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USA: Fracksausen vor einem Trump-Sieg? Instagram, Twitter und Facebook löschen massenhaft QAnon-Gruppen (+Videos)

24. August 2020

Schon vor der letzten Wahl 2016 gab sich der DNC (die Partei der Demokraten) sehr siegessicher – und stand am Morgen nach der Wahl verdattert vor einem Sieg Donald Trumps. Auch in Deutschland verkündete Correctiv-Chef Schraven, der tolle Faktenfinder, den Sieg Hillary Clintons und musste die triumphale Siegesmeldung verlegen wieder einsammeln. Ganz augenscheinlich hat man beim DNC gerade ordentlich Fracksausen vor einer Wiederholung des Fiaskos von 2016 und greift zu jedem Mittel. Vor allem die QAnon-Bewegung in den USA ist sehr populär und könnte einen wesentlichen Teil zu Trumps Wahlsieg beitragen. Alle Gruppen und Konten in Zusammenhang mit QAnon verschwinden in einer Lösch-Orgie aus dem Netz.

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Twitter preschte vor und sperrte ca. 7.000 Seiten, die sich mit dem QAnon-Phänomen beschäftigen, löschten Accounts und sperrten Nutzer. Jetzt zog auch Facebook nach. Etwa 800 Gruppen mit Verbindungen zu jenem QAnon wurden aus dem Netz entfernt. Sogar 1500 Anzeigen und etwa 100 Seiten von QAnon-Unterstützern fielen der Zensurwut zum Opfer. Das teilte das größte Netzwerk der Welt am letzten Mittwoch mit. Weitere 1950 Facebook-Gruppen sowie 10.000 Accounts auf Instagram, die mit QAnon in Verbindung stehen, wurden stark eingeschränkt.

Man darf davon ausgehen, dass die „Verschwörungstheoretiker“, Trump-Anhänger und Fans von QAnon sich einfach auf anderen, der westlichen Zensur nicht zugänglichen Plattformen treffen und verständigen werden. Das russische Pendant zu Facebook, „vkontakte“, ist das bekannteste. Doch wer oder was ist der ominöse QAnon und was hat er mit Präsident Trump zu tun?

Zum ersten Mal hörte man etwas von QAnon im Herbst 2017, also eine ganze Weile nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten, auch POTUS (President Of The United States). Seine kryptischen, rätselhaften Nachrichten, „Drops“ (etwas Fallengelassenes) erschienen anfangs auf diversen Internetforen. Als diese gelöscht wurden, weil sie Botschaften und Hinweise zu den Hintergründen, Plänen und Vorgehensweisen des so genannten „Tiefen Staates“ enthielten, publizierte er zuerst auf 4chan. Dieses Imageboard ist eine Art Internetforum, auf dem anonym Texte und Bilder eingestellt und ausgetauscht werden können. Dieses Konzept stammt ursprünglich aus Japan (Futaba-Channel), eine der meistbesuchten Seiten des Internets. Sie gilt als die Wiege der Anonymous-Bewegung.

Von da wechselte QAnon auf 8chan. Das ist ebenfalls ein Imageboard, allerdings sehr simpel. Es besteht aus den verschiedensten Foren und arbeitet hauptsächlich mit Bildern. Auch hier muss man sich nicht registrieren und bleibt anonym. Niemand moderiert, niemand zensiert, es gibt kaum Regeln – und selbst das wird nicht überprüft. Natürlich zieht eine solche Möglichkeit auch Leute an, die unter dem Tarnmantel der Anonymität Übles im Schild führen. Viele Foren sind politisch und extrem. Von Unfallopfern bis Kinderpornographie reichen die Bildergalerien, es sind rechts- und linksextreme und völlig abgedrehte Foren darunter. Nachdem der Täter von Christchurch auf 8chan seine Hasstiraden postete, wurde der Kanal im November abgeschaltet, kurz danach unter dem Label 8kun wieder betrieben. QAnon veröffentlicht seitdem dort seine berühmten „Drops“, die sehr oft Fragen im Stenogramm-Stil sind oder kurze Sätze, die sich nicht auf Anhieb erschließen und meistens Nachdenken und Recherche erfordern. Millionen Menschen weltweit verfolgen diese Drops und diskutieren ihren Inhalt auf Twitter oder in Facebookgruppen.

