QAnon: Wenn blinder Glaube die Ver­nunft ausschaltet

Anmerkung der Redaktion: Liebe Leser, der letzte kri­tische Text von Stefan Müller zu QAnon ist auf diesem Blog und in den sozialen Netz­werken heiß dis­ku­tiert worden. Einige Gemüter haben sich gar so erhitzt, dass man uns und den Autor wild beschimpfte, so mancher war gleich so ver­ärgert, dass er uns mit­teilte, dieUnbestechlichen.com nie wieder besuchen zu wollen. Nun denn, die­Un­be­stech­lichen sind ein Autorenblog, bei uns herrscht oft genug keine fixe Meinung zu einem Thema und das ist auch gut so! PS.: Weitere Berichte — die meisten davon positiv gegenüber den Thema — finden Sie hier! HV
Von Stefan Müller:
Das Echo auf meinen letzten Artikel hat mich dann ehrlich gesagt doch etwas über­rascht. Aus diesem Grund widme ich hier erneut dem Phä­nomen QAnon Auf­merk­samkeit und möchte dabei gleich­zeitig auf einige der Kom­mentare reagieren. 
Ich gehöre nun zu den Zeit­ge­nossen, die schon etwas länger in diesem Land namens Deutschland leben. Aus diesem Grund weiß ich auch, dass die Hoffnung tat­sächlich zuletzt stirbt. Paul McCartney sang einst von der Hope of Deli­verance, dieses Lied kann sich der geneigte Leser also gerne als Sound­track zu diesem Artikel anhören.
Donald Trump wird vom linken Estab­lishment gehasst. Doch ist der Feind meines Feindes auto­ma­tisch mein Freund? Dürfen wir so pri­mitiv denken oder wäre hier etwas Dif­fe­ren­ziertheit angeraten?
Teile und herrsche!
Bevor ich mich QAnon zuwende, möchte ich darauf ein­gehen, weshalb ich mich in meinem Artikel aus­ge­rechnet auf meinen Kampf­ge­fährten Jan van Helsing und sein Buch „Geheim­ge­sell­schaften 3“ bezogen habe.
Wie kein anderer Autor hat sich Jan van Helsing um die Wahrheit ver­dient gemacht, ohne dabei Rück­sicht auf Kon­se­quenzen zu nehmen. Seine Ansätze sind mehr als einen Gedanken wert, oftmals stellt sich das Ver­ständnis dann über­haupt erst ein. Da aber gerade das Phä­nomen „QAnon“ belegt, dass viele Men­schen nicht ver­stehen, sondern „glauben“ wollen, möchte ich die Ange­le­genheit etwas mode­rieren. Ansonsten gehen nämlich essen­tielle Infor­ma­tionen zum Thema ver­loren. In „Geheim­ge­sell­schaften 3“ wird mehrfach betont, dass die Schat­ten­mächte kei­nes­falls eine einige und geschlossene Kraft sind. Anstelle dessen gibt es eine Anzahl riva­li­sie­render und zum Teil bis aufs Blut ver­fein­deter Par­teien, die sich sogar mit allen Mitteln gegen­ein­ander kämpfen.
Also: Der Feind meines Feindes ist also mit­nichten auto­ma­tisch mein Ver­bün­deter. Es kommt doch anstelle dessen ganz ent­schieden darauf an, was denn dieser Feind selber für eine Agenda hat. Gerade hin­sichtlich unserer illu­mi­nierten Freunde dürfte doch eines völlig klar sein: Jede Grup­pierung will die Macht und setzt ihren Willen eiskalt durch! Wenn nun das linke Estab­lishment offen­sichtlich unver­söhnlich gegen Trump ein­ge­stellt ist, was hat das mit unseren eigenen Zielen und unserer Agenda zu tun?
