Whistleblower Politik

Ex-CIA-Agent über Jugoslawien-Krieg: Kroaten, Bosnier und Serben wurden gegeneinander aufgehetzt

27. Mai 2018

Der Krieg im Vielvölkerstaat von den USA inszeniert.

Der „sozialistische Traum“ von Brüderlichkeit und Einheit im Vielvölkerstaat Jugoslawien unter Tito wurde nach dessen Tod zu einem Alptraum für die  Balkan-Staaten. Hunderttausend Tote. Eine Million Vertriebene. Der größte Genozid in Europa seit 1945. Der tapfere Vielvölkerstaat musste sich einer westlichen Übermacht geschlagen geben.

Allein und isoliert hatte Jugoslawien nach dem Zerfall der Sowjetunion lange den von den Westmächten unterstützten Sezessionen und Sanktionen widerstanden. Allen Widrigkeiten zum Trotz blieben die einzelnen Territorien unabhängig und verpflichteten sich zu einer Wirtschaft, in der soziales Eigentum eine Hauptrolle spielte. Die jugoslawische Föderation hat vieles überstanden, aber es waren westliche verdeckte Operationen, allen voran der USA, die schließlich mit Hilfe der NATO durch einen Putsch zum Desaster führten. Siehe: https://archives.globalresearch.ca/articles//ELI112A.html

Unter dem Titel Yugoslavia Transformed entwickelte die CIA eine Strategie für den Jugoslawienkrieg.

Schon  im Oktober 1990 wurde vom Direktor der Central Intelligence Agency CIA ein Szenario erstellt,  das folgende Punkte enthielt:

1)  Jugoslawien wird innerhalb eines Jahres aufhören, wie ein Bundesstaat zu funktionieren und sich wahrscheinlich innerhalb von zwei Jahren auflösen. Eine Wirtschaftsreform wird den Zusammenbruch nicht verhindern.

2) Serbien wird kroatische und slowenische Versuche blockieren, eine jugoslawische Konföderation zu bilden.

3) Es wird ein langwieriger bewaffneter Aufstand der Albaner im Kosovo stattfinden. Ein landesweiter Krieg ist unwahrscheinlich, aber interkommunale Konflikte werden das Auseinanderbrechen begleiten und danach andauern. Die Gewalt wird hartnäckig und bitter sein.

4) Es gibt wenig, was die Vereinigten Staaten und die europäischen Alliierten tun können um die Einheit Jugoslawiens zu erhalten, denn die Jugoslawen werden solche Bemühungen als gegen die Demokratie und Selbstbestimmung gerichtet sehen.

Siehe: https://www.cia.gov/library/readingroom/docs/1990-10-01.pdf

Im November 1998 legte Präsident Bill Clinton einen Plan für den Sturz der jugoslawischen Regierung vor, ein gewalttätiger Konflikt in Montenegro würde der NATO einen Vorwand für eine Intervention bieten.

Der anfängliche Schwerpunkt des Plans lag auf der Unterstützung sezessionistischer Kräfte in Montenegro und der rechten Opposition in Serbien.  Man nutzte ethnische und religiöse Spannungen geschickt aus, um Volksgruppen gegeneinander aufzuhetzen. Subversive Agenten der Geheimdienste hatten Millionen Dollar zur Verfügung und Aktionen unter falscher Flagge verfehlten nicht die beabsichtigte Wirkung.

Die Blaupause für viele der von den USA inszenierten Kriege, nämlich perfide Lügen, funktionierte auch in Jugoslawien und wie immer im Vorfeld von Kriegen war der Börsenspekulant George Soros mit von der Partie.

Soros verriet später auch, welche Chancen dieser erzwungene Krieg eröffnet hat. Das Engagement der USA in der Region, so sagte er, „schafft Investitionsmöglichkeiten“ und „Ich bin glücklich, mein Geld dort hinzuschleppen, wo es hingehört“. Ähnlich glücklich dürfte auch der für den Jugoslawienkrieg zuständige Nato-General Wesley Clark gewesen sein, da die USA im nach Kriegsende eilig als unabhängig erklärten Kosovo die größte US-Militärbasis Europas – das Camp Bondsteel – als Bastion der NATO in Südosteuropa errichteten.

