Politik

Pressefreiheit und Claus Kleber: Putzerfische werden nicht gefressen

28. November 2018

Wenn man in der Filterblase der Günstlinge und Herolde der Herrschenden lebt, ist die Welt subjektiv immer total in Ordnung. Einschränkungen? Unterdrückung? Zensur? Repressalien? Nicht die Bohne. Man ist wirtschaftlich vollkommen gesund, wird hofiert und hat alle Freiheiten, die man möchte – um im Sinne des herrschenden Systems zu wirken.

Das ist auch in der Natur so. Haie sperren das Maul mit ihren gefürchteten Zähnen auf und lassen die Putzerfische gnädig und unbehelligt emsig ihr Werk verrichten. Die Putzerfische leben prima davon und können sich ihrer Aufgaben unbesorgt widmen, denn niemand kommt dem Hai nahe. Da ist er supersicher und wird immer satt, der kleine, muntere, fleißige Putzerfisch. Für den Hai ist es prima, dass all die Überreste der Getöteten und Gefressenen, die noch zwischen den Zähnen hängen, schön sauber und blitzblank weggeputzt werden und alles wieder gut ausschaut. Wieder strahlend weiße Haifischzähne, denen man das Blut und das Schlachten nicht mehr ansieht. Fragt man den Putzerfisch, sind Haie wirklich nette Typen und soooowas von harmlos.

Da klickert man sich so durch‘s Internet und findet die Überschrift „Claus Kleber warnt vor wachsender Einschränkung der Pressefreiheit“: Huch? Aus Versehen auf der Seite vom Satireblog „Postillon“ gelandet? Nein, auf Heise. Ooookaaayy… Sollte der Mann etwa tatsächlich was gemerkt haben und tatsächlich Partei gegen die allgegenwärtige Zensur, Systemgehorsam und Manipulation der Systemmedien ergreifen? Ist die Welt plötzlich aus den Fugen geraten?

Ruhig Blut, lieber Leser, gemach. Fehlalarm. Schon der erste Satz des Beitrages klärt auf:Der ZDF-Journalist Claus Kleber befürchtet in vielen Ländern eine zunehmende Einschränkung der Pressefreiheit und anderer Menschenrechte. ‚US-Präsident Donald Trump geht mit seinen Mitteln da ran – bisher war das hauptsächlich diese ‚Fake-News-Brüllerei‘. Dann macht er, was alle totalitären Herrscher machen: Die freie Presse zerstören‘, sagte der Moderator des heute-journals der dpa.“

Na klar, es sind die Anderen. Inneres Kichern… Ach ja, Trump-Bashing. Da kann Bösewicht Nr. 2 (der ungarische Premierminister Viktor Orbán) nicht weit sein. Wen hamwer denn da noch? Na, sicher, Präsident Wladimir Putin, den türkischen Präsident Recep Tayyip Erdoğan und vielleicht schon als Newcomer den frisch gewählten Präsidenten Brasiliens, Jair Bolsonaro? Gleich im nächsten Satz sind Präsident Erdoğan und Ministerpräsident Orbán dran, gefolgt von Polens Ministerpräsident Jarosław Kaczyński. Den hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Herrn Putin und Herrn Bolsonaro hatte er wohl vergessen – oder der Beitrag wurde gekürzt.

Herr Kleber hat sich dem Thema Menschenrechte gewidmet und ist in der ganzen Welt auf „Spurensuche“ gegangen, wie es denn mit der Pressefreiheit aussieht. Also, eine Spurensuche sieht anders aus, als dass man um die Welt jettet, um die schon mehr als sattsam bekannten Ikonen des globalistischen Zeitgeistes, wie Herrn Zhang Weiwei, abzuklappern und sich gegenseitig nochmal in seiner politisch korrekten Meinung zu bestätigen.

Dabei hat Herr Kleber durchaus schon Erfahrungen im echten Feldversuch gesammelt. Darüber spricht er aber nicht gern. Es ging nämlich voll daneben und war äußerst demaskierend.