Es war kein anderer als Donald Trump, der das System als rigged (mani­pu­liert) bezeichnete. Warum sollte dieses System also jemanden von „außen“ in sein Macht­zentrum lassen? Denken wir hier an Kurt Tucholsky:
„Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten!“

Wie kann also ein auf­ge­klärter Zeit­ge­nosse oder Truther davon aus­gehen, dass dies aus­ge­rechnet bei der Wahl von Donald Trump anders gewesen ist? Wenn Donald Trump ernsthaft irgend­etwas ändern würde, hätte man ihn wohl schnellstens in einem offenen Cabrio durch Dallas spa­zieren gefahren…
Die Fort­führung des Inter­ven­tio­nismus unter Trump
In meinem aktu­ellen Buch „Links­ver­sifft“ habe ich einige signi­fi­kante Tweets von Trump aus den Zeiten seines Wahl­kampfes zusam­men­ge­tragen. Diese Tweets sind teil­weise das völlige Gegenteil dessen, woraus seine tat­säch­liche Politik besteht. Nehmen wir alleine das Thema „Syrien“. In diesen Tweets spricht er von einem sofor­tigen Abzug aus Syrien. Als POTUS hat er nichts Bes­seres zu tun, als diesen Kon­flikt mit meh­reren Mili­tär­schlägen gegen Assad und seine Ver­bün­deten in die Länge zu ziehen.
In meinem letzten Artikel sprach ich von US-Angriffen auf ira­nische Ein­heiten in Syrien. Dies ist für jeden recher­chierbar und wird durch glaub­würdige Augen­zeugen belegt. Die USA griffen ira­nische Milizen in Syrien an, die auf Bitten von Assad im Land sta­tio­niert wurden. Ebenso wurden ira­nische Ein­heiten mehrfach von Israel ange­griffen. Dies wird von QAnon als Angriffe auf den Deep State dekla­riert. QAnon lügt also in diesem Punkt definitiv!
Dann wurde ange­merkt, dass ja in Syrien nur leere Hallen und abriss­be­reite Ein­rich­tungen ange­griffen worden wären. Diesen Punkt habe ich bereits weiter oben kom­men­tiert. Hier wird raf­fi­niert mit der Wahrheit jon­gliert, denn hier muss noch etwas erwähnt werden: Neben den ira­ni­schen Ein­heiten und Stütz­punkten wurden auch Ein­rich­tungen von Assad ange­griffen. Diese Ein­rich­tungen waren aber tat­sächlich leer, weil Truppen und Per­sonal vor den Angriffen eva­kuiert wurden. Der rus­sische Geheim­dienst infor­mierte Assad, damit dieser seinen Schaden mini­mieren konnte. Hätte die syrische Regierung diese Infor­ma­tionen nicht erhalten, wäre die Offensive anders aus­ge­gangen. Die Annahme, Donald Trump würde Cruise Mis­siles für einen Schein­an­griff ver­schwenden, ist in meinen Augen töricht und kindisch.
Ebenso muss erwähnt werden, dass sowohl die USA als auch fast alle anderen west­lichen Regie­rungen immer wieder betonen, dass es keine Zukunft mit Assad gäbe. Diese gebets­müh­len­ar­tigen Wie­der­ho­lungen und der Einsatz extrem kost­spielige Lenk­waffen spricht eine absolut deut­liche Sprache. Der Krieg in Syrien ist defi­nitiv noch nicht beendet!
Dekrete sind preiswert
Ich werde mich hier kei­nes­falls jedem Dekret von Donald Trump widmen, denn das Problem bei Dekreten ist ihre unglaub­liche Belie­bigkeit. Jeder Prä­sident dieser Welt kann nach eigenem Gusto Dekrete erlassen, wohl­wis­sentlich, dass diese ja erst par­la­men­ta­risch bestätigt werden müssen. Erdogan hat nichts anderes getan, während diesem das aus der Truther-Szene natürlich nicht nach­ge­sehen wurde.