Ein CIA-Agent der ersten Stunde des Jugoslawien-Konflikts beschuldigt als Whistleblower die USA.

Robert Baer arbeitete von 1991 bis 1994 als Senior-CIA-Agent im ehemaligen Jugoslawien. In einem Interview mit dem Reporter Milos Cupurdija 2013 in Kanada beleuchtete er  die Ereignisse, welche Jugoslawien zerrissen und in einen schrecklichen Krieg geführt haben.

Als Grund für seinen Einsatz in Slowenien habe man ihm gesagt, dass sich Slowenien bereit mache, seine Unabhängigkeit von Jugoslawien zu erklären. Er hatte Geld in Höhe von mehreren Millionen Dollar zur Verfügung, um Nichtregierungsorganisationen, Oppositionsparteien und Politiker zu finanzieren, die alle bereit waren, die Bevölkerung dafür aufzustacheln.

Wer sich weigerte, zu kooperieren, verschwand von der Bildfläche.

Viele Offiziere und CIA-Agenten verschwanden, weil sie sich weigerten, die Propaganda gegen die Serben zu verbreiten, sagte Baer. Er fügte hinzu, dass er schockiert gewesen sei über die Menge an Lügen, die CIA und die US-Regierung begangen hätten. Nur wer sich ein Gesamtbild zusammenstellen konnte, war sich im Klaren über die Ziele der Aktion.

Die Propaganda lief nicht nur ausschließlich gegen die Serben. Ziel war die Teilung der Republiken und die Trennung der Staaten von Jugoslawien. Man brauchte ein Opferlamm, jemand, der für den Krieg und die Gewalt verantwortlich sei. Serbien wurde auserkoren, weil es in gewisser Weise der Nachfolger von Jugoslawien war. Auch die Verbindung mit Russland dürfte eine Rolle gespielt haben.

Ein perfider Plan – Volksgruppen werden von gutgläubigen CIA-Agenten gegeneinander aufgehetzt.

Baer traf am 12. Januar 1991 mit drei anderen Agenten mit einem Hubschrauber in Sarajevo ein, um vermeintliche serbische Terroristen im Auge zu behalten, die angeblich einen Angriff auf Sarajevo vorbereiten sollen.

Er sagte, dass sie Informationen über eine Gruppe namens „Serbischer Supreme“ und ihre Pläne hatten, wichtige Gebäude in Sarajevo anzugreifen, mit dem Ziel, Bosnien aus Jugoslawien herauszubrechen.

Allerdings habe eine solche Gruppe nie existiert und er und andere Agenten wurden von ihrem zentralen Kommando ausgetrickst. Sie erhielten die Aufgabe, die Bevölkerung zu warnen und Panik unter den Politikern in Bosnien zu verbreiten mit der Warnung, dass die Serben angreifen werden. Ironischerweise hatte die Operation den Namen „Istina“ (= Wahrheit) – genau das, was sie nicht war.

Das Massaker von Srebrenica hatten Bosniaken und Amerikaner angezettelt, um Grund für einen Angriff zu haben.

Baer sagte, dass das Drama in Srebrenica auf Bosniaken, Serben und Amerikaner zurückzuführen sei, aber die Schuld wurde den Serben gegeben. Viele der Opfer seien als Muslime beerdigt worden, obwohl sie doch Serben oder andere Nationalitäten waren. Vor einigen Jahren hätte ein Freund, ein ehemaliger CIA-Angestellter, der derzeit im IWF arbeitet, ihm erzählt, dass Srebrenica ein Produkt einer Vereinbarung zwischen der US-Regierung und bosnischen Politikern sei. Srebrenica wurde geopfert, weil Amerika durch die angeblichen Verbrechen der Serben einen Grund zum Angriff  hatte.

