Super­foods: Mar­keting-Gag oder echte Wirkung?

Seit einigen Jahren sind Super­foods in aller Munde. Meist ist dabei die Rede von beson­deren Wurzeln, Beeren, Samen und Co., die aus ver­bor­genen Regionen der Welt kommen und für teures Geld im Super­markt landen. Ob sich der Preis wirklich lohnt, wird gerne dis­ku­tiert. Während die einen auf eine positive Wirkung schwören, sind die anderen fest über­zeugt, dass es sich dabei nur um einen Mar­keting-Gag handelt. Aber was steckt wirklich hinter gän­gigen Superfoods?

Chia-Samen: Wun­der­wirkung oder nicht?

Die kleinen Samen, die bereits von den Inka ver­wendet wurden, sind in den letzten Jahren zu einem echten Trend geworden. Beinahe in jedem Super­markt findet man die schwarzen, kleinen Kügelchen mitt­ler­weile und kann sie sogar recht günstig kaufen. Chia-Samen haben die besondere Eigen­schaft, dass sie in Flüs­sigkeit relativ schnell auf­quellen und dabei eine gel­artige Kon­sistenz erreichen. Damit eignen sie sich perfekt für einen Pudding oder das mor­gend­liche Por­ridge. Auch in Smoothies können sie als bin­dendes Element dienen und die leckeren Getränke ein­dicken und sogar beim Backen von Brot kommen sie zum Einsatz. Geschmacklich haben Chia-Samen relativ wenig zu bieten, deshalb sollte man sie immer gemeinsam mit anderen Zutaten ver­ar­beiten. Wer Chia-Samen z. B. in Hafer- oder Kokos­milch ein­weicht, erreicht einen besonders ange­nehmen Geschmack. Chia-Samen sind defi­nitiv nicht ungesund. Sie erhalten viele Bal­last­stoffe und wert­volle Omega-3-Fett­säuren, dazu haben sie relativ wenige Kalorien. Ob diese Eigen­schaften den Titel als Superfood ver­dient haben, ist aller­dings fraglich. Klar ist, dass Chia-Samen zu einer gesunden Ernährung bei­tragen können, die positive Wirkung aber auch durch andere Lebens­mittel erreicht werden kann. Inter­essant ist z. B., dass auch Basi­li­kumsamen ähn­liche Eigen­schaften haben. Diese sind derzeit leider selten erhältlich, könnten aber auf den hei­mi­schen Feldern pro­du­ziert werden.

Maca-Pulver: Zau­ber­wurzel in Pulverform

Das braune Pulver der Maca-Wurzel wird oftmals mit Matcha ver­wechselt, dem japa­ni­schen Pulver für tra­di­tio­nellen Grüntee. Tat­sächlich haben die beiden Zutaten einige Gemein­sam­keiten, Maca wird derzeit aber als absolute Wun­der­waffe gegen Müdigkeit und Antriebs­lo­sigkeit behandelt. Ob das wirklich stimmt? Wir wollen dem Ganzen auf den Grund gehen! Die Pflanze ist in Peru hei­misch und wächst weit oben in den Anden, wo sich das meiste Grünzeug bereits nicht mehr wohl­fühlt. Viel­leicht ist es genau diese Robustheit, die die Wurzel des Kreuz­blü­ten­ge­wächses so effektiv macht. Maca-Pulver kann mitt­ler­weile in fast jedem Bio-Super­markt gefunden werden und ist in kleinen Dosen erhältlich. Dafür muss man schon einmal tiefer in die Tasche greifen, denn der weite Weg aus Peru muss bezahlt werden. Maca-Pulver ist eine sehr beliebte Zutat in grünen Säften und Smoothies, denn hier schmeckt man es kaum heraus, kann aber die gesund­heit­lichen Vor­teile genießen. Es beinhaltet kein Koffein, soll aber einen ähn­lichen Effekt auf den Körper haben. Wer als auf Koffein in Kaffee und Tee ver­zichten möchte, aber trotzdem einen Extrakick am Morgen oder in der Mit­tags­pause benötigt, ist mit Maca gut ver­sorgt, denn es hilft dabei in der Arbeit, auf der Uni oder bei Wett­kämpfen lang­an­haltend fit zu bleiben. Gefunden werden können in Maca-Pulver sowohl Omega-3-Fett­säuren, als auch Eisen, Jod, Zink, Calium und jede Menge Vitamine.

Acai-Beere: Besser als hei­mische Beeren?

Die Acai-Beere ist erst seit einigen Jahren in weiten Teilen Europas bekannt und wurde durch den Trend der Acai-Bowls aus Süd­amerika gebracht. Dort werden die nähr­stoff­reichen Bowls gerne als Dessert gegessen, können aber auch als gesundes Früh­stück dienen. Dort werden die Beeren einfach zu einem Püree ver­ar­beitet und ähnlich wie in einer Smoothie-Bowl ver­wendet. Da die fri­schen Beeren nur selten in Europa erhältlich sind – sie können nur etwa 36 Stunden nach der Ernte ver­zehrt werden — werden hier­zu­lande meist Pulver oder gefro­renes Pürees ver­kauft, die den­selben Effekt ver­sprechen. Das Acai-Pulver kann mit Bananen und anderen Früchten püriert werden, um daraus die Basis für eine leckere Bowl zu machen. Gehypt wird die Beere vor allem für ihre Vielzahl an Anti­oxi­dantien, die das Immun­system stärken und für mehr Energie sorgen sollen. Dazu soll Acai-Pulver bei einer Diät unter­stützen, da es den Appetit hemmt und den Stoff­wechsel ankurbelt. Ähn­liche Effekte werden aller­dings auch Hei­del­beeren und Sauer­kir­schen nach­gesagt, die nicht nur mehr Anti­oxi­dantien besitzen, sondern auch deutlich güns­tiger sind. Hier lohnt sich also meist der regionale Einkauf!

Super­foods sind ein kon­tro­verses Thema, bei dem es keine klare Antwort gibt. Sind Chia-Samen, Acai-Beeren und Maca-Wurzeln gesund? Ja, das sind sie! Können sie wahre Wunder bewirken und sind nicht durch hei­mische Pro­dukte ersetzbar? Wohl eher nicht. Am Ende muss jeder selbst aus­pro­bieren, welche Lebens­mittel besonders gut tun und bei welchen Pro­dukten man lieber zur regio­nalen Alter­native greifen möchte!