Allison Mack und NXIVM
Kommen wir zum Thema Allison Mack und die Sekte NXIVM. Hier möchte ich lako­nisch ant­worten: „Ja, und?“
Mack war Schau­spie­lerin und betä­tigte sich dann als Anwer­berin für einen Sexkult, der auch mit Men­schen­handel und Kin­dersex asso­ziiert wird. Viel­leicht bin ich ein Zyniker, viel­leicht habe ich auch einfach schon zu viel gesehen, aber diese Episode beein­druckt mich nicht, denn ich weiß, was sonst noch so tag­täglich auf diesem Pla­neten pas­siert. Für viele Men­schen ist NXVIM schon (völlig zu recht) der pure Horror. Ebenso gibt es aber auch Kulte, die Kinder lediglich deshalb zu Tode quälen, um diesen kurz vor dem Tod ein spe­zi­elles Hormon aus dem Gehirn abzu­saugen. Auch diese Rea­lität kenne ich und ich weiß, dass dies bei­leibe keine „modernen“ Riten sind. Der Herr der Welt hatte schon immer treue Anhänger!
Aber zurück zu QAnon. Allison Mack wurde am 20.4.2018 ver­haftet. Das erste Posting von QAnon stammt eben von jenem Tag, als die Ver­haftung bereits erfolgt war. Wow, Respekt! Was für ein toller „Whist­leb­lower“. Der Voll­stän­digkeit wegen hier das Posting im vollen Wortlaut:
 
Mack is naming names.
Big names in H‑Wood / Gov’t (local/federal).
Proof.
The ‘Standard’ Hotel. 
Heli­copter crash. 
All related.
Future will prove past. 
Feeling ok today? 
Why is the MX border / Long Beach Port so important? 
Tick TOCK (LLC).
Q
 
Ist das nicht eine wahn­sinnig bahn­bre­chende Infor­mation, die QAnon hier seinen Jüngern mit­teilt? Die Wahrheit tut weh. Aus diesem Grund sollten wir uns jetzt alle hin­setzen und einen tiefen Atemzug nehmen!
QAnon wird von nam­haften Truthern, wie z.B. auch Alex Jones oder Jerome Corsi, gepusht. Wei­terhin gibt es eine Vielzahl weniger bekannter und noch mehr unbe­kannter User in den sozialen Netz­werken, die dem Mythos QAnon immer mehr Fleisch auf die Rippen klat­schen. In Wahrheit ist QAnon aber ein Gerippe!
Nehmen wir z.B. das Märchen mit den Akten und den Mas­sen­ver­haf­tungen. Allison Mack gilt als erste Person, deren „ver­sie­gelte Ankla­ge­schrift“ geöffnet wurde. Das Dumme an dieser Sache? Dafür gibt es absolut keinen Beweis, außer den Sup­portern von QAnon!
Was aber wäre, wenn Allison Mack tat­sächlich aus­schließlich durch die Arbeit der Polizei erlegt wurde? Ich will es kurz und schmerzvoll machen: Wir erleben hier die mit Abstand rück­sichts­lo­seste Des­in­for­mation, seitdem es das Internet gibt. Koin­zi­denzen werden mit Kau­sal­zu­sam­men­hängen ver­mischt und fertig ist die Lauge!
Als Autor weiß ich, wovon ich hier schreibe. Es wird draußen nicht dunkel, weil ich das Licht anschalte. Der einzige Fakt im Zusam­menhang mit Mack lautet: Sie wurde wegen ihrer Mit­arbeit in einem Sexkult fest­ge­nommen. Wo ist hier Raum für den Glauben an eine geheime Ankla­ge­schrift? Welche Pro­mi­nenten sind denn in Folge fest­ge­nommen worden? Welche Namen hat Mack denn „gesungen“?
Koin­zi­denzen sind ja so prak­tisch… wenn man es mit Gläu­bigen zu tun hat!
Korea-Politik
Dann wurde Trump wegen seiner Politik gefeiert, die zur Annä­herung zwi­schen Nord- und Süd­korea geführt hat. Soweit sind wir aber noch gar nicht, und was ich jetzt schreibe, wird vielen Lesern weh tun und ich schreibe es wirklich nicht gerne! Etwa zu Beginn der Obama-Admi­nis­tration wurde ein inter­na­tio­naler Thinktank gebildet, der Sze­narios zur Wie­der­ver­ei­nigung der beiden korea­ni­schen Staaten aus­ar­beiten sollte. Dies geschah unter der Leitung von Heide Simonis (SPD) und wei­test­gehend fernab von der medialen Bericht­erstattung. Das Ver­halten Nord­koreas trug aber dazu bei, dass diese Ideen nicht umge­setzt werden konnten.