Auf die Frage, was der Grund sei, Jugoslawien zu zerschlagen, und warum die USA eine Rolle in der Region spielen wollten, entgegnete Baer, ​​der Grund sei offensichtlich, denn die Leute, die den Krieg leise einleiteten und dann laut nach Frieden schrien, sind jetzt Besitzer jener Unternehmen, die in den Ländern Ex-Jugoslawiens eine Vielfalt von Bodenschätzen und dergleichen ausbeuten. Er sagte, dass sie einfach durch den Krieg Sklaven geschaffen hätten, denn jetzt arbeiteten die Leute fast umsonst und die Produkte gehen nach Deutschland und in die USA, also verdienen sie viel. Am Ende müssten die Länder des ehemaligen Jugoslawien bezahlen, um selbstgemachte Produkte zu importieren, und da sie kein Geld haben, nehmen sie Kredite auf. Das sei die Geschichte mit dem ganzen Balkan…

Mesic, Tudjman, Izetbegovic, Karadzic – sie alle nahmen Geld von der CIA. 

Als er gebeten wurde, einige der Politiker zu nennen, die Geld von der CIA nahmen, sagte Baer, ​​dass dies heikel sei…  Aber er nannte Stipe Mesic, Franjo Tudjman, Alija Izetbegović, viele Berater der jugoslawischen Regierung und einige serbische Generäle, Journalisten und Militäreinheiten. Er sagte, dass Radovan Karadzic auch für eine Weile bezahlt wurde, aber als er realisierte, dass er in Bosnien wegen Kriegsverbrechen geopfert und angeklagt werden würde, hörte er auf, Gelder anzunehmen. (Quelle)

Es gab mehrere Bestandteile des Plans und Mord war ein Schlüsselelement im westlichen Arsenal. General Wesley Clark hatte schon 1999 Pläne für eine NATO-Invasion in Montenegro ausgearbeitet.

Am 8. Juli 1999 enthüllten US-amerikanische und britische Beamte, dass Kommandoteams ausgebildet wurden zur Gefangennahme angeblicher Kriegsverbrecher und des jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic. Als Ermutigung für Söldner kündigte das US-Außenministerium eine Prämie von 5 Millionen US-Dollar für Präsident Milosevic an. Mehrere jugoslawische Regierungsbeamte und prominente Persönlichkeiten, darunter der Verteidigungsminister Pavle Bulatovic, wurden erschossen. Die meisten dieser Verbrechen blieben ungelöst, da die Attentäter entkommen konnten.

Kopfgeld für Milosevic, Bomben auf sein Haus und vom Militär finanzierte Maulwürfe in der Regierung.

Während NATO-Bomben auf Jugoslawien fielen, unterzeichnete Bill Clinton ein geheimes Papier, das die CIA anwies, die jugoslawische Regierung zu stürzen. Der Plan sah vor, dass die CIA Oppositionsgruppen die Rekrutierung von Maulwürfen in der jugoslawischen Regierung und im Militär heimlich finanziert. Die Bemühungen, Maulwürfe in Polizei und Armee zu rekrutieren, brachten schließlich zwei Jahre später Früchte, als abtrünnige Polizisten den Angriff des Mobs auf das Bundesparlament unterstützten.

Während des NATO-Krieges gegen Jugoslawien traf am 22. April 1999 eine Rakete das Haus von Präsident Milosevic. Zum Glück hielten er und seine Frau sich an diesem Abend woanders auf. Pentagon-Sprecher Ken Bacon gab schnell bekannt, dass „wir nicht auf Präsident Milosevic zielen“. Was sonst sollte eine Rakete bezwecken, die um 3:10 Uhr in Milosevics Schlafzimmer einschlug? Im November 1999 wurden Mitglieder eines Mordkommandos mit dem Codenamen „Spider“ in Jugoslawien festgenommen. Laut Minister Goran Matic steckte der Französische Geheimdienst dahinter.

Österreichische Heckenschützen in Zivil stehen im Sold der Franzosen.