Längst nicht alle, aber viele Drops der fast 5.000 Mitteilungen von QAnon zeigen deutlich, dass er ein Unterstützer Präsident Trumps ist und offensichtlich direkt in dessen Nähe arbeitet. Es gab Fotos, die nirgendwo sonst erschienen sind und in enger Nähe zu Präsident Trump entstanden sind. Wie beispielsweise ein Foto von Trump in seinem Präsidentenflugzeug Airforce 1, wo Krethi und Plethi garantiert nicht hinein dürfen.

Ab Sommer 2019 verfügte QAnon über eine große, stabile Gemeinde, und es tauchten auf politischen Treffen immer mehr T-Shirts mit dem großen „Q“ auf. Als sich die Bewegung nicht mehr ignorieren ließ, wurde sie in die bekannte rechtsextreme-Rassisten-Spinner-Aluhut-Verschwörungstheoretiker-Ecke gesteckt und seitdem von den Medien mit Häme und Verachtung niedergeschrieben, was der Bewegung aber keinen Abbruch tut. Im Gegenteil, nach der Einschätzung der Anhänger QAnons wäre es sogar verdächtig, wenn die Medien ihn nicht angreifen würden.

Präsident Trump hat sich nie klar zu QAnon positioniert, ließ sich auch nie zu einer Stellungsnahme hierzu drängen, lehnte es aber ausdrücklich ab, sich von der Bewegung zu distanzieren:

Allerdings sagt er auch nicht, dass er in enger Verbindung steht, sondern nur, dass er davon gehört hat, dass er das schätzt, dass die Anhänger von QAnon Patrioten sind, dass sie den Gebieten, die zur Zeit von Anarchos und Chaoten besetzt sind, wieder Recht und Ordnung bringen wollen – und dagegen könne ja nun niemand etwas haben.

Obwohl Präsident Trump sich sehr vage äußerte, stürzte sich die Presse auf die mageren Sätze und machte einen Skandal daraus. Was nicht besonders intelligent ist, denn wer QAnon und diverse, mit ihm zusammen postende „Anons“ noch nicht kennen sollte, der wird durch diese beispiellose Zensurwelle und die absichtsvollen, bohrenden Fragen zu QAnon und dessen Verhältnis zu Trump neugierig gemacht und recherchiert. Besser hätte es sich QAnon gar nicht wünschen können. Überdies hat sich damit der DNC auch noch richtig blamiert, denn der Lösch-Amoklauf ist ein sichtbares Zeichen der Angst und dass man weiß, dass Präsident Trump mit QAnon auf bestem Fuße steht, von dem man behauptet, er/es sei/en ein oder mehrere Angehörige des militärischen Geheimdienstes. Die Army soll sich auf die Fahnen geschrieben haben, Amerika wieder aus den Klauen des „DEEP STATE“ zu befreien und dazu Donald Trump gebeten haben, die gefährliche Bürde des Amtes des POTUS zu übernehmen, damit dies gelingt.

Der mächtige Gegner, den es zu stellen und niederzuringen gilt, ist der Tiefe Staat, die Verflechtung aus Geldmacht, Kriegstreiberei und Korruption, die wenigen Superreichen und Mächtigen, die die USA (und die Welt) aussaugen und unterdrücken. Die die Menschen versklaven und die Menschheit dramatisch reduzieren wollen, um die Erde zu retten. Und die, um ihre Gier zu befriedigen, Minderjährige und Kinder missbrauchen und auch töten, um aus dem Blut ihrer Opfer ein Hormon der Nebennierenrinde zu gewinnen, das der Mensch in höchster Todesangst produziert: Adrenochrom (Dies sei die ultimative Droge, die ein Hochgefühl der Unbesiegbarkeit bewirkt und den Körper verjüngt, heißt es). Dieser Schicht von Superreichen und Supermächtigen wird auch vorgeworfen, Satanisten zu sein und düstere, grausame Riten zu pflegen.

Die harmlosere Variante von Adrenochrome und Kinderblut ist die, Blutspenden sehr junger Menschen zur Verjüngung zu verwerten und anzuwenden, um die Alterung aufzuhalten. Eine Startup-Firma namens „Ambrosia“ warb ganz offen mit der Verjüngung durch junges Blut, und es wurde auch berichtet.

Wie auch immer man zu QAnon, den Drops und Präsident Trump steht, eines ist sicher: Man hat ganz klar erkennbar Angst vor einem Trump-Sieg und man nimmt den Aluhut-Verschwörungs-Obertheoretiker QAnon sehr ernst.