Wo stehen wir nun heute? Donald Trump führt in der Phase der Ent­spannung ein gemein­sames Manöver mit Süd­korea durch, das einen Krieg gegen Nord­korea durch­spielt. Als Kim Jong-un dagegen pro­tes­tiert, droht Trump ihm mit dem Schicksal von Muhammar Gaddafi. Nur zur Erin­nerung: Es fand ein völlig ille­galer Angriffs­krieg unter der Führung der USA gegen Libyen statt, nachdem Muhammar Gaddafi auf die Motor­haube eines Pickups gebunden und dann öffentlich von „Rebellen“ gelyncht wurde. Was soll ich über einen Prä­si­denten sagen, der dies einem anderen Poli­tiker vor den Augen der Welt androht? Gut, ja – er sagt wenigstens, was er denkt. Aber macht Trump das wirklich zu einem bes­seren POTUS als Obama oder Killary?
Ame­ri­ka­nische Inter­essen im Nahen Osten
Angeblich wollte Trump nicht mehr die Rolle des Welt­po­li­zisten für die USA. Viele seiner kon­ser­va­tiven und patrio­ti­schen Wähler sahen das als Absage an die bis­herige, inter­ven­tio­nis­tische US-Außen­po­litik. Unter Trump ver­wandelt sich die USA aber zunehmend zum Erfül­lungs­ge­hilfen israe­li­scher Inter­essen: Aner­kennung von Jeru­salem als neue Haupt­stadt von Israel, die Ope­ration in Syrien und natürlich der Kurs gegen den Iran sind klare Indi­ka­toren dafür. Von America First kann keine Rede sein, wenn junge Nord­ame­ri­kaner ihr Leben für Israel lassen müssen!
Ebenso muss hier der US-Angriff auf die Ein­heiten des rus­si­schen „Blackwater“-Klons Gruppe Wagner (OSM) genannt werden. Dieser Angriff fand im Februar dieses Jahres statt und war ein ganz klarer Affront gegen den Kreml. Der einzige Grund für den Luft­an­griff auf die Infan­te­rie­ein­heiten des Unter­nehmens war dessen extreme Effek­ti­vität in Syrien. Was aber wäre pas­siert, wenn Russland einen ame­ri­ka­ni­schen PMC in Syrien ange­griffen hätte?
Des­in­for­mation, Clickbait und meine finan­zi­ellen Interessen
Der Knaller unter den Reak­tionen auf meinen QAnon-Artikel war, dass mir unter­stellt wurde, ich würde diese Befrei­ungs­be­wegung mittels Des­in­for­mation sabo­tieren. Da kann ich nur noch fragen: Wie bescheuert geht es eigentlich noch, oder ist das die Angst bezahlter Trolle vor ihrer Enttarnung?
Donald Trump und QAnon sind keine Retter, im besten Fall ver­folgen sie lediglich ihre eigenen Ziele. Sie gehören zu dem System, das sie zu bekämpfen vor­geben und das Volk schaut begeistert dem Spiel mit den Hand­puppen zu, das sich die linke und die rechte Seite liefern. Dum­mer­weise stecken die Hand­puppen auf den Händen der wahren Macht im Schatten. Aber wen kümmert das schon, wenn man endlich wieder etwas glauben kann?
Im Grunde geht es hier um Eska­pismus, also um den Wunsch, die harte Rea­lität durch Phan­tasien erträg­licher zu machen. Das kann gerne jeder Bürger dieses Landes so hand­haben, aber das sollte dann bitte auch nicht als „Wahr­heits­suche“ dekla­riert werden. Ja, das Leben ist hart – da helfen weder der Gelbe Schein und auch nicht der Glaube an Q, das Orakel aus den sozialen Netzwerken!