Das kam so: Herr Claus Kleber hat ein Experiment gemacht und sich in der Universität Heidelberg in einen vollbesetzten Hörsaal gestellt und dort vorgetragen, dass die Medien, namentlich das ZDF, über die gesendeten Inhalte politisch mit der Regierung abspreche, was man denn so senden darf oder senden muss und was gar nicht geht:

Natürlich gebe es keine direkten Anweisungen, fing er an. Aber es sei doch völlig klar, sich mit der Kanzlerin oder eben ihrem Sprecher abzustimmen, sich auch mal beibiegen zu lassen, wann ein paar kritischere Töne in der Flüchtlingspolitik nötig seien; und wann man die Dauerkritik an Erdoğan und Putin ein wenig zurückzufahren habe. Denn schließlich würde Putin für den Frieden gebraucht und Erdoğan für die Lösung des Flüchtlingsproblems. Für die Öffentlich-Rechtlichen im Besonderen und für die Presse insgesamt sei es nur selbstverständlich, auf vitale Interessen des Staates Rücksicht zu nehmen; das sei einfach ihr Job, so Kleber. Und wartete ab.“

Der tolle Plan Herrn Klebers war, so á la versteckte Kamera die Reaktionen der empörten Studenten zu provozieren und darüber eine Diskussion anzufangen. Aber:

Kein Protest aus dem Publikum, keine Kritik, nicht mal Rückfragen, stattdessen diffuse Zustimmung. Der eigentliche Schock, sagte Kleber, sei für ihn gewesen, dass die versammelten Bürgerinnen und Bürger selbstverständlich davon ausgingen, dass Journalismus nun mal als von Politikern gelenkte Meinungsmache funktioniere. Er bezeichnet die achselzuckende Akzeptanz des Manipulationsgeredes als den bislang ’schlimmsten Angriff“ auf seine Journalistenehre.“

Anscheinend war Herrn Kleber nicht wirklich klar, dass etwa 85 Prozent der deutschen Bürger so denkt. Man wird das in dem Hörsaal allgemein als Eingeständnis einer längst bekannten Tatsache gewertet haben. Mehr nicht.

Hadmut Danisch schreibt dazu auf seinem Blog: „Und wenn man von Journalisten von ARD und ZDF hört, sie seien noch nie auf eine Tendenz der Berichterstattung eingeschworen worden, dann ist das falsch und unwahr. Entweder lügen sie oder sie sind wirklich strohdoof und unfähig. Ich habe das mehrmals und intensiv miterlebt (und selbst jahrelang erfahren), wie Journalisten unter Druck gesetzt, eingeschworen und niedergemacht werden, wenn sie nicht parieren. Beispiel: Pro Quote. Die SPD gibt eine Frauenquote vor, und jeder bekommt Prügel, der nicht sofort folgt. Da wird gegiftet, gegeifert, geschimpft, gekündigt und intrigiert.“ 

Die Nummer der gekränkten Journalistenehre ist also nicht überzeugend. Selbst, wenn es so wäre: Es gehört allerdings auch eine Hochbegabung dazu, sich in seiner Filterblase wirklich von der Welt da draußen dermaßen komplett abzuschotten. Nichts mitzubekommen von dem ganzen Skandal um das angebliche Hetzjagd-Video aus Chemnitz und der Schlachtung eines nicht ganz Merkel-stromlinienförmigen Hans Georg Maaßen oder den perfiden Plan der Merkelregierung, den Migrationspakt klammheimlich hinter dem Rücken des Volkes zu unterschreiben. Es ist der AfD zu verdanken, dass das öffentlich wurde. Hat Herr Kleber darüber aufgeklärt? Nein. Die Unterzeichnung des Migrationspaktes wird das Schicksal Europas und Deutschlands sehr verändern, vielleicht sogar in einer Katastrophe für den ganzen Kontinent münden und Herr Kleber hat es nicht einmal für nötig befunden, darüber zu berichten. Warum?
Wir alle kennen die Antwort.

Der Bestsellerautor und ehemalige Fernsehmoderator Peter Hahne unterscheidet sich da wohltuend von seinem Kollegen Claus Kleber. Er ruft zum Widerstand gegen Meinungsdiktatur und falsche Toleranz auf und fordert eine Leidenschaft für die Wahrheit.

Heute jubelt uns jede Minderheit unter dem Deckmantel der Toleranz ihre Ideologie unter, und selbst Kirchen und Parteien mit intelligenten Leuten an der Spitze fallen auf diese Meinungsdiktatur oft schon in vorauseilendem Gehorsam rein. (…) Die christlich geprägte europäische Kultur geht vor die Hunde, wenn wir nicht endlich der Diktatur des Relativismus eine Leidenschaft für die Wahrheit entgegensetzen.“


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