co2 am Himmel? - Photo By: Zappys Technology Solutions - https://www.flickr.com/photos/102642344@N02/ - CC BY 2.0

Kli­ma­schutz­welt­meister Deutschland versagt beim „Kli­ma­schutz“ (Video)

Deutschland sieht sich gern als Vor­reiter beim Kli­ma­schutz, doch in der Rea­lität sieht das leider anders aus: Deutschland wird seine Kli­ma­ziele bis 2020 noch deut­licher ver­fehlen als bislang gedacht. „Die Annahmen, die da zugrunde liegen, sind leider nicht so wahr­scheinlich“, sagte Bun­des­um­welt­mi­nis­terin Svenja Schulze (SPD) der „Süd­deut­schen Zeitung“ (SZ). Es sei über­schätzt worden, was die bis­he­rigen Maß­nahmen bewirkten. „Sie reichen schlicht nicht.“
(Von Michael Krüger)
Das war vor­her­sehbar. Denn seit 2009 sinken die Treib­haus­gas­emis­sionen in Deutschland nicht mehr. Science-Skep­tical hatte bereits 2015 berichtet.
Die Gründe. Dank der Ener­gie­wende wird per EEG sub­ven­tio­nierter Strom aus Sonne und Wind mit Vorrang und in immer grö­ßeren Mengen in die Netze gedrückt, ohne das die Strom­netze und Speicher dafür aus­gebaut wurden. Teure Gas­kraft­werke, die Sonne und Wind ersetzen könnten, wenn in der Nacht die Sonne nicht scheint und/ oder Flaute herrscht, wurden nicht gebaut, da sie gegenüber den staatlich geför­derten Erneu­er­baren Energien nicht ren­tabel sind. Daher laufen die Braun­koh­le­kraft­werke, die kos­ten­güstig Strom erzeugen, aller­dings nicht ab- und auf­ge­regelt werden können durch, auch wenn die Sonne scheint und der Wind weht. Die Folge: die deut­schen Kohle-Strom­ex­porte haben sich in den ver­gan­genen fünf Jahren ver­zehn­facht. Deutschland ist Koh­le­strom-Export­welt­meister! Das geht aus einem Gut­achten für die Grünen-Bun­des­tags­fraktion aus 2017 hervor. Öster­reich ist dabei der größte Koh­le­strom­ab­nehmer aus Deutschland und impor­tiert lieber kos­ten­güns­tigen Koh­le­strom aus Deutschland, als seine eigenen, „kli­ma­freund­lichen“, aber teuren Gas­kraft­werke ein­zu­schalten. Ähnlich sieht es in anderen Anrai­ner­ländern aus. Die CO2-Emis­sionen nehmen daher nicht nur in Deutschland, sondern euro­paweit nicht ab!

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Video Ergänzung zu den Ver­spre­chungen von Kanz­lerin Angela Merkel ab 2007 wie Deutschland den „Kli­ma­schutz“ schaffen wird.
Ein wei­terer Graund dafür, dass die Kli­ma­schutz­ziele nicht erreicht werden ist, dass die Aus­bau­ziele der Bun­des­re­gierung für Elek­tro­mo­bi­lität weit, weit ver­fehlt wurden. E‑Autos sind auf deut­schen Straßen wei­terhin die Aus­nahme und nicht die Regel. Der Grund: E‑Mobilen mangelt es wei­terhin an Reich­weite und diese sind wei­terhin in der Anschaffung viel zu teuer. Ein E‑Mobil eignet sich allen­falls als Zweit-/ Stadtauto und das Lade­stel­lennetz ist unzu­rei­chend und unkon­for­tabel. Die Leute wollen nicht ständig nach Lade­sta­tionen suchen und den Stecker in die Dose stecken, die dann viel­leicht nicht mal passen, oder funktionieren.
Eben­falls ver­fehlt hat die Bun­des­re­gierung ihre Ener­gie­ef­fi­zi­enz­ziele. Weder Strom­ver­brauch noch Ener­gie­ver­brauch sind in Deutschland zurückgegangen.

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Es könne „sogar noch schlimmer kommen“, sagte die Umwelt­mi­nis­terin jetzt der SZ. Mitt­ler­weile hätten viele andere Länder beim Kli­ma­schutz auf­geholt. „Vor­reiter waren wir mal, über viele Jahre“, sagte Schulze. „Aber wir sind zu lange stehen geblieben.“
Laut des Climate Action Network (CAN) liegt die Bun­des­re­publik beim Kli­ma­schutz inzwi­schen nur noch auf Platz 8 der 28 EU-Länder. Der Verband wirft Deutschland vor, ehr­gei­zigere Ziele auf EU-Ebene zu bremsen. Die ambi­tio­nier­testen Kli­ma­schützer in Europa sind der Rang­liste zufolge Schweden vor Por­tugal und Frankreich.
 


Der Beitrag erschien zuerst bei Sci­en­ce­Scep­tical hier