Gesundheit, Natur & Spiritualität

Superfoods: Marketing-Gag oder echte Wirkung?

16. April 2021

Seit einigen Jahren sind Superfoods in aller Munde. Meist ist dabei die Rede von besonderen Wurzeln, Beeren, Samen und Co., die aus verborgenen Regionen der Welt kommen und für teures Geld im Supermarkt landen. Ob sich der Preis wirklich lohnt, wird gerne diskutiert. Während die einen auf eine positive Wirkung schwören, sind die anderen fest überzeugt, dass es sich dabei nur um einen Marketing-Gag handelt. Aber was steckt wirklich hinter gängigen Superfoods?

Chia-Samen: Wunderwirkung oder nicht?

Die kleinen Samen, die bereits von den Inka verwendet wurden, sind in den letzten Jahren zu einem echten Trend geworden. Beinahe in jedem Supermarkt findet man die schwarzen, kleinen Kügelchen mittlerweile und kann sie sogar recht günstig kaufen. Chia-Samen haben die besondere Eigenschaft, dass sie in Flüssigkeit relativ schnell aufquellen und dabei eine gelartige Konsistenz erreichen. Damit eignen sie sich perfekt für einen Pudding oder das morgendliche Porridge. Auch in Smoothies können sie als bindendes Element dienen und die leckeren Getränke eindicken und sogar beim Backen von Brot kommen sie zum Einsatz. Geschmacklich haben Chia-Samen relativ wenig zu bieten, deshalb sollte man sie immer gemeinsam mit anderen Zutaten verarbeiten. Wer Chia-Samen z. B. in Hafer- oder Kokosmilch einweicht, erreicht einen besonders angenehmen Geschmack. Chia-Samen sind definitiv nicht ungesund. Sie erhalten viele Ballaststoffe und wertvolle Omega-3-Fettsäuren, dazu haben sie relativ wenige Kalorien. Ob diese Eigenschaften den Titel als Superfood verdient haben, ist allerdings fraglich. Klar ist, dass Chia-Samen zu einer gesunden Ernährung beitragen können, die positive Wirkung aber auch durch andere Lebensmittel erreicht werden kann. Interessant ist z. B., dass auch Basilikumsamen ähnliche Eigenschaften haben. Diese sind derzeit leider selten erhältlich, könnten aber auf den heimischen Feldern produziert werden.

Maca-Pulver: Zauberwurzel in Pulverform

Das braune Pulver der Maca-Wurzel wird oftmals mit Matcha verwechselt, dem japanischen Pulver für traditionellen Grüntee. Tatsächlich haben die beiden Zutaten einige Gemeinsamkeiten, Maca wird derzeit aber als absolute Wunderwaffe gegen Müdigkeit und Antriebslosigkeit behandelt. Ob das wirklich stimmt? Wir wollen dem Ganzen auf den Grund gehen! Die Pflanze ist in Peru heimisch und wächst weit oben in den Anden, wo sich das meiste Grünzeug bereits nicht mehr wohlfühlt. Vielleicht ist es genau diese Robustheit, die die Wurzel des Kreuzblütengewächses so effektiv macht. Maca-Pulver kann mittlerweile in fast jedem Bio-Supermarkt gefunden werden und ist in kleinen Dosen erhältlich. Dafür muss man schon einmal tiefer in die Tasche greifen, denn der weite Weg aus Peru muss bezahlt werden. Maca-Pulver ist eine sehr beliebte Zutat in grünen Säften und Smoothies, denn hier schmeckt man es kaum heraus, kann aber die gesundheitlichen Vorteile genießen. Es beinhaltet kein Koffein, soll aber einen ähnlichen Effekt auf den Körper haben. Wer als auf Koffein in Kaffee und Tee verzichten möchte, aber trotzdem einen Extrakick am Morgen oder in der Mittagspause benötigt, ist mit Maca gut versorgt, denn es hilft dabei in der Arbeit, auf der Uni oder bei Wettkämpfen langanhaltend fit zu bleiben. Gefunden werden können in Maca-Pulver sowohl Omega-3-Fettsäuren, als auch Eisen, Jod, Zink, Calium und jede Menge Vitamine.

Acai-Beere: Besser als heimische Beeren?

Die Acai-Beere ist erst seit einigen Jahren in weiten Teilen Europas bekannt und wurde durch den Trend der Acai-Bowls aus Südamerika gebracht. Dort werden die nährstoffreichen Bowls gerne als Dessert gegessen, können aber auch als gesundes Frühstück dienen. Dort werden die Beeren einfach zu einem Püree verarbeitet und ähnlich wie in einer Smoothie-Bowl verwendet. Da die frischen Beeren nur selten in Europa erhältlich sind – sie können nur etwa 36 Stunden nach der Ernte verzehrt werden – werden hierzulande meist Pulver oder gefrorenes Pürees verkauft, die denselben Effekt versprechen. Das Acai-Pulver kann mit Bananen und anderen Früchten püriert werden, um daraus die Basis für eine leckere Bowl zu machen. Gehypt wird die Beere vor allem für ihre Vielzahl an Antioxidantien, die das Immunsystem stärken und für mehr Energie sorgen sollen. Dazu soll Acai-Pulver bei einer Diät unterstützen, da es den Appetit hemmt und den Stoffwechsel ankurbelt. Ähnliche Effekte werden allerdings auch Heidelbeeren und Sauerkirschen nachgesagt, die nicht nur mehr Antioxidantien besitzen, sondern auch deutlich günstiger sind. Hier lohnt sich also meist der regionale Einkauf!

Superfoods sind ein kontroverses Thema, bei dem es keine klare Antwort gibt. Sind Chia-Samen, Acai-Beeren und Maca-Wurzeln gesund? Ja, das sind sie! Können sie wahre Wunder bewirken und sind nicht durch heimische Produkte ersetzbar? Wohl eher nicht. Am Ende muss jeder selbst ausprobieren, welche Lebensmittel besonders gut tun und bei welchen Produkten man lieber zur regionalen Alternative greifen möchte!