Gesundheit, Natur & Spiritualität

Das Teufelsei – wie böse sind Eier?

8. Oktober 2020

Das Ei hat bei Gesundheitsbewussten Jahrzehnte ein Schattendasein gefristet, weil es viel Cholesterin enthält. Ebenso wie die Butter hatte es eine miserable PR: Man hat uns erzählt, der hohe Cholesteringehalt des Eigelbs fördere Arterienverkalkung, Schlaganfall, Herzinfarkt. Ich hatte immer meinem Bauchgefühl vertraut und mir weder die Butter vom Brot, noch das Ei aus dem Becher nehmen lassen, ohne irgendwelche gesundheitsschädigenden Folgen. Meine Intuition wurde eines Tages durch die Forschung bestätigt: Die Cholesterinwerte erhöhen sich kaum, wenn man Eier isst. Im Gegenteil: Bei vielen Testpersonen sank der Cholesterinspiegel sogar, nachdem sie ein Ei gegessen hatten! Wenn wir über die Nahrung Cholesterin aufnehmen, drosselt der Körper nämlich die Eigenproduktion und scheidet das überschüssige Fett wieder aus.

Das Frühstücksei ist vom Makel freigesprochen, krank zu machen, jedenfalls für all diejenigen, die nicht die Bücher von Anthony William gelesen haben. Der US-Amerikaner ist weder Arzt noch Wissenschaftler, die Informationen gibt ihm nach eigenen Angaben sein „Geist“, der erstmals in Erscheinung trat, als William vier Jahre alt war. In seinen Büchern, die sich weltweit wie geschnitten Brot verkaufen, gibt William (bzw. sein „Geist“) Tipps, wie man sich durch gesunde Ernährung heilen kann und hat beispielsweise einen globalen Hype um Selleriesaft ausgelöst. Schauspieler, Rockstars und Profisportler trinken täglich den magischen Entgiftungstrank und ernähren sich gemäß Williams Empfehlungen. Millionen von Menschen folgen auf Instagram und Facebook dem Mann, der sagt, er sei der modernen Wissenschaft um Jahre voraus.

Viele von Williams Ansätzen finde ich sehr gut und habe sie auch in meinem Buch „Iss richtig oder stirb“ erwähnt. Unter andrem empfiehlt er, viel Obst und Gemüse zu essen und auf Milchprodukte, Getreide, Mais, Soja, Gluten, Rapsöl, Glutamat, gentechnisch veränderte Produkte wie natürliche Aromen und Schweinefleisch zu verzichten – für ihn zählen sie zu den Lebensmitteln, die Pathogene, also Krankheitserreger, füttern. Das kann ich zu 100 Prozent unterschreiben. Dennoch sind Williams Bücher für mich kein „Ernährungs-Testament“, dessen Geboten ich in allen Punkten bedingungslos gehorche. Wenn William empfiehlt, sich fettfrei zu ernähren, komme ich ebenso an meine Grenzen wie bei der Empfehlung für Diabetiker, uneingeschränkt Obst zu essen. Unser Körper braucht Fett, allerdings das richtige; und Obst ist zwar auch für Diabetiker gesund, allerdings in Maßen, und zuckerhaltige Sorten wie Bananen oder Weintrauben, die den Blutzuckerspiegel schnell in die Höhe treiben, sind für Zuckerkranke eher ungeeignet.

Eier sind für Anthony William No-Food und stehen auf der roten Liste. Aus der geistigen Welt hat er die Botschaft erhalten, dass sie Entzündungen fördern und Allergien auslösen. Tatsächlich gibt es Menschen, die allergisch auf Eier reagieren. Wer eine Hühnerei-Allergie hat, sollte selbstverständlich keine Eier essen. Und tatsächlich enthalten Eier auch Arachidonsäure, eine Fettsäure, die als entzündungsfördernd gilt. Deshalb sollten Menschen mit Autoimmunerkrankungen (wie z.B. Rheuma) und chronischen Entzündungen auf Eier verzichten. Doch warum sollten all diejenigen, die von diesen Erkrankungen nicht betroffen sind, auf Eier verzichten? Für mich wäre das keine gute Entscheidung. Ich habe mein Fettsäuren-Profil im Labor testen lassen, also das Verhältnis der Omega-6- zu den Omega-3-Fettsäuren. Dieser Test zeigte u.a., dass bei mir ein Mangel an Arachidonsäure besteht. Zu viel Arachidonsäure ist schädlich, zu wenig allerdings auch. Deshalb esse ich sogar etwas mehr Eier als früher, und sie bekommen mir bestens.

Schauen wir unter die Schale des Hühnereis: Es ist ein wertvoller Energielieferant, der den Körper optimal versorgt. Ein Ei enthält 8 g Eiweiß, das der Körper besser verwertet als das aus anderen Lebensmitteln – Eiweißbausteine benötigt der Körper für den Aufbau von Immunzellen. Und der Eiweißbaustein Tryptophan ist unmittelbar an der Bildung des Glückshormons Serotonin beteiligt, will heißen, Eier machen gute Laune!

Das Ei steckt voller Vitamine wie

  • Vitamin D (stärkt Knochen und Zähne)
  • Vitamin B12 (u.a. wichtig für die Bildung roter Blutkörper) und anderer B-Vitamine, die den Stoffwechsel ankurbeln
  • Vitamin K (Zellwachstum, Knochenstoffwechsel)
  • Biotin (an vielen Stoffwechselprozessen wie dem Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel beteiligt, wirkt am Zellwachstum sowie bei der DNA- und Proteinsynthese mit, aktiviert den Stoffwechsel und fördert die Neubildung von Haarwurzeln und des Nagelbettes)
  • Außerdem enthält das Ei jede Menge Mineralstoffe, vor allem Selen und Eisen.
  • Ein Ei enthält 22 % des täglichen Solls am Spurenelement Selen (stärkt das Immunsystem) und ca. 1,2 mg Eisen (fördert die Sauerstoff-Versorgung und verhindert Blutarmut).
  • Mit 28 mg Kalzium schützt ein mittelgroßes Ei vor Osteoporose und Karies.
  • Vitamin A und die Antioxidantien Lutein und Zeaxanthin schützen vor grauem Star und einer Makuladegeneration, Carotin schützt die Körperzellen vor den Angriffen freier Radikale.
  • Die im Eidotter enthaltene fettähnliche Substanz Lecithin schützt die Darmschleimhaut, unterstützt die Leber bei der Entgiftungsarbeit und stärkt die grauen Zellen und schützt dadurch vor Demenz.
  • Eier gehören zu den LEBENSmitteln, die hochwirksame Anti-Stress-Stoffe enthalten: Nüsse, Bananen und Zitrusfrüchte enthalten Magnesium, Schalentiere und Getreide Chrom, grünes Gemüse und Eier Zink.
  • 100 Gramm Hühnerprotein genügen, um 94 Gramm körpereigenes Eiweiß aufzubauen, Eier stärken daher die Muskeln.
  • Eier machen lange satt. Zwei Eier halten rund fünf Stunden vor, das reduziert den Heißhunger auf Süßes.

Wenn sie aus artgerechter Haltung kommen, sind Eier für die meisten Menschen ein gesundes Lebensmittel mit vielen wichtigen Nährstoffen, die fit, gut gelaunt und satt machen.

www.weihrauchplus.de

https://www.wunderweib.de/eier-sind-gesund-das-passiert-deinem-koerper-wenn-du-eier-isst-13756.html

https://www.diabetes-ratgeber.net/Ernaehrung/Welches-Obst-ist-gut-fuer-mich-554017.html