„Auszug der Jenenser Studenten in den Freiheitskrieg 1813“ von Ferdinand Hodler
Politik

Vom Freiheitskampf der Väter: Die EU ist zur Besatzungsmacht in einem Europa freier Völker geworden

6. Mai 2018

Es war in den frühen Achzigern. Ich war ein junges, ziemlich wildes Ding und kellnerte in einer irischen Kneipe in Köln. Unten, in der neuen, schicken Einkaufs-Mall „Bazaar de Cologne“ im Untergeschoss in einer Ecke war der Pub „The Dubliner“. Tagsüber waren Deutsche und Briten aller Provenienz dort, abends ab zehn waren nur noch Iren da. Sie tranken viel und gaben viel Trinkgeld. Irgendwann ab elf Uhr kam man nur noch nach Gesichtskontrolle rein und dann wurden die „richtigen Lieder“ von den Wolfe Tones etc. aufgelegt und mitgesungen. Sie handelten von Mannesmut und Heldentum gegen die „Black’n‘ Tans“ und über die Cork-Brigade und den Kampf um Irland, ihre Heimat. Viele der alten Lieder, die beim Osteraufstand 1916 gegen die britische Oberherrschaft entstanden sind und zur Teilung der Insel führte, feiern die Helden des Freiheitskampfes. Die Namen der Helden von 1916 kennt man heute noch auf Irland und fast jedes Städtchen ehrt seine Heldenssöhne mit Statuen auf dem Marktplatz oder vor dem Lieblingspub des Freiheitskämpfers: John Mac Bride, Eamonn Ceannt, Thomas James Clarke, James Conolly, Sean Mac Diarmada, Padraig Pearse, Joseph Plunkett, Eamon de Valera …

Die Kellner im „The Dubliner“ – außer mir – wechselten oft, und immer waren es junge Männer und immer hießen sie Patrick O’Sullivan oder Seamus Cahill. Irgendwann wurde es abends stiller in der Kneipe, die Lieder blieben aus, die IRA (Irish Republican Army) stellte die Waffen zurück in den Schrank, doch erst am 28 Juli 2005 schloss man offiziell einen Waffenstillstand. Damit hielt die IRA in Europa einen Rekord: 90 Jahre lang kämpfte die Irish Republican Army um die Befreiung Nordirlands von britischer Besatzung. Doch auch nach dem Waffenstillstand kam es zu kleineren Anschlägen, denn der Konflikt „Na Trioblóidí” brodelte unter der Oberfläche weiter.

Er scheint fast vergessen, der Nordirlandkonflikt. Doch der Brexit bringt die Schichten, die unter der ruhigen Oberfläche liegen, wieder zum Vorschein. Man denkt nun in der freien Republik Irland offen über eine Wiedervereinigung nach. „Ich würde mir wünschen, ein vereinigtes Irland noch erleben zu können“, sagte Irlands Außenminister Simon Coveney.

 

 

Am 5. Mai jährt sich zum 37sten Male der Todestag eines der Freiheitskämpfer Irlands, Bobby Sands. Der 27-Jährige war Parlamentsmitglied in Fermanagh/South Tyrone. Er starb nach einem monatelangen Hungerstreik im berüchtigten H-Block der Haftanstalt Long Kesh. Er war der erste von 10 politischen Gefangenen und Freiheitskämpfern, die ihr Leben für ein freies Irland gaben, indem sie in einen unbesfristeten Hungerstreik traten. Sein Name bleibt unvergessen.

Wir waren vor kurzem Zeugen eines Kampfes um ein freies Katalonien. Der Führer der Separatisten, Carles Puigdemont, hielt mit seiner energischen Forderung nach Sezession Katalaniens die Welt in Atem. Er wurde von den Medien so gut wie einhellig als gewaltsamer Rebell, ja halber Terrorist porträtiert. Katalonien habe doch gar keinen Grund, auszuscheren und verfüge über mehr Autonomie als zum Beispiel die deutschen Bundesländer. Was diese Feststellung mit Katalonien zu tun hat, bleibt unklar.

