SexuÂeller MissÂbrauch durch Imame
Der sexuelle MissÂbrauch von musÂliÂmiÂschen Kindern durch einige Imame ist kein EinÂzelfall. Er betrifft nicht nur FlĂĽchtÂlinge, sondern auch MenÂschen, die in Deutschland seit Jahren von Imamen unterÂrichtet wurden.
Ich habe sehr lange mit mir gerungen. Ich habe sehr lange ĂĽberlegt, ob und wie ich dieses Problem ansprechen soll. Ich bin mir ĂĽber die zu erwarÂtenden ReakÂtionen durchaus bewusst.
Ich bin jedoch der festen ĂśberÂzeugung, dass dieses Problem nur dann in der Ă–ffentÂlichkeit wahrÂgeÂnommen wird, wenn ich darauf aufÂmerksam mache. Ich betrachte es als meine Pflicht, darauf aufÂmerksam zu machen. Ich bin somit der erste, der auf dieses Problem hinweist.
Doch um was handelt es sich hier? Es handelt sich um sexuÂellen MissÂbrauch von musÂliÂmiÂschen Kindern durch einige Imame. Dieses Problem höre ich nicht nur von einigen FlĂĽchtÂlingen, die inzwiÂschen älter geworden sind, sondern (in den letzten 10 Jahren) auch von MenÂschen, die hier in Deutschland von Imamen unterÂrichtet worden sind.
Sexuelle ĂśberÂgriffe gelangen nicht an die Ă–ffentlichkeit
Ich weise darauf hin, dass es sich hier um EinÂzelÂfälle handelt. Es ist die absolute MinÂderheit unter den Imamen, die solche VerÂbrechen begehen. Dennoch halte ich es fĂĽr wichtig, dass diese Sache angeÂsprochen wird.
Die BetrofÂfenen (Frauen und Männer), die zum größten Teil inzwiÂschen verÂheiÂratet sind und selbst Kinder haben, sind schwer trauÂmaÂtiÂsiert und leiden weiÂterhin unter den Folgen dieser fĂĽrchÂterÂlichen ErlebÂnisse. Die meisten von ihnen berichten, dass sie kaum schlafen können. Sie leiden unter schwersten KonÂzenÂtraÂtions- und AufÂmerkÂsamÂkeitsÂstöÂrungen im Rahmen dieser postÂtrauÂmaÂtiÂschen Belastungsstörung.
Die meisten BetrofÂfenen kämpfen ihr ganzes Leben gegen sich aufÂdränÂgende ErinÂneÂrungen, sogeÂnannte FlashÂbacks. Hinzu kommen nicht selten AlbÂträume, die vor dem HinÂterÂgrund eines andauÂernden GefĂĽhls von Betäubtsein und emoÂtioÂnaler Stumpfheit auftreten.
Einige berichten ĂĽber GleichÂgĂĽlÂtigkeit gegenĂĽber anderen MenÂschen, TeilÂnahmsÂloÂsigkeit der Umgebung gegenĂĽber, FreudÂloÂsigkeit sowie VerÂmeidung von AktiÂviÂtäten und SituaÂtionen, die ErinÂneÂrungen an das Trauma wachÂrufen könnten.
DepresÂsionen sind häufig mit den genannten SymÂptomen und MerkÂmalen assoÂziiert und SuiÂzidÂgeÂdanken sind nicht selten. Andere sind völlig bezieÂhungsÂunÂfähig. InsÂbeÂsondere Frauen berichten, dass sie in der PartÂnerÂschaft ProÂbleme haben- sich auf den Partner einzulassen.
Der Weg zum Arzt ist geprägt von Ängsten und Schamgefühl
Einige geben sich selbst die Schuld an diesen fĂĽrchÂterÂlichen ĂśberÂgriffen. Diese MenÂschen haben nieÂmanden, mit dem sie reden können, denn ihnen ist auch das VerÂtrauen genommen worden und erschwerend kommt hinzu, dass es kaum AnlaufÂstellen fĂĽr die BetrofÂfenen gibt.
Es ist an der Zeit, dass diese ĂśberÂgriffe theÂmaÂtiÂsiert werden. Die schwarzen Schafe mĂĽssen zur RechenÂschaft gezogen werden. Die Eltern mĂĽssen senÂsiÂbiÂliÂsiert werden. Sie mĂĽssen lernen, darauf zu achten, ob sich das VerÂhalten ihrer Kinder verÂändert hat.
Viele Kinder werden plötzlich ängstlich, missÂtrauisch. Sie sind zum Teil schreckhaft und beginnen wieder einÂzuÂnässen. In diesem Falle empÂfiehlt es sich mit dem eigenen Kind zu reden und ggf. einen TheÂraÂpeuten aufÂzuÂsuchen. Häufig wollen die Kinder diesen UnterÂricht nicht mehr aufÂsuchen, so berichten mir das einige der Betroffenen.
Die meisten der BetrofÂfenen berichten, dass sie durch die Täter einÂgeÂschĂĽchtert werden, ja, gar bedroht werden. Andere werden fĂĽr ihr Schweigen belohnt. Hinzu kommt, dass einige Eltern ihren Kindern keinen Glauben schenken, weil sie solche ĂśberÂgriffe nicht wahrÂhaben wollen.
PsyÂchische und soziale Schäden
Die psyÂchiÂschen und sozialen Folgen fĂĽr diese MenÂschen sind verÂheerend, daher sollten wir genauer hinÂschauen und beginnen, die entÂspreÂchenden theÂraÂpeuÂtiÂschen Angebote auszuweiten.
Ich selbst behandle keine Kinder. AllerÂdings konnten mir die BetrofÂfenen, die, wie bereits erwähnt, inzwiÂschen älter geworden sind, sehr detailÂliert berichten, was sie erlebt haben. Niemand von ihnen ist bereit, damit an die Ă–ffentÂlichkeit zu gehen, weil diese zum einen das Erlebte nicht noch einmal erleben wollen und weil sie Angst vor SchiÂkanen haben.
Einige haben Angst, damit ihr ganzes Leben zu zerÂstören oder ihre Familie zu verÂlieren. Daher kann und werde ich auch keinen BetrofÂfenen der Ă–ffentÂlichkeit präÂsenÂtieren können. Ich berichte lediglich von den ErfahÂrungen, die ich in den letzten 10 Jahren gemacht habe.
SelbstÂverÂständlich unterÂliege ich der SchweiÂgeÂpflicht als MediÂziner. Ich möchte mit diesem Artikel auf diese ProÂbleÂmatik aufÂmerksam machen in der Hoffnung, dass endlich entÂspreÂchende StrukÂturen geschaffen werden, damit rechtÂzeitig und nachÂhaltig geholfen werden kann. Hierzu gehört sicherlich auch eine gut durchÂdachte Aufklärungsarbeit.
Dr. med. Mimoun Azizi / TheEuropean.de






