Da ich in diesem Artikel des Öfteren von Wahrheit sprach, möchte ich hier noch einen anderen Aspekt davon nie­der­schreiben. Dieser geht jeden von uns an und er ist ver­dammt unbequem! Anstelle konkret im Sinne der Sache zu handeln, ver­halten sich die Men­schen andauernd wie Lem­minge. Dies trifft auf linke, rechte und Frei­geister jeder Couleur glei­cher­maßen zu. Irgendwo am Horizont taucht eine angeb­liche Licht­ge­stalt auf und die Massen ver­sammeln sich dahinter. Alles, was diese Person denkt, tut oder sagt, ist dann auto­ma­tisch höchst wür­devoll, bedeu­tungs­schwanger und natürlich immer unzwei­felhaft richtig. Während die Massen wie Zombies hinter diesen Licht­fi­guren her­torkeln, igno­rieren sie, was sonst noch alles um sie herum pas­siert. Ein Bei­spiel dafür ist QAnon. Während sich andere Men­schen aus Fleisch und Blut auf­reiben, wert­volle Arbeit leisten und ihr Herzblut inves­tieren, ver­halten sich gerade angeblich auf­ge­klärte Frei­geister wie gehirn­ge­wa­schene Guan­tanamo-Insassen und trampeln alles nieder.
Was aber ist mit Soli­da­rität? Es mag sich banal anhören, aber selbst das Schreiben einer posi­tiven Rezension gleicht ja schon einem Geschenk Gottes – während in der gleichen Zeit ca. 10 dahin­ge­rotzte und somit vor Nega­ti­vität trie­fende Kom­mentare in Über­länge ver­öf­fent­licht werden.
Wie gesagt, Rezen­sionen sind ein banales Bei­spiel. Wenn mir dann aber quasi im selben Atemzug auch noch vor­ge­worfen wird, ich hätte hier aus­schließlich monetäre Inter­essen, dann kann ich nur sagen: Geht’s eigentlich noch?
Natürlich habe ich als Autor Interesse an einer grö­ßeren Reich­weite für meine Arbeit. Warum sonst sollte ich über­haupt Bücher publi­zieren? Meine Bücher sollen Men­schen erreichen und über Dinge infor­mieren, die sie in dieser Weise viel­leicht noch nicht kennen. Wenn dann aller­dings aus dem (poten­zi­ellen) Leser­kreis solche Unter­stel­lungen gemacht werden, dann muss ich wirklich fragen: Für wen genau arbeiten wir eigentlich? Nicht nur, dass diese Men­schen absolut keine Soli­da­rität zeigen und uns nicht unter­stützen – sie tun sogar das absolute Gegenteil, sie ver­suchen uns als Autoren zu diskreditieren!
Auch dies ist ein Symptom des neu­ro­ti­schen Selbst­hasses. Aber wir Autoren sind selbst schuld, besonders wenn wir die Leser an ihre Selbst­ver­ant­wortung erinnern. Was erwarte ich Dum­merchen aber auch, wenn ich die Men­schen aus ihrem zucker­süßen Schläfchen zu wecken versuche!
Abschließend möchte ich jeden beru­higen, der sich um meine finan­zielle Situation Sorgen macht. Ich werde nämlich direkt aus Moskau bezahlt, schließlich leiste ich hier doch wert­volle Pro­pa­ganda gegen Trump. /IronieOFF

Aus­richtung derUn­be­stech­lichen und ihre Aufgabe

Als der Autor Stefan Müller schreibe und spreche ich aus­schließlich für mich selbst. Aus dem per­sön­lichen Kontakt mit anderen Kol­legen weiß ich, dass wir teil­weise extrem kon­träre Stand­punkte ein­nehmen. Dennoch respek­tiere ich jeden Ein­zelnen, da wir alle den viel beschwo­renen Mut zur Wahrheit auf­bringen und dafür auch allerhand ris­kieren. Dass meine Arbeits­er­geb­nisse zu einem anderen Schluss geführt haben als z.B. bei Dan Davis oder bei Jason Mason, liegt in der Natur der Sache. Bei Recherchen und der Arbeit mit Kon­takten spielt die eigene situative Ein­schätzung, die Lebens­er­fahrung und die eigene Per­spektive eine ent­schei­dende Rolle. Aber ist das nicht ein wun­der­bares Bei­spiel für wahre Vielfalt?