Carles Puigdemont blieb unbeugsam. Er war sich vollkommen im Klaren darüber, dass die Sache für ihn übel ausgehen könnte. Madrid versuchte es mit polizeilichen Unterdrückungsmaßnahmen, die Staatspolizei führte sich fast wie Besatzer auf, das Volksreferendum wurde mit Blockaden und teilweise Gewalt versucht zu verhindern. Die Katalanen ließen sich nicht einschüchtern und gingen trotzdem. Die katalanische Landespolizei stellte sich gegen die Staatspolizei, es kam zu gewalttätigen Rangeleien. Spanische Polizeibeamte durchsuchten ein Ministerium in der Altstadt Barcelonas. Zehntausende aufgebrachte Katalanen belagerten das Gebäude, die Stimmung war sehr bedrohlich. Über Stunden hinweg konnten die spanischen Polizeibeamten das Ministerium nicht verlassen. Am Abend waren mehrere Polizeifahrzeuge schrottreif, die Dienstwaffen aus den Fahrzeugen entwendet (welcher Polizist lässt unter solchen Umständen seine Waffe im Auto?).

Zwei weitere Führer der Autonomie-Bewegung, Jordi Sánchez und Jordi Cuixart, kamen in Madrid wegen “Aufruhrs” in Haft. Ihnen wird vorgeworfen, die Menschenmasse vor dem Ministerium mobilisiert und kontrolliert zu haben. Als Beweis dient ein Presse-Video, auf dem man die beiden Männer auf dem Dach eines Polizei-Einsatzwagens stehen sieht, wie sie die Demonstranten auffordern, nach Hause zu gehen.

 

(Übersetzung der Untertitel: En la medida que sea posible de una manera tranquila = So weit wie möglich in ruhiger Art und Weise. / Hoy disolvamos esta convocatoria = lösen wir hiermit diese Versammlung auf. / Die Menge ruft: !Ni un paso atrás! = kein Schritt zurück!. )

 

Puigdemont floh vor seiner Verhaftung nach Deutschland. Dort wurde er in Neumünster inhaftert und schrieb aus seiner Zelle an seine Frau, sie solle den Katalanen einschärfen: “Es darf jetzt keine Gewalt geben!” Spanien forderte die Auslieferung des der “Rebellion” Angeklagten. Die Richter am Oberlandesgericht in Schleswig mussten entscheiden. Sowohl der spanische Straftatbestand der “Rebellion“ als auch der deutsche “Hochverrat” setzen die Anwendung von Gewalt zur Durchsetzung des Zieles voraus. Das sahen die deutschen Richter nicht als gegeben und verweigerten die Auslieferung. Carles Puigdemon erhielt Haftverschonung gegen eine Kaution von 75.000 Euro und darf Deutschland nicht verlassen.

Der Mann hatte von Anfang an stets Gewalt verurteilt. Auch als Regierungschef rief er immer wieder zu Frieden und Gewaltlosigkeit auf. Aber auch das legten ihm seine Widersacher als “Masche” aus, mit der Puigdemont, wohl wissend, dass der Rebellionsparagraph mit 25 Jahren Haft drohen könnte, seine Haut retten wolle.

Spaniens Regierungschef Rajoy bremste die Unabhängigkeitsbewegung Kataloniens brutal aus. Er wandte den Verfassungsartikel 155 an und hebelte Kataloniens bestehende Autonomie über Nacht aus. Es blieb jedoch ruhig in Katalonien, weil die Anwendung des Artikels ausdrücklich nur bis zu den katalanischen Neuwahlen im Dezember 2017 gelten sollte.

Doch es geschah, was seit Menschengedenken immer in solchen Situationen geschieht. Die Mächtigen lügen. Der Artikel 155, der Katalonien auf den Status einer spanischen Provinz wie alle anderen degradiert, ist immer noch in Kraft, mit fadenscheinigen Argumenten. Die Zentralregierung in Madrid benutzt den – umstrittenen! – Verfassungsartikel als Vorwand und Mittel zur “Rezentralisierung” und Wieder-Einverleibung Kataloniens in den Zentralstaat. So wird beispielsweise Katalanisch als offizielle Sprache der Schulen wieder abgeschafft, obwohl die zweisprachige Erziehung ein Erfolgsmodell ist.

Gleichzeitig hängt nun die rigorose Anwendung des Artikels 155 wie eine drohende Wolke über ganz Spanien. Bei Widersetzlichkeiten von Regionen oder einzelnen Kommunen gegen die Vorgaben der Zentralregierung greift man Madrid mittlerweile sehr flott zum Art. 155 und setzt Maßnahmen in Gang, um die Regionen und Kommunen zu disziplinieren.

