Warum zer­stören Flücht­linge aus dem Nahen Osten christ­liche Strukturen?

Der tür­kische Prä­sident Recep Tayyip Erdoğan hat in seiner Rede vor der Gene­ral­ver­sammlung der Ver­einten Nationen im Sep­tember einen ver­nich­tenden Angriff auf die Euro­päische Union gestartet. Er warf der EU vor, nicht genug getan zu haben, um die Flücht­linge zu unter­stützen und for­derte, dass die EU der Türkei mehr zahlen sollte, als sie zugesagt hatte (drei Mil­li­arden Euro).
Erdoğan hat oft argu­men­tiert, dass das christ­liche Europa mehr mus­li­mische Flücht­linge auf­nehmen sollte. In einer Rede von 2016 drohte er wütend damit, die Schleusen der Migranten nach Europa wieder zu öffnen (allein im Jahr 2015 pas­sierte eine drei Viertel Million Migranten die Türkei auf ihrem Weg nach Europa).
Nutzt Erdoğan die meist syri­schen Migranten als Ver­hand­lungs­basis, um den geschei­terten EU-Bei­tritt seines Landes neu zu bewerten? Ist er nur ein Tep­pich­händler, indem er ver­sucht, die Summe der euro­päi­schen Gelder, die als Hilfe in die Türkei fließen, zu maxi­mieren? Kein Zweifel, aber nicht nur das. Seine isla­mis­tische Ideo­logie besagt, dass die Zahl der Muslime, die in allen Ecken des Alten Kon­ti­nents leben, eines Tages einen demo­gra­phi­schen Sieg für den Islam ein­läuten sollen.
Mit der Kraft des Schwertes “ungläubige Länder besetzen” war eine osma­nische Idee. Die Besetzung von ungläu­bigen Ländern durch die Demo­graphie ist eines der Merkmale des post­mo­dernen Isla­mismus, da den mus­li­mi­schen Nationen, im Gegensatz zum Osma­ni­schen Reich, die für eine mili­tä­rische Invasion erfor­der­liche mili­tä­rische Macht fehlt.
Die jüngsten Ereig­nisse auf der grie­chi­schen Insel Lesbos, wo die will­kom­mens­be­reite lokale Bevöl­kerung allen mus­li­mi­schen Migranten gegenüber äußerst hilfs­bereit war, zeigen die rea­lis­ti­schere Seite der mus­li­mi­schen Ein­wan­derung in christ­liche Länder. Sogar Papst Fran­ziskus besuchte im April 2016 die meist syri­schen Migranten in zwei Lagern auf der Insel Lesbos, um seine Soli­da­rität mit ihnen aus­zu­drücken und das Bewusstsein für ihre Notlage zu schärfen.
Im April wurden jedoch schwere Zusam­men­stöße zwi­schen Migranten und Ein­hei­mi­schen auf dem Haupt­platz von Mytilene, der Hafen­haupt­stadt von Lesbos, gemeldet. Etwa eine Woche lang besetzten Migranten den Haupt­platz, um gegen ihre Bedin­gungen zu pro­tes­tieren. Die Demons­tra­tionen lösten zunächst die Wut der Ein­hei­mi­schen aus, dann einiger rechts­extremer Gruppen, die den Platz geräumt haben wollten.
Den Zusam­men­stößen folgten ernstere Nach­richten. Eine Fern­seh­re­portage der Deut­schen Welle behauptete, dass kri­mi­nelle Banden von Syrern, die mit dem isla­mi­schen Staat (ISIS) sym­pa­thi­sieren, im Migran­ten­lager Moria auf Lesbos eine Ter­ror­herr­schaft auf­gebaut hätten. Der Bericht, teil­weise im Geheimen gedreht, zeigte Pro-ISIS-Slogans an den Wänden des über­füllten Lagers.
Anscheinend waren es nicