offenen Karten spielt, und wenn zweitens sichergestellt ist, dass es andere Medien gibt, die sich auf der Gegenseite positionieren, dann kann jeder Rezipient sich umfassend informieren, wenn er mal hier, mal dort liest.

Und wenn jemand nur völlig einseitig informiert, nein nicht informiert, eher bedient werden möchte, weil ihn alles andere geistig-seelisch überfordert und ihm zumindest bewusst ist, dass es auch andere Blätter gibt, gegen die er sich bewusst entscheidet, dann wäre das alles okay. Was aber, wenn 80 oder 90 oder womöglich sogar 95 oder noch mehr Prozent aller Massenmedien völlig einseitig bis hin zu extrem informieren oder eben gerade nicht informieren und zwar alle in die gleiche Richtung mit nur marginalen Unterschieden in inhaltlichen Detailfragen, aber alle einig im Grundsätzlichen? Wie soll dann noch eine freier Meinungsbildungsprozess gewährleistet sein, welcher ja Voraussetzung einer freiheitlichen Demokratie ist?

Doch Patrizia von Berlin, offensichtlich fest entschlossen, den Dingen auf den Grund zu gehen, fragt nun weiter:

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Warum hofiert die Welt Soros?

Sie schreibt:

„Warum passiert das und warum unterbindet bzw. sabotiert man damit das, was eigentlich in einer funktionierenden Demokratie stattfinden sollte, nämlich eine Debatte, ein Wettstreit der Ideen, der Ideologien, der Werte mit dem der Zielpunkt der Entscheidung des Souveräns, des Bürgers an der Wahlurne? Die gängige Erklärung in unserem Land sind die vorwiegend links-grünen Parteisympathien der Journalisten. Mich hat interessiert, ob es vielleicht zusätzlich eine Verbindung auf einer deutlich höheren Ebene gibt.“

Und an der Stelle bohrte sie weiter, ob da nicht noch mehr als das dahinter stecken könne. Dabei ist sie womöglich auf etwas sehr Interessantes gestoßen:

„Im Aufsichtsrat der Axel Springer SE (Societas Europaea – Europäische Gesellschaft) sitzt seit 2014 Martin Varsavsky, ein extrem erfolgreicher argentinisch-spanischer Unternehmer und Seriengründer. Formal und legal ist der Aufsichtsrat das Kontrollorgan einer Gesellschaft, das Werkzeug der Eigentümer, um das Management, den Vorstand zu kontrollieren. In der Praxis jedoch wird der Aufsichtsrat auch genutzt, um Verbindungen zu schaffen. (…)

Die Zusammenarbeit wurde 2017 deutlich tiefer. Man gründete ein Gemeinschaftsunternehmen, die Varsavsky Axel Springer GmbH & Co. KG. Laut Angaben der Axel Springer SE ‚einen Investmentfonds für Medien-Start-Ups‘.

Liest man im Branchenmagazin meedia, dann bekommt das eine wesentlich konkretere Richtung: den US Markt. Als Beleg nennt meedia auch die Tatsache, dass der Verantwortliche für diesen Deal auf Seiten von Springer das US Geschäft steuern würde. Und was, werden Sie fragen, hat das mit unserer Ausgangsfrage zu tun? Raten Sie mal, wer Key Investor beim ersten Projekt von Martin Varsavsky 1995 war? Richtig, Soros. (…)

Geht man diesen Gedankengang weiter, dann sieht man sich an, welche Position Soros im US-Medienmarkt hat. Und dann wird es richtig spannend. Da gehört z.B. eine größere Beteiligung an einem der größten Kabelnetzbetreiber der USA, der Liberty Broadband, dazu. Zugang zu Millionen von Kabelkunden. Spannend für Anbieter von Inhalten wie Springer es ist, finden Sie nicht? Oder eine Beteiligung an der, nach eigenen Angaben, führenden, Musik- und Podcast Plattform Pandora mit 70 Millionen Nutzern pro Monat. Oder an der Tribune Media Corporation, einem großen Player auf dem US Medienmarkt mit knapp 50 Fernsehsendern und und und.“

Man kennt sich, man mag sich und man braucht sich, es bestehen Abhängigkeiten

Sodann hat sich Patrizia den Blog von Martin Varsavsky, der wie gesagt im Aufsichtsrat von Axel Springer SE sitzt, zu der die Welt wiederum gehört, etwas näher angesehen und kommt zu dem Ergebnis:

„Und wenn man ein bisschen im Blog des sehr sympathisch herüberkommenden Martin Varsavsky liest, dann erkennt man noch viel mehr Details, die nahelegen, dass er inhaltlich nicht weit von Soros entfernt ist.

  • Er fordert die Vergemeinschaftung der Schulden in der EU, die Vergemeinschaftung des Haftungsrisikos für Banken mit dem Ziel der ‚United States of Europe‘.
  • Als Feind (‚enemy‘) nennt er die Nationalstaaten (local powers). Beim Thema Islam verdammt er zwar ISIS und den Terror, aber ansonsten ist er apologetisch dem Islam gegenüber.
  • Es findet keine Auseinandersetzung mit der demokratiefeindlichen und menschenrechtsfeindlichen Ideologie statt.
  • Und so oberflächlich bleibt er auch beim Thema Flüchtlinge, mit dem er – auch bedingt durch seine deutsche Frau – vertraut ist. Selbst in die USA geflohen aus Argentinien, spürt man Solidarität aus seinen Zeilen mit jedem, der fliehen muss.
  • Motivationen hinterfragt er nicht. Seine Analyse jedoch, die Deutschen würden so herzlich (kindness) handeln, um des Holocausts Willen und sie würden durch ‚Emotionen statt durch Vernunft getrieben‘, ist sehr richtig. (…)“
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Und Patrizia kommt zu dem Resümee:

„Womit der Kreis sich schließt und wir wieder die Ausgangsfrage stellen sollten, aber etwas umformuliert: Warum ist diese Ideologie der Förderung der illegalen Migration in Kombination mit einer völligen Außerachtlassung der Gefahr durch den Islam so stark? Die Antwort: Weil es Menschen gibt, die sie vertreten und fördern. Und es bleibt die Binsenweisheit, dass Menschen mit Macht, sei es Geld, sei es Status, sei es öffentliches Interesse, das natürlich in ungleich größerem Maß tun können, als die Opfer dieser Entwicklung oder diejenigen, die Grund haben anzunehmen, dass sie zum Opfer werden, wenn diese Entwicklung weitergeht.“

Fassen wir zusammen:

  1. Die Welt gehört dem Axel Springer-Konzern.
  2. Im Aufsichtsrat der Axel Springer SE sitzt Martin Varsavsky.
  3. 2017 wurde die Varsavsky Axel Springer GmbH & Co. KG gegründet, man arbeitet also eng zusammen.
  4. Varsavsky tickt sehr ähnlich wie Soros. Die beiden kennen sich auch und haben schon sehr intensiv zusammengearbeitet.
  5. Mit dem gemeinsamen Unternehmen mit Varsavsky zielt der Axel Springer-Konzern auf den US-Markt.
  6. Ein wichtiger Player im US-Markt, zu dem der Springer-Verlag Zugang begehrt, ist wiederum George Soros.

*

Hier können Sie den wichtigen Artikel von Patrizia von Berlin, der schon für einigen Wirbel gesorgt hat, auch bei der Welt, nachlesen.


Jürgen Fritz – www.juergenfritz.com


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