Die Madrider Regierung gewinnt zur Zeit den Machtkampf durch Unterdrückung, Polizeigewalt und Drohungen, aber sie verliert die Herzen der Menschen. Der Widerstandswille wird leiser, aber stärker. Madrid züchtet sich einen Widerstandsgeist heran, der zwar in den Untergrund gedrängt, aber dort zäher und gnadenloser werden wird als vor der Repression gegen Katalonien. Sie erschaffen sich selbst die Rebellen und Widerstandskämpfer aus den Reihen derer, die gewaltlos mehr Selbstbestimmung gefordert hatten. Die Widerstandskämpfer sind dann nicht mehr definierbare Parteien und Organisationen, sondern kommen direkt aus der Bevölkerung, was den Zentralstaat zu noch härteren Unterdrückungs- und Bespitzelungsmaßnahmen zwingt. Aus “kriminellen Aufständischen” werden im Volk bewunderte Helden. Und dieser Funke wird auch auf andere Regionen überspringen.

Die Besorgnis der EU-Granden im “Fall Katalonien” war mit Händen greifbar. Das kleine Volk im Norden Spaniens legte mit seinen Unabhängigkeitsbestrebungen den Finger in die größte Wunde der EU. Der von Machtpolitikern vorangetriebene Superstaat EU trägt schon im “Stadium nascendi” den Keim des Verderbens: Die EU ist ein überdehntes Imperium einer politisch-ideologischen Nomenklatura, das gegen den Willen der Völker überstürzt zusammengenagelt wird. Je schneller und diktatorischer der Superstaat gegen die in Jahrhunderten gewachsenen Nationen durchgepeitscht wird, umso stärker werden die Fliehkräfte. Die bewusst herbeigeführte Schwächung der Nationen lässt auch deren innere Struktur erodieren. Wenn der Nationale Einheitsgedanke sich nicht aus dem Willen zur gemeinsamen Nation, aus gemeinsamer Sprache, Kultur, Religion und Lebensweise speist und die Bindekräfte absterben, zerfällt der Nationalstaat. Baskenland, Katalanien, Nordirland, Korsika, Südtirol, Schottland, sie sind alle Kandidaten für Sezessionen. In Brüssel fürchtet man, dass der Zerfall der EU schneller vonstatten gehen könnte, als die Konstituierung des Superstaates vorangetrieben werden kann.

Dabei ist diese Entwicklung, wie wir aus Emanuel Macrons programmatischer Antrittsrede wissen, das Programm des „Leviathans EU“  – ein Superstaat aus Flickenteppichen kleiner Regionen, in dem die Nationen Europas aufgehen sollen. Auch zu diesem Behufe werden massenhaft Einwanderer nach Europa hereingelassen, um diese Bindekräfte der nationbildenden und erhaltenden Kultur zu zersetzen, damit ein Superstaat möglich wird.

Die Geschichte lehrt den Menschen, dass der Mensch aus der Geschichte nichts lernt. Vor allem Machtpolitiker nicht.

Europas Geschichte ist ein fortgesetztes Ringen um Machtstrukturen und Identität. Völker zu besetzen und zu unterdrücken, geht immer nur eine Weile. Dieselbe Kraft, die Völker und Nationen formt und strukturiert, nämlich das Bewusstsein für Gemeinsamkeiten und Unterschiede der kulturellen Identitäten, ist nicht so einfach aufzulösen, wie Zucker im Kaffee. Gerade unter dem Druck der Opression kehrt das Bewusstsein für die eigene Identität mit Macht zurück. Nicht ohne Grund heißt die europaweit wachsende Bewegung der jungen Leute gegen den EU-Leviathan “die Identitären”. Der Wille, seine eigene Identität zu schützen und zu leben ist ihnen in den verschiedenen Ländern gemein.

Die EU ist zur “Besatzungsmacht” geworden. Und wie alle Besatzungsmächte wird sie den Selbstbehauptungswillen und den Freiheitskampf der Völker wecken, wie das seit über zweitausend Jahren immer wieder geschieht. Wo der Druck groß genug wird, erwachsen die Helden. Es wird nichts nützen, die Männer durch Genderismus geistig zu kastrieren und zu verweichlichen. Sie werden wieder aufstehen und für ihr Land, ihr Volk und ihre Familien kämpfen, wie sie das seit Menschengedenken tun. Vielleicht und hoffentlich mit den Waffen des Geistes:

Das ist nicht des Deutschen Größe
Obzusiegen mit dem Schwert,
in das Geisterreich zu dringen
männlich mit dem Wahn zu ringen
das ist seines Eifers wert.