Die Website Die­Un­be­stech­lichen basiert nicht auf einem vor­ge­ge­benen Kanon aus gedul­deten Mei­nungen oder Ansichten. Ebenso sitzen wir nicht in Redak­ti­ons­sit­zungen und müssen unsere Arbeit von einer höheren Instanz auf die Kom­pa­ti­bi­lität mit einer mys­te­riösen Ideo­logie unter­suchen lassen.
Perfide fand ich in dem Zusam­menhang auch die Sei­ten­hiebe auf Jan van Helsing: „Früher, ja da hast Du tolle Sachen abgeliefert…aber heute…“ Wovon reden wir hier bitte genau? Amüsant war dann fast schon die Tat­sache, dass ein User dann aber nicht erkennen konnte, dass er ein Buch fälsch­li­cher­weise dem guten Jan zuschrieb, es in Wirk­lichkeit aber von Jason Mason geschrieben wurde. Also bitte!
Ich kann jedem User ver­si­chern, dass alle Autoren des Amadeus-Verlags Herzblut in ihre Arbeit fließen lassen. Natürlich können sich Ein­stel­lungen und Stand­punkte im Laufe der Zeit ver­ändern. Autoren erklären diese Ver­än­de­rungen und Per­spek­tiv­wechsel aber auch nach Lei­bes­kräften, da sie ihre Leser­schaft im Boot behalten möchten. Wäre das Gegenteil nicht geradezu die Hölle? Stellen wir uns vor, mit 20 Jahren wäre unsere geistige Ent­wicklung abge­schlossen und wir hätten keinen Durst auf Neues mehr. Wie lang­weilig wäre das Leben dann?
Fil­ter­blasen
Als Autor von meh­reren Sach­bü­chern kann ich aus erster Hand über meine Erfah­rungen mit meinen Lesern berichten. Ich habe Lesungen ver­an­staltet, habe viel Post bekommen und eben­falls auch einige ganz spontane Gespräche mit Men­schen geführt, die ich niemals zu meiner Leser­schaft gezählt hätte. Das Feedback teile ich gerne in drei Schub­alden ein: Zuerst sind da die Men­schen, die meine Bücher aus poli­ti­schen Gründen einfach ver­dammen, und dann ist da eine Gruppe, die meine Bücher in den Himmel lobt. Die für mich unge­wöhn­lichste Gruppe ist jedoch die Gruppe, die von meiner Arbeit ange­triggert wird und den Kontakt zu mir nutzt, um mich mit ihrer eigenen Per­spektive zu über­fluten und zu belehren. Zah­len­mäßig kann ich die Gruppen leider nicht defi­nieren, dazu fehlt mir einfach das nötige Daten­ma­terial. Rein gefühls­mäßig würde ich aber die letzte Gruppe als die zah­len­mäßig größte Gruppe halten und das stimmt mich wirklich nachdenklich.
Ver­ein­facht gesagt, läuft der Kontakt meist nach dem gleichen Muster ab:
„Stefan, schönes Buch hast Du geschrieben. Ich teile die meisten deiner Ansichten, aber hast du auch schon mal über Hydro­kul­turen in Poly­nesien nach­ge­dacht? Also, da kann ich dir nämlich einiges zu erzählen, pass mal auf…“
Hydro­kul­turen in Poly­nesien“ sind natürlich nur ein will­kürlich gewähltes Synonym für irgendein Thema, das mehr oder minder von meiner Arbeit tan­giert wird.
Anfänglich hatte ich gedacht, dass diese Leute wahr­scheinlich selbst dabei wären, ein Buch zu schreiben. Heute kann ich sagen: Diese Men­schen machen vieles, aber sie sind defi­nitiv nicht produktiv!
Anstelle dessen haben solche Kame­raden sich eine per­fekte Fil­ter­blase ein­ge­richtet und nehmen nur das wahr, was durch den Filter zu ihnen dringt. Oftmals reagieren diese Men­schen sogar sehr heftig, wenn eine Infor­mation sie in ihrer Meinung bestärkt. Dies trifft natürlich im gleichen Maße auf die linke, die rechte und die Truther-Szene zu, und dank dieses Mecha­nismus ent­stehen dann Hypes.
