Fut­ter­mangel: Ab Sommer kaum noch Eier zu kaufen – Blanke Exis­tenz­angst bei den Landwirten

Die Ver­sorgung mit Eiern kann im Sommer nicht mehr gewähr­leistet werden, warnt der Bun­des­verband Ei e.V. und sendet einen drin­genden Weckruf an die Politik und den Ein­zel­handel: Alarm­stufe rot!  Die auf allen Gebieten ins Nirwana abschie­ßenden Preise auf dem glo­balen Agrar­markt  schlagen eine Breche nach der anderen in die Lebens­mit­tel­ver­sorgung Europas. Die Preise kommen mit Ver­zö­gerung auch beim End­ver­braucher an.

„Es herrscht teil­weise blanke Exis­tenz­angst bei unseren Land­wirten. Die Preise für Fut­ter­mittel haben sich in kür­zester Zeit mehr als ver­doppelt. Gen­tech­nik­freies Soja ist kaum noch zu bekommen. Viele Halter können deshalb nicht mehr neu einstallen“, beschreibt Henner Schönecke, Vor­sit­zender des BVEi die bedroh­liche Situation.

Wenn die Land­wirte nicht mehr in der Lage sind, Futter für die Lege­hennen zu bezahlen, ja teil­weise gar kein Futter mehr zu bekommen ist, dann werden sie auch keine neuen Lege­hennen mehr kaufen und in die Ställe ein­stellen, das ist die ein­fache Kon­se­quenz. Den Lege­be­trieben droht ein Tode auf Raten. Allein die Preise für Fut­ter­mittel haben sich schlag­artig mehr als ver­doppelt. Besonders gen­tech­nik­freies Soja als Fut­ter­mittel ist kaum noch zu bekommen.

Der Bun­des­verband Ei e. V. steht für die gesamte Erzeu­gungs­kette von Eiern, von der Jung­hen­nen­auf­zucht, Lege­hennen, Pack­stellen, dem Eier­handel sowie die Koch‑, Schäl- und Fär­be­be­triebe. Als Dach- und Spit­zen­or­ga­ni­sation ver­tritt er die Inter­essen der deut­schen Geflü­gel­wirt­schaft auf Bundes- und EU-Ebene gegenüber poli­ti­schen, amt­lichen sowie berufs­stän­di­schen Orga­ni­sa­tionen, der Öffent­lichkeit und dem Ausland.

Aus dem erwähnten Schreiben des deut­schen Geflü­gel­ver­bands geht klar hervor: Unser Fut­ter­mit­tel­vorrat ist erschöpft, also geht auch unser Eier­vorrat in 12–15 Wochen zur Neige.

Dieser Brand­brief der Geflü­gel­wirt­schaft ist nur ein Spot­licht auf eine Branche der Land­wirt­schaft und Lebens­mit­tel­er­zeugung. Das ist keine iso­lierte Krise der Eier- und Geflü­gel­wirt­schaft, sondern der Bruch der Lie­fer­ketten zeigt in gna­den­loser Härte auf, auf welches Teu­fels­spiel sich die Nah­rungs­mit­tel­er­zeu­gungs-Industrie ein­ge­lassen hat. Wenn nicht das Futter für die west­eu­ro­päi­schen Hühner vom anderen Ende der Welt pünktlich und billig ein­trifft, kippt die ganze Geschichte, und es gibt weder Eier noch wird man die Hühner weiter durch­füttern können, sondern zu Hun­dert­tau­senden töten, um weitere Ver­luste zu ver­hindern. Die Lege­hen­nen­ka­ta­strophe ist nur ein Streif­licht auf die Tra­gödie des dro­henden Zusam­men­bruchs der modernen Land­wirt­schaft. Es wird bei Schweinen und Rindern auch nicht anders sein. Und nein, Veganer brauchen gar nicht weise zu lächeln: Es haut auch die Gemü­se­pro­duktion weg.

Es wird bereits gemeldet: Die Gewächs­häuser stehen leer. Der Erd­gas­preis ist zu hoch, um sie zu heizen. Und selbst wenn man sich da viel­leicht noch irgendwie behelfen könnte: Wir bekommen auch keine Dün­ge­mittel mehr.

Die Vieh­züchter können keine Tiere mehr züchten, weil es kein Futter gibt. Jedes Land macht die Grenzen zu, um das, was es pro­du­ziert selbst zu ver­brauchen. Wer noch was hat, gibt es nicht mehr her. Und wenn, dann nur zu hor­renden Preisen. Wir werden noch dieses Jahr eine immense Ver­knappung und Ver­teuerung der Grund­nah­rungs­mittel erleben.

Die Seite „Agrar Heute“ beleuchtete heute die Preise für Schlacht­schweine. Trotz eines steilen Anstieges  decken sie aber noch nicht einmal die Erzeugungskosten.

Wegen der sehr hohen Energie, Transport und Fut­ter­kosten sind die Schwei­ne­halter trotz der höheren Preise der ver­gan­genen Wochen jedoch weiter in der Verlustzone.

Nachdem es nir­gendwo mehr Son­nen­blu­menöl gibt, weil die abso­luten Haupt­er­zeuger Ukraine und Russland nicht liefern können, läuft jetzt auch der Preis von Rapsöl aus dem Ruder. „Es ist ein his­to­ri­scher Höchst­stand: Erstmals über­haupt hat der Rap­s­preis an der Pariser Ter­min­börse Matif die Schwelle von 1.000 Euro pro Tonne durch­brochen.“, schreibt das Bran­chen­blatt „agrar heute“

Lieber Leser, ver­suchen Sie, irgend­etwas Brauch­bares anzu­bauen, wenn Sie einen Garten haben oder einen Garten mit­be­nutzen oder mieten können. Oder, wenn Sie auf dem Land wohnen, aber mit Gar­ten­buddeln nicht zurecht­kommen: Suchen Sie einen  – am besten Ihnen per­sönlich bekannten – Bauern auf und fragen Sie ihn, wie es bei ihm finan­ziell aus­sieht. Braucht er Geld, bieten Sie ihm einen Klein­kredit an im Gegenzug für eine bevor­zugte Lie­ferung von Nahrungsmitteln.