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Großer Unter­schied zu den deut­schen Medien: Wie das rus­sische Fern­sehen über die Lage in Syrien berichtet

Am Sonntag hat das rus­sische Fern­sehen in der Sendung „Nach­richten der Woche“ wieder aus­führlich über Syrien berichtet. Wenig über­ra­schend sieht man in Russland die Ent­wick­lungen in Syrien völlig anders, als in den deut­schen Medien. 
Während in den deut­schen Medien eine anti-rus­sische Hys­terie in Sachen Syrien läuft und die deutsche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­terin von einer Nato-Mission mit UN-Mandat faselt, haben die Russen, Türken und Syrer einen großen Schritt hin zum Frieden in Syrien getan. Der Unter­schied der Bericht­erstattung wird besonders deutlich, wenn man diesen Bericht des rus­si­schen Fern­sehens mit dem ver­gleicht, was die Moskau-Kor­re­spon­dentin des Spiegel schreibt.
Putins Stra­tegie ist auf­ge­gangen, er hat fast alle Ziele erreicht, die er 2015 for­mu­liert hat, als Russland in Syrien ein­ge­griffen hat. Ent­spre­chend positiv fallen in Russland die Berichte über die Ent­wick­lungen in Syrien aus. Ich habe den Beitrag des rus­si­schen Fern­sehens übersetzt.
Beginn der Übersetzung:
Die Lage in Syrien hat sich dra­ma­tisch zum Bes­seren ver­ändert. Die Ver­schie­bungen sind tek­to­nisch. „Nach­richten der Woche“ hat bereits aus­führlich darüber berichtet, wie die Türkei von Norden her in Syrien ein­mar­schiert ist. Am 27. Oktober hatten die Kämpfe auf­gehört. Die tür­kische Armee bewegt sich nicht mehr weiter. Und sehr schnell wird der Aufbau eines fried­lichen Lebens in den Grenz­ge­bieten Syriens etabliert.
Am 22. Oktober flog Erdogan nach Sotschi zu Putin. Die schwie­rigen Ver­hand­lungen dau­erten sechs Stunden. Zwei­einhalb Stunden davon sprachen die Führer Russ­lands und der Türkei unter vier Augen, nur die Dol­met­scher waren dabei. Erst danach kamen die Ver­tei­di­gungs­mi­nister und ihre Spe­zia­listen hinzu und gemeinsam ver­fassten sie das Abschluss­do­kument, das die Staats- und Regie­rungs­chefs Russ­lands und der Türkei mit for­mu­liert haben. Am Abend erschienen die beiden Staats­chefs vor der Presse und gaben grund­sätz­liche Erklä­rungen ab, die zeigten, dass sie in der Haupt­sache Einigkeit erzielt hatten.
„Syrien muss von ille­galer aus­län­di­scher Mili­tär­präsenz befreit werden. Unserer Ansicht nach kann eine dau­er­hafte und lang­fristige Sta­bi­li­sierung in Syrien als Ganzes nur erreicht werden, wenn die Sou­ve­rä­nität und ter­ri­to­riale Inte­grität dieses Landes respek­tiert werden. Das ist unsere prin­zi­pielle Position und wir haben mit dem Prä­si­denten der Türkei aus­führlich darüber gesprochen“ sagte Wla­dimir Putin.
Das heißt, die Inte­grität Syriens ist das Prin­zi­pielle. Der tür­kische Prä­sident Erdogan stimmte zu. „Wir dringen nicht in fremde Gebiete ein, wir planen alle unsere Schritte in diese Richtung sehr sorg­fältig“ sagte er.
Putin sei­ner­seits berück­sichtigt auch die Inter­essen der Türkei: „Wir haben wie­derholt fest­ge­stellt, dass wir dem Wunsch der Türkei, Schritte zu unter­nehmen, um ihre nationale Sicherheit zuver­lässig zu gewähr­leisten, wohl­wollend gegenüberstehen.“
Um ihre nationale Sicherheit zu gewähr­leisten, musste die Türkei für eine Zeit lang nach Syrien mar­schieren, um für die Zukunft Ruhe an ihren Grenzen zu garan­tieren. Diese Sicherheit und Ruhe wurden bisher von mili­tanten Kurden gestört, die bis vor kurzem mit Unter­stützung der Ver­ei­nigten Staaten gehofft hatten, einen Quasi-Staat in Nord­syrien zu schaffen, der eine ständige Quelle der Besorgnis gewesen wäre, da auf der anderen Seite der Grenze in der Türkei eben­falls Kurden leben.