Ein schönes Bei­spiel dafür ist Finis Ger­mania (und die übrige Arbeit) von Rolf Peter Sie­ferle. Sie­ferle war seiner Zeit einfach um Jahre voraus. Sein geradezu geniales Buch „Das Migra­ti­ons­problem“ bekam erst durch den Hype um Finis Ger­mania die ver­diente Auf­merk­samkeit. Aber weshalb wurde das kleine Büchlein Finis Ger­mania zu einem solchen Best­seller? War es der rei­ße­rische Titel (das Ende Deutsch­lands)? Waren die Leser so sehr von Sie­ferle begeistert, weil er die Dinge beim Namen nannte? Ent­hüllte der Autor sen­sa­tio­nelle Geheim­nisse? Ist seinen Lesern sein unnach­ahm­licher Stil positiv auf­ge­fallen? Nein, diese Fak­toren waren allesamt zweit- bis drittrangig!
Die bittere Wahrheit lautet nämlich, dass Finis Ger­mania nur deshalb rei­ßenden Absatz fand, weil es auf einer renom­mierten Emp­feh­lungs­liste für Sach­bücher gelandet war und somit vom Main­stream nicht mehr igno­riert werden konnte. Daraus gip­felte ein Skandal, der dann im offenen Hass des Estab­lish­ments gegenüber Finis Ger­mania gebündelt wurde. Diese Abneigung des Estab­lish­ments war es, die das schmale Büchlein zu einem abso­luten Best­seller machte. Sys­tem­kri­tiker regis­trierten die Ablehnung und kauften das Buch, viel­leicht auch aus Trotz. Das Buch wurde also nicht gekauft, weil Men­schen es gut fanden. Die Men­schen kauften das Buch, weil es vom System abge­lehnt wurde!
Ähn­liches kann über zahl­reiche andere Bücher gesagt werden, z.B. über Sar­razins „Deutschland schafft sich ab“, Pirinçcis „Deutschland von Sinnen“, oder Schultes „Kon­troll­verlust“. Daraus kann man den Schluss ziehen, dass die eigent­liche Ziel­gruppe dieser Bücher lethar­gisch bis sogar autis­tisch ist! Ohne Moti­vation von außen lesen diese Men­schen anscheinend keine Bücher. Haben sie es dann aber frem­derregt getan, erschaffen sie einen Hype.
Das Erfolgs­rezept für ein gelun­genes Mar­keting besteht dann fol­ge­richtig in einer maxi­malen Auf­merk­sam­keits­er­zeugung beim Estab­lishment, das dann durch seine Hys­terie und Ablehnung über­haupt erst die Ziel­gruppe in ihrer Fil­ter­blase erreicht und auf­weckt. Oops, fällt Ihnen hier auch gerade etwas auf? Ist das nicht auch genau das Trump’sche Erfolgs­modell? Durch den Hass des Estab­lish­ments zur Licht­figur der Gegen­öf­fent­lichkeit aufzusteigen!
Mensch, warum habe ich Trottel meine Beleg­ex­em­plare von „Links­ver­sifft!“ Nicht an füh­rende Linke geschickt? Anstelle dessen habe ich diese Exem­plare an Kon­ser­vative Größen ver­sandt und sie damit wie die Perlen vor die Säue geworfen… Ich Dummerle!
Resümee
QAnon ist ein Erfül­lungs­ge­hilfe von Trump, damit dessen Anhänger nicht an ihrem Prä­si­denten zweifeln. Damit sind ganz klar auch die Anhänger der Alt-Right-Bewegung und die der evan­ge­li­kalen Christen gemeint. QAnon gibt kei­nerlei neue Hin­weise, sondern greift ein­zelne Details auf, um sie in einen bedeu­tungs­schwan­geren Kontext zu setzen (Soros, Roth­schilds). Im Fall von Allison Mack war das die Zeile: „Mack is naming names.“ Welche Namen sollen das denn genau sein? Warum nennt QAnon diese Namen denn nicht, bevor diese von den Medien ver­öf­fent­licht werden? Viel­leicht, weil Q sie gar nicht kennt?