Ein entfernter Bekannter, Offizier der österreichischen Spezialeinheit „Jagdkommando“, verdingte sich eineinhalb Jahre lang in Jugoslawien als Söldner. Er versah seinen Dienst in Zivil als Heckenschütze, seine Zielpersonen waren Militärs, den Sold bekam er von den Franzosen. Er ist inzwischen untergetaucht. Viele seiner Kollegen kamen nicht mehr zurück. Alle Unterlagen des Bundesheeres und die gesamte Befehlslage zum damaligen Operationsfall „Jugoslawien“ wurden vernichtet. Der Spiegel schrieb im Juni 2000 unter dem Titel „Konjunktur für Auftragskiller“ ebenfalls über dubiose Morde in Jugoslawien.

Der Staat Jugoslawien stand dem geostrategischen Entwurf der USA im Wege.

In seinem Buch „Secrets of the White House“ schreibt der ehemalige CIA-Agent Robert Baer über den Vielvölkerstaat: „Der Staat Jugoslawien stand dem geostrategischen Entwurf der USA im Wege. Immerhin war es ein Staat mit einigem Gewicht und einigem Prestige, mit Bodenschätzen sowie mit einer der stärksten Armeen Europas.“ Was die USA wirklich wollten, war eigentlich ganz Jugoslawien, nicht nur ein weiteres Stück. Und eine Militärbasis auf dem Balkan.

Auch die Wahlen nach Kriegsende wurden massiv beeinflusst, durch die EU und die Nationale Stiftung für Demokratie des Börsenspekulanten George Soros.

US-Außenministerin Madeleine Albright forderte Straßendemonstrationen, um die Regierung zu stürzen, sollte das Wahlergebnis nicht befriedigend ausfallen. In der Woche vor der Wahl veröffentlichte die Europäische Union eine „Botschaft an das serbische Volk“, in der sie bekannt gab, dass ein Sieg des Oppositionskandidaten Vojislav Kostunica zur Aufhebung der Sanktionen führen würde. „Selbst wenn Milosevic durch demokratische Abstimmung zurückkommen sollte“, sagte ein EU-Beamter, würden die Sanktionen bleiben. Zwei Organisationen unter der Schirmherrschaft des „National Endowment for Democracy“ – eine der Lieblingsstiftungen von George Soros – des National Democratic Institute und des International Republican Institute stellten 4 Millionen Dollar für eine Tür-zu-Tür-Kampagne und Wahlprogramme zur Verfügung.

In einer seiner ersten Amtshandlungen trat der nach Kriegsende gewählte Präsident des Bündnisses DOS Kostunica dem Balkan-Stabilitätspakt bei. Sein Privatisierungsminister, Aleksandar Vlahovic, kündigte einen Plan für die Privatisierung von 7.000 Firmen an. Da war sicher für George Soros auch einiges dabei.

Die USA waren nicht der Retter, sondern der Zerstörer des Vielvölkerstaates.

Die offizielle Geschichtsschreibung und die öffentliche Meinung sieht in den USA immer noch den Retter, welcher den grausamen Krieg der Balkanvölker beendet hat, obwohl deren Geheimdienst maßgeblich auch an dessen Ausbruch beteiligt war. Robert Baers Botschaft an die Menschen im ehemaligen Jugoslawien ist, dass sie ihre jüngste Vergangenheit vergessen sollten, weil sie inszeniert und gefälscht wurde. Sie sollten aufhören, einander zu hassen und gemeinsam zeigen, dass sie genau wissen, wer für ihr Schicksal verantwortlich ist.

Die USA haben viele Kriege ohne Kriegserklärung, aber dafür unter  falschen Anschuldigungen gegen Diktatoren wie Gaddafi in Libyen und Assad in Syrien begonnen. Oder mit plumpen Lügen wie den Massenvernichtungswaffen des Irak und der Brutkastenlüge im Golfkrieg. Kein einziger dieser Kriege konnte gewonnen werden. Sie alle hinterließen zerbombte Länder und geschundene Völker.

 

 


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