Die Türkei sah keinen anderen Weg, als die Kurden, die Erdogan als Ter­ro­risten bezeichnet, 30 Kilo­meter von seinen Grenzen ins Lan­des­innere nach Syrien zu drängen und außerdem will er eine Million syri­scher Flücht­linge aus der Türkei in das Gebiet bringen. Das war sein Plan.
Am 9. Oktober mar­schierte die Türkei auf einer 120 Kilo­meter langen Front in Syrien zwi­schen den Städten Tell al-Abyad und Ras al-Ain ein. Die Ope­ration wurde „Frie­dens­quelle“ genannt. Ziel ist es, einen 30 Kilo­meter breiten Sicher­heits­streifen zu schaffen. Erdogan igno­rierte dabei Trumps Ulti­matum. Russland hat sich nicht ein­ge­mischt. Wäh­rend­dessen haben die Ame­ri­kaner die Kurden offen ver­raten. Denn nachdem sie sie zuerst bewaffnet, ein­ge­kleidet und gestrei­chelt und ihnen ver­sprochen haben, ein unab­hän­giges Kur­distan zu unter­stützen, haben sie die Kurden nun im Stich gelassen. Das Einzige, was Trump für die Kurden tun konnte, war, seinen Stell­ver­treter Pence zu Erdogan zu schicken. Der tür­kische Prä­sident lehnte ein Treffen zunächst ab, aber am 24. Oktober kam es doch noch dazu und sie einigten sich darauf, dass Erdogan die Offensive für 120 Stunden aus­setzen würde, damit die Kurden die 30-Kilo­meter-Zone ver­lassen konnten.
Erdogan stimmte zu, da dies seinem Plan nicht wider­sprach. Und so geschah es. Es war auch von Vorteil für Russland, weil Frieden besser ist, als Krieg und die Pause gab Zeit für Ver­hand­lungen mit Erdogan.
In dieser Situation flog Erdogan nach Sotschi. Er wusste nicht, was er als nächstes tun sollte. Ihm mar­schierte eine gut bewaffnete und erfahrene syrische Armee ent­gegen. Diese Armee ist nicht mehr das, was sie früher war. In den letzten vier Jahren hat Damaskus mit Hilfe Russ­lands eine moderne und kampf­starke Armee aus­ge­bildet und aus­ge­rüstet, die im Kampf viel Erfahrung gesammelt hat. Heute ist es eine beein­dru­ckende Truppe von 50.000 Mann, mit der alle rechnen müssen. Und nun sah sich Erdogan der syri­schen Armee von Ange­sicht zu Ange­sicht gegenüber. Ohne Russland war nicht klar, wie man aus der Situation raus­kommen sollte. Am Ende haben sie sich geeinigt, ohne die Amerikaner.
Die haben das für sie unheim­liche Gebiet ver­lassen. Die Kurden bewarfen sie beim Anzug mit allem, was ihnen in die Hände fiel und ver­fluchten sie auf das Schreck­lichste. Die diplo­ma­tische Situation war schwin­del­erregend. Die Haupt­sache ist, dass alles ohne Blut­ver­gießen gelöst wurde. Die Situation die Mit­spieler ist nun folgende.
Trump hatte schon schlechte Karten. Für ihn gab es kaum gute Spielzüge. Seine Aufgabe bestand darin, seine Truppen aus dem Kreuz­feuer zu ziehen. Und hier hatte er ein, wenn auch schwaches Argument: die Aus­setzung des tür­ki­schen Vor­mar­sches in Syrien geschah auf ame­ri­ka­nische Initiative. Aber tat­sächlich hat Trump dabei nur an sich selbst gedacht, weil seine Armee die Zeit brauchte, um zu fliehen. Die Aus­sicht für die Ame­ri­kaner, zwi­schen zwei wütend auf­ein­ander zumar­schie­renden Armeen zu stehen, war nicht eben ver­lo­ckend. Deshalb flohen die US-Truppen in aller Eile und Trump war gezwungen, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Dabei hat er schnell „ver­gessen“, dass Erdogan sein Ulti­matum in den Müll­eimer geworfen hatte, er nannte den tür­ki­schen Staatschef schon wieder einen „Freund“ und hat auch gleich die gegen die Türkei ver­hängten Sank­tionen beendet.