Höheren Sieg hat der errungen,
der der Wahrheit Blitz geschwungen,
der die Geister selbst befreit.
Freiheit der Vernunft erfechten
heißt für alle Völker rechten,
gilt für alle ewge Zeit.

(Friedrich Schiller)

 

Die römische Besatzung brachte Arminius (Hermann, den Cherusker) hervor. Der römische Geschichtsschreiber Cassius Dio schrieb über die damalige Situation in Germanien und den Grund für die verheerende Varusschlacht im Teutoburger Wald: “ … Als aber Quinctilius Varus den Oberbefehl über Germanien übernahm und sie zu rasch umformen wollte, indem er ihre Verhältnisse kraft seiner Amtsgewalt regelte, ihnen auch sonst wie Unterworfenen Vorschriften machte und insbesondere von ihnen wie von Untertanen Tribut eintrieb, da hatte ihre Geduld ein Ende.“

Eine Analyse, die Ähnlichkeiten mit heutigen Verhältnissen in der EU aufweist.

Der cheruskische Fürstensohn Arminius war Offizier im römischen Heer und lernte das römische Heereswesen und dessen Kriegskunst von der Pike auf. Genau dieses Wissen setzte er im Freiheitskampf der Germanen gegen Rom ein. Er trainierte die germanische Kämpfer in Methoden des Partisanenkrieges, was diesen Männern eigentlich gegen die Natur ging. Aber Arminius wusste, dass die tapferen, germanischen Einzelkämpfer der römischen Militärmaschine hoffnungslos unterlegen waren.

Er brachte das römische Heer unter ihrem Kommandeur Varus dazu, einen verhängnisvollen Weg ins Winterquartier zu nehmen. Auf einer schmalen Passage zwischen sumpfigem Gelände und bewaldeten Hügeln waren die Römer gezwungen, in einer weit auseinandergezogenen, dünnen Linie von etwa 20 Kilometern Länge zu marschieren, dazwischen Lastkarren, Vorratswägen, Leiterwägen mit Frauen und Kindern. Es hatte tagelang geregnet und die gehärteten Lederschilde der Soldaten waren vollgesogen, schwer und aufgeweicht. Die germanischen Kämpfer unternahmen immer wieder Vorstöße aus dem Wald und spikten die Schilde der Römer mit Speeren, die in dem weichen Leder steckenblieben. Die Soldaten erlahmten unter den sperrigen bleischweren Schilden und konnten keine Kampfaufstellung einnehmen. Fast keiner der Römer überlebte. Die Legionen XVII, XVIII und XIX (17, 18 und 19) waren restlos vernichtet. Damit war die römische Besatzung zwar noch nicht vollends beendet. Es dauerte noch etwa 5 Jahre, in denen die Vertuschung des Debakels im Teutoburger Wald betrieben wurde, dann wurden die Feldzüge nach Germanien beendet und die römischen Truppen zogen sich aus dem rechtsrheinische Germanien zurück.

Ein weiteres historisches Beispiel sind die Befreiungskriege, die der französischen Vorherrschaft unter Napoleon Bonaparte ein Ende setzten. Napoleon konnte die Macht auf dem europäischen Kontinent deshalb erlangen, weil die deutschen Fürstentümer und Länder miteinander verfeindet oder Konkurrenten waren. Es gelang ihm, den einen gegen den anderen zu instrumentalisieren, während gleichzeitig Kritik oder Widerstand gegen die französische Vorherrschaft brachial bestraft wurde.

Auch die Unterdrückungsmaßnahmen haben sich seither nicht geändert. Heute werden Facebook & Co zensiert und Kritiker inhaftiert. Der Verleger Johann Philipp Palm wurde damals von den französischen Herren hingerichtet, weil er das Bändchen “Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung” herausgegeben hatte, das die deutsche Unterwerfung unter Frankreich anprangerte. Johann Gottlieb Fichte hielt seine vor Patriotismus brennenden Reden an die Nation. Ernst Moritz Arndt, Freiheitskämpfer und Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung schrieb gegen die Besetzung Deutschlands durch Napoleon an.
Theodor Körner dichtete:

Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten,
vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott.
Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten:
Dann richtet das Volk, dann gnade Euch Gott!