QAnon arbeitet so, wie es uns „Ver­schwö­rungs­theo­re­tikern“ gerne vor­ge­worfen wird: Er nimmt eine reale Situation und setzt auf mehr oder minder kryp­tische Weise Koin­zi­denzen damit in Ver­bindung. Seine Freunde (z.B. Alex Jones) heben Q dann auf ihr Schild, berichten eine Menge und am Ende hat QAnon das dann angeblich alles ent­hüllt… Ehrlich? Das ist absolut billig!
Ich biete hier jedem eine Wette an. Weder die Clintons und auch nicht Barack Obama werden jemals wegen der angeb­lichen Vor­würfe von QAnon auch nur einen Fuß in ein Gefängnis setzen. Ebenso wird es auch keine ange­kün­digten Mas­sen­ver­haf­tungen geben. Die geheimen Ankla­ge­schriften sind die Aus­ge­burten eines kranken Gehirns, sonst nichts. Hier ist der Wunsch Vater des Gedankens. Ebenso können wir Deut­schen auch noch 100 Jahre auf das Auf­tauchen der Stasi-Akten von Angela Merkel warten – sie werden nicht auftauchen!
Der angeb­liche Auf­wach­prozess ist der nächste Punkt, dem ich mich an dieser Stelle noch widmen muss. Wo in diesem Land wacht denn irgend­jemand auf? Wo soll das auf inter­na­tio­naler Ebene geschehen? Ich behaupte: Das absolute Gegenteil ist der Fall, die Men­schen schlafen noch fester und tiefer als jemals zuvor. Nehmen wir doch alleine unser schönes Vaterland und tun mal so, als wenn wir keinen Zweifel an dem Ausgang der letzten Bun­des­tagswahl hätten. Dann wären nach der Grenz­öffnung von 2015, der Kölner Sil­vester Nacht 2015 und dem Attentat vom Breit­scheid­platz sen­sa­tio­nelle 13% der Wähler „auf­ge­wacht“, um eine Alter­native zu wählen. Was muss denn dann bitte noch pas­sieren, bis der Rest auf­wacht, respektive zusätz­liche 38%, damit eine poli­tische Lösung ermög­licht wird?
Nein, ver­ehrte Leser. Niemand wacht auf, absolut niemand! Anstelle dessen befindet sich die west­liche Welt in einem zucker­süßen und nahezu koma­tösen Schlaf. Störer dieses Schläf­chens werden hin­gegen mit allen Mitteln ver­folgt. Die Wahrheit ist doch: Unsere Unfreiheit war niemals größer als 2018. Stichwort: Netz DG, Shadow Ban, Vor­gehen gegen angeb­liche Hatespeech.
An dieser Stelle wage ich zudem noch eine Pro­gnose, die ich wie Q etwas kryp­ti­scher halten möchte: Die Kräfte, die von vielen Zeit­ge­nossen als Sym­ptome eines Auf­wach­pro­zesses gesehen werden, werden in naher Zukunft ein Desaster ent­fachen. Dieses Desaster wird so extrem sein, dass sich alle Gläu­bigen ver­wundert die Augen wischen werden. Dies wird ver­stärkt auch auf uns Europäer zutreffen. In Wirk­lichkeit stecken nämlich hinter den mut­maß­lichen „Erlösern“ unserer Zeit doch nur wieder die Draht­zieher der Vergangenheit.
Sie wollen mehr darüber erfahren? Lesen Sie um Gottes Willen keines unserer Bücher und bitte, emp­fehlen Sie uns auch keinem ihrer Freunde. Glauben Sie anstelle dessen bitte weiter an den Plan (trust the plan) und halten Sie ihren Ver­stand bloß wei­terhin ausgeschaltet!
Dies ist nun der längste Artikel, den ich für die Unbe­stech­lichen ver­fasst habe. Ich kann nun aber mit Fug und Recht sagen:
Ich habe wirklich fertig!