Erdogan konnte sein Gesicht wahren und hat seine Ziele erreicht, indem er sich vor­über­gehend in einer 30-Kilo­meter-Zone in Nord­syrien aufhält.
Syrien selbst bekommt unter­dessen die Kurden, die plötzlich loyal geworden sind, weil Assad für sie wesentlich besser ist, als Erdogan. Und um ihrer eigenen Rettung willen beginnen die Kurden bereits, ihre Aktionen mit Damaskus zu koor­di­nieren, was für alle Betei­ligten und auch für die Inte­grität Syriens sehr gut ist. Schließlich sind auch die Kurden ein Spieler auf dem Spielfeld. Und für sie war der Rückzug aus dem Norden besser, als die eigene Ver­nichtung. Und nur diese beiden Wahl­mög­lich­keiten hatten sie. Die Kurden ver­stehen das. Zumindest der Kom­mandeur der kur­di­schen Streit­kräfte, General Mazlum Abdi, der dem rus­si­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nister Sergej Schoigu während der Video-Kon­ferenz seinen Dank aus­sprach: „Ich möchte der Rus­si­schen Föde­ration und Prä­sident Wla­dimir Putin für die Auf­recht­erhaltung der Sicherheit des kur­di­schen Volkes und für die unter­nom­menen Schritte, um die Kämpfe zu beenden, danken. Derzeit rücken Ein­heiten der rus­si­schen Mili­tär­po­lizei und reguläre syrische Truppen in viele Gebiete ein. Wir bieten ihnen jede Art von Hilfe und Unterstützung.“
Russland hat einen großen Sieg errungen, wenn man an die Ziele denkt, die Russland vor vier Jahren für den Syrien-Einsatz aus­ge­geben hat. Russland wollte die Ter­ro­risten daran hindern, nach Russland zurück­zu­kehren und Syrien als fried­lichen, säku­laren, multi-eth­ni­schen und multi-reli­giösen Staat wiederherstellen.
All das ist in den Punkten des ange­nom­menen rus­sisch-tür­ki­schen Memo­randums ver­ankert. Hier sind seine wich­tigsten Punkte, die Sergej Lawrow in Anwe­senheit der Staats- und Regie­rungs­chefs verlas:
„Beide Seiten bekräf­tigen ihr Enga­gement für die Wahrung der poli­ti­schen Einheit und ter­ri­to­rialen Unver­sehrtheit Syriens sowie für die Gewähr­leistung der natio­nalen Sicherheit der Türkei;
Sie unter­streichen ihre Ent­schlos­senheit, den Ter­ro­rismus in allen seinen Erschei­nungs­formen zu bekämpfen und sepa­ra­tis­ti­schen Bestre­bungen auf syri­schem Gebiet entgegenzutreten;
In diesem Zusam­menhang wird der bestehende Status quo im der­zei­tigen Ein­satz­gebiet, der Ope­ration „Frie­dens­quelle“ zwi­schen Tell el-Abyad und Ras al-Ain in einer Tiefe von bis zu 32 Kilo­metern beibehalten.“
Sergej Schoigu sprach danach aus mili­tä­ri­scher Sicht über den Rest und mit einem Blick auf die Uhr auch über die Flucht der Ame­ri­kaner: „Um ihre Ver­pflich­tungen zu erfüllen, bleiben den USA noch eine Stunde und 31 Minuten. In genau einer Stunde und 31 Minuten enden die 120 Stunden, die sie brauchten, um alles umzu­setzen, was in diesen drei Punkten geschrieben steht. Es geht um den Abzug ihrer schweren Waffen und um den Abzug aller Kampf­ein­heiten“ sagte der rus­sische Verteidigungsminister.
Die Ame­ri­kaner hatten es eilig. Darüber hinaus wird „Frie­dens­quelle“ entlang der gesamten syrisch-tür­ki­schen Grenze um 240 Kilo­meter nach Osten und 96 nach Westen auf beiden Seiten des bis­he­rigen Ein­satz­ge­biets aus­ge­dehnt und dort werden gemeinsame rus­sisch-tür­kische Patrouillen arbeiten. Dafür wurden bereits weitere 300 rus­sische Mili­tär­po­li­zisten und 30 gepan­zerte Fahr­zeuge nach Syrien verlegt.
