By David Berkowitz from New York, NY, USA - Berkowitz_250, CC BY 2.0, Link
Politik & Aktuelles

Eiertanz um die deutsche Identität: Kippa statt Kruzifix und das Bedauern der Existenz Jesu

28. April 2018

CSU und CDU bemühen sich in der Debatte um Identität um ihren christlichen Markenkern. Nach einem Beschluss der bayerischen Landesregierung unter Markus Söder (CSU) sollen ab Juni in allen bayerischen Behörden Kruzifixe angebracht werden. Dies geschieht vorrangig aufgrund der Debatte um Identität, die besonders von der CSU befeuert wird. Generell kann man sich natürlich auch fragen, warum dies überhaupt noch nicht der Fall ist!

Das sieht der linksliberale Spiegel natürlich völlig anders. So fordert die vom Spiegel als Deutschtürkin titulierte Ferda Ataman in einem Kommentar bei Spiegel Online: Kippa statt Kurzifix!

Diese wirre These begründet Ataman damit, dass es in Franken bis zur Nazizeit ein reges jüdisches Leben gegeben hätte. Weiterhin hätte Söder, der Meinung der Journalistin nach, wohl vor 100 Jahren angeblich einen Davidstern fordern müssen. Zur Untermauerung ihrer kruden Aussagen verweist Ataman auf ein paar absurde Twitter-Meldungen, in denen u.a. bedauert wird, dass Jesus nicht von einem Feuerlöscher erschlagen worden ist!

Dieser Kniff ist jedoch nicht neu, denn er wird in den Zeiten der Glaubwürdigkeitskrise des Journalismus immer mal wieder angewandt, um zu demonstrieren: Seht her, es gibt noch andere Menschen, die so seltsam denken!

Dieses journalistische Niveau ist kaum noch zu unterbieten, denn die Annahme, dass wirre Meinungen durch stupide Quantifizierung bedeutender werden, ist wohl nur noch in Kindergärten verbreitet.

Was also will die Kommentatorin Ataman hier wirklich für eine Wirkung erzielen? Schauen wir uns zu diesem Zweck doch kurz einmal die Person von Frau Ataman an. Die Journalistin ist seit 2017 Sprecherin der Neuen Deutschen Organisationen (NDO). Nie davon gehört? Hier eine Selbstaussage von der Website der NDO:

„In ganz Deutschland finden sich Initiativen von Menschen aus Einwandererfamilien und People of Color, die sich nicht mehr als Migranten bezeichnen lassen wollen. Die Neuen Deutschen Organisationen (NDO) laden diese seit 2015 ein, um sich zu vernetzen und auszutauschen.“

Ja, richtig gelesen: Person of Color, die sich als neue Deutsche verstehen und dann über deutsche Identität, z.B. im Spiegel Online halbgare Überlegungen anstellen. Selbstverständlich setzt Ferda Ataman in ihrem Kommentar auch deutsche Identität mit Nationalsozialismus gleich, in dem sie behauptet:

Doch dann setzte sich die ‚deutsche Identität’ mit samt ihrem Antisemitismus durch und machte das jüdische Leben platt.

Wortwahl und Diktion entsprechen hier wohl eher der Attitüde eines Farid Bang und seines Kumpels Kollegah, aber was macht das schon?

Insgesamt stimmt mich dieser Kommentar von Ferda Ataman sehr positiv. Hier wird nämlich klar, dass den Schein-Konservativen in CDU und CSU ihre Scheindebatte im Zeichen der Identität um die Ohren fliegt. Neben Organisationen wie der hier erwähnten NDO sorgen nun nämlich auch Vertreter der linksindoktrinierten Amtskirchen für Sand im Getriebe, wenn sie sich das Kreuz von bundesdeutschen Politikern nicht gegen den Islam „politisieren“ lassen wollen.

Das Kreuz gehört selbstverständlich zur deutschen Identität, Kippa und Davidstern hingegen nicht. Die Mehrheitsbevölkerung in Deutschland ist zumindest noch überwiegend christlich geprägt. Das nun solche wirren Standpunkte in der Debatte um unsere Identität auftauchen, lässt sich durch die Drückeberger in Politik und Medien erklären, die immer schnell mit dem Bekenntnis zur christlich-jüdischen Kultur zur Hand waren.

Die Wahrheit lautet: Juden und Muslime sind Teil dieses Landes, aber nicht Teil der deutschen Identität. Warum fragt eigentlich niemand einmal diese Menschen, wie sie selbst dazu stehen? Die Realität sieht doch oftmals so aus, dass gerade Migranten ihre eigene Identität mitbringen und niemals so ganz loslassen. Wie kommt es sonst z.B., dass auffallend viele Türken auf keinen Fall in Deutschland, sondern in der „Heimat“ beerdigt werden möchten?

Der Eiertanz um die deutsche Identität verkommt langsam zur Lachnummer. Genauer gesagt, lässt sich das deutsche Volk ein weiteres Mal am Nasenring durch die Manege führen. In welchem anderen Land dieser Welt wäre es möglich, dass sich ein Volk dämlich grinsend seine Identität zerreden und wegnehmen lässt?