 

Die französische Besatzung entzündete überhaupt erst die Fackel des gemeinsamen Widerstandes aller Deutschen und weckte das Bewusstsein, ein Volk mit gemeinsamer Sprache und Kultur zu sein und sich gegen die Fremdherrschaft zu erheben. Turnvater Jahn gründete den Deutschen Bund, der in gewisser Weise den “Identitären” ähnlich ist. Die deutschen Burschenschaften gehören auch in diesen Zusammenhang und war damals eine durchaus revolutionäre Bewegung der jungen deutschen Männer. Es gab den Tugendbund der Adeligen, Offiziere, Akademiker und Literaten. Sie alle rangen um einen deutschen, nationalen Weg in Freiheit und ohne Fremdbestimmung.

Es gab auch damals das, was wir heute Mainstreampresse nennen, nämlich eine pro-napoleonische Publizistik und der französischen Obrigkeit genehme Berichterstattung.

In ganz Deutschland kam es in den von Frankreich besetzten und annektierten Gebieten zu Aufständen, Unruhen, Demonstrationen auf den Straßen, Desertionen und Steuerverweigerungen. Viele wurden gewaltsam niedergeschlagen, verstärkten aber nur den Widerstand.

Die Freikorps entstanden. Sie rekrutierten sich aus Freiwilligen, wie das Lützowsche Korps. Viele junge Mäönner fielen in den Kämpfen, auch Theodort Körner, der seiner Truppe ein Lied widmete (Lützows wilde Jagd):

 

Der Rock der Lützowschen Studenten war schwarz mit roten Paspeln und goldenen Knöpfen. Auf dem Wartburgfest, vier Jahre nach der Völkerschlacht bei Leipzig, die das Ende der Napoleonischen Besatzung und Deutschland die Freiheit brachte, trugen die Studenten zur Ehre der jungen Helden des Lützowschen Korps die Farben Schwarz, Rot und Gold. So wurden sie zu den deutschen Farben. Hier sei noch angemerkt, dass unter den Freiheitskämpfern auch viele jüdische Deutsche waren.

Drei Jahre, bevor in Deutschland die Befreiungskriege begannen, wurde der Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer standrechtlich erschossen. Er war eigentlich ein friedliebender Mann, Gastwirt und Weinhändler. Als Tirol 1806 unter bayerische und französische Besatzung kam und die Bayern nach mehreren, im Volk unbeliebten Reformen und dem Verbot der Christmette plus einer weiteren Kirchenreform auch noch zwangsweise die Söhne Tirols für ihre Armee rekrutierten, kam es 1809 zum Volksaufstand. Der “Sandwirt”, wie Andreas Hofer auch genannt wird, wurde an die Spitze der Widerstandsbewegung gewählt. Er gewann mehrere Schlachten in kurzer Reihenfolge. Es gab Rückschläge und eine erneute Besetzung Tirols durch napoleonische Truppen. Jetzt riefen die Freiheitskämpfer zum Landsturm auf, dem viele Tiroler Männer folgten, denn es ging um alles. Würde diese Schlacht verloren, wäre Tirol nicht mehr frei geworden.

Bei der dritten Schlacht am Bergisel am 13. August 1809 standen 15.00 bayerische, französische und sächsische Soldaten unter Marschall Lefebvre einer gleichgroßen Truppe von Tiroler Schützen gegenüber. Die Tiroler siegten. Bereits am nächsten Tag wurde auf Schloss Schönbrunn ein Friede zwischen Napoleon und Kaiser Franz I. von Österreich ausgehandelt. Doch durch die Bedingungen fühlte Tirol sich betrogen. Ein neuer Aufstand wurde jedoch niedergeschlagen. Hofer wurde von französischen Besatzungssoldaten gefangen und am 20 Februar durch ein Erschießungskommando hingerichtet.

 

Kein Volk versinkt, das an sich selber glaubt;
auch ich sah
Sterne hell aus Nächten steigen.
Einst kommt der Tag, da steht der Baum belaubt,
und freies Volk wohnt unter seinen Zweigen.

(Friedrich der Große)


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