Das scheint für mehr als 300 Kilo­meter Grenze wenig zu sein. Aber das stimmt nicht. Schließlich bekommen sie alle tech­ni­schen Mittel für Auf­klärung: elek­tro­nische Kriegs­füh­rungs­systeme, Drohnen, unsere Luft­waffe und natürlich unsere Satel­liten. Die Grenze wird sicher sein. Bleibt ein pikantes Detail: Das rus­sische Militär wird eine gemeinsame Aufgabe mit seinen Kol­legen von der Nato erfüllen. Ich wüsste nicht, was dagegen spricht.
Wenn wir alles zusam­men­fassen, ist alles, was in letzter Zeit pas­siert ist, für Russland ein wirklich großer Sieg, sowohl mili­tä­risch als auch mora­lisch. Viel­leicht sogar der größte seit der Wie­der­ver­ei­nigung mit der Krim. Die Par­allele ist übrigens kein Zufall. Tau­sende von Men­schen­leben wurden auf der Krim und jetzt auch in Syrien gerettet. Min­destens Tau­sende. Und es wurde ein großer Schritt getan, um für die Men­schen ein neues Leben aufzubauen.
Aber natürlich können Sie sich vor­stellen, dass es damals, vor vier Jahren, als Russland begann, sich in Syrien zu enga­gieren, viele Skep­tiker in Putins Umfeld gab, die gefragt haben, wozu das alles? Und kann das funk­tio­nieren? Jetzt ist klar, das es funk­tio­niert hat. Und man mag sich gar nicht vor­stellen, was pas­siert wäre, wenn Russland damals nicht ein­ge­griffen hätte. Syrien wäre zu einer Spiel­wiese von Ter­ro­risten geworden, direkt unter dem weichen Unter­bauch Russ­lands hätten die Banden Kraft gesammelt und die Türkei, der Iran und Israel wären bedroht gewesen. Das hätte in der Folge zu einem sehr großen Krieg führen können, auch über die Region hinaus. Russland hat hat eine Ent­scheidung getroffen. Und Russland konnte sie umsetzen.
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Vor vier Jahren hörten wir einen Chor von Stimmen, die for­derten, dass Assad gehen muss. Jetzt spricht niemand mehr davon. Und Syrien selbst nimmt wieder Gestalt an. Übrigens geht es in der Politik darum, sein Wort zu halten. Trump ist ein Schwätzer, der Partner und Ver­bündete verrät. Europa hat wie­derholt die Führer des Nahen Ostens ver­raten, von Saddam Hussein im Irak und Muammar al-Gaddafi in Libyen bis hin zu Mubarak in Ägypten und Ben Ali in Tunesien. Moskau lässt seine Ver­bün­deten nicht im Stich und hält sein Wort. In der heu­tigen unsi­cheren Welt hat ein gehal­tenes Wort großes Gewicht.
Die syrisch-tür­kische Grenze wird also völlig undurch­dringlich. Das ist stra­te­gisch auch gut für Syrien selbst, für die Türkei und für Russland. Letztlich werden auch die Kurden in Frieden leben. Das Gebiet östlich des Euphrat, das haupt­sächlich von den Kurden kon­trol­liert wird, stand bis vor kurzem in Oppo­sition zu Damaskus. Mit den Kurden steht eine mühsame Arbeit an. Den Ame­ri­kanern sind sie egal.
Trump hat das deutlich gezeigt. Jetzt müssen die Kurden das ein­sehen und sich mit Damaskus, mit Assad einigen. Und er ist ihnen sicherlich näher als Erdogan. Sie haben nur die Wahl zwi­schen diesen beiden. Bei den Ölfeldern, das wird Sie über­ra­schen, sitzen noch die Ame­ri­kaner. Trump hat selbst darüber gesprochen. Hier ein Auszug aus seiner Erklärung zu Syrien vom 23. Oktober: „Wir haben die Kon­trolle über das Öl über­nommen. Folglich wird ein kleines Kon­tingent von US-Truppen in dem Gebiet bleiben, in dem das Öl ist. Wir werden es bewachen. Und wir werden ent­scheiden, was wir in Zukunft damit machen wollen.“
Ich ver­stehe, dass Trump wahr­scheinlich sogar davon träumt, unser rus­si­sches Öl irgendwo in Sibirien zu bewachen, aber das klappt bisher nicht. Er wollte auch das Öl in Vene­zuela schützen, aber das hat auch nicht geklappt. Also bewacht er es in Syrien. Aber das ist vor­über­gehend. Früher oder später wird Syriens Grenze zum Irak auch geschlossen. Das Öl aus diesen Ölfeldern, geht derzeit vorbei an der syri­schen Regierung in den Irak. Das ist Raub. Die Art und Weise, wie die Ver­ei­nigten Staaten syri­sches Öl „beschützen“, erklärt das rus­sische Sprichwort „Die Ziege soll den Garten bewachen“ am besten. (Anm. d. Übers.: Es ist das Äqui­valent zum deut­schen Sprichwort „Den Bock zum Gärtner machen“)
Am 26. Oktober ver­öf­fent­lichte das rus­sische Ver­tei­di­gungs­mi­nis­terium ein Luftbild eines Konvois von Öl-Lkw auf dem Weg in den Irak. Es sind Hun­derte. Es wird einfach gestohlen und in den Irak geschmuggelt. Das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­terium schätzt, dass Syrien min­destens 30 Mil­lionen Dollar pro Monat geraubt werden. Der offi­zielle Ver­treter des rus­si­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­riums, General Kono­schkov, kom­men­tierte die Ereig­nisse so: „Weder im Völ­ker­recht noch im ame­ri­ka­ni­schen Recht selbst, gibt es die legitime Aufgabe für die ame­ri­ka­ni­schen Truppen, Syriens Boden­schätze vor Syrien selbst und seinem Volk zu beschützen. So eine Bestimmung kann es auch gar nicht geben.“
Nochmal: die Ame­ri­kaner sind illegal in Syrien. Und früher oder später werden sie ganz abziehen müssen. Sollen sie doch ihr eigenes Öl schützen. Auf der anderen Seite der Weltkugel.
Jetzt geht es im Osten des Euphrat darum, das fried­liche Leben neu zu beginnen. Fried­liche Ver­wal­tungen müssen auf­gebaut werden und die vielen Pro­bleme dort müssen gelöst werden. Eines davon sind Flücht­lings­lager und Gefäng­nisse mit Ter­ro­risten, die auf dem Ter­ri­torium ver­blieben sind. Das größte der Lager ist Al-Hol. Dort leben 72.000 Flücht­linge. Plus ein Gefängnis mit Ter­ro­risten, es sind mehr als ein­einhalb tausend. Die Flücht­linge hausen dort unter schreck­lichen Bedin­gungen: Krank­heiten wie Hepa­titis A, akute Darm­in­fek­tionen sowie Würmer und Para­siten, die Larven unter der Haut ablegen. Wir haben noch nie von den Krank­heiten gehört, unter denen sie leiden: Schis­to­so­miasis, Anky­los­tomose, Leish­ma­niose. Die Flücht­linge müssen behandelt und umge­siedelt werden. Die Ter­ro­risten in den Gefäng­nissen werden nach Ländern „sor­tiert“ und an die Behörden der Länder über­geben, aus denen sie nach Syrien gekommen sind. Dabei geht es um die Euro­päische Union, die GUS und sogar China. Es ist eine Menge Arbeit. Wir werden dabei auch auf die UNO zählen.
Ende der Übersetzung
Wenn Sie sich dafür inter­es­sieren, wie Russland auf die Fragen der inter­na­tio­nalen Politik blickt, dann sollten Sie sich die Beschreibung meines Buches ansehen, in dem ich Putin direkt und unge­kürzt in langen Zitaten zu Wort kommen lasse. In dem Buch gibt es ein eigenes Kapitel über Syrien und es ist fas­zi­nierend, wenn man mit dem heu­tigen Wissen und nach den aktu­ellen Ent­wick­lungen die Äuße­rungen von Putin liest, die er zu Syrien seit Beginn des Krieges dort gemacht hat.

Thomas Röper — www.anti-spiegel.ru
Thomas Röper, Jahrgang 1971, hat als Experte für Ost­europa in ver­schie­denen Ver­si­che­rungs- und Finanz­dienst­leis­tungs­un­ter­nehmen in Ost­europa und Russland Vor­stands- und Auf­sichts­rats­po­si­tionen bekleidet, bevor er sich ent­schloss, sich als unab­hän­giger Unter­neh­mens­be­rater in seiner Wahl­heimat St. Petersburg nie­der­zu­lassen. Er lebt ins­gesamt über 15 Jahre in Russland und betreibt die Seite  www.anti-spiegel.ru. Die Schwer­punkte seiner medi­en­kri­ti­schen Arbeit sind das (mediale) Russ­landbild in Deutschland, Kritik an der Bericht­erstattung west­licher Medien im All­ge­meinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.
Thomas Röper ist Autor des Buches „Vla­dimir Putin: Seht Ihr, was Ihr ange­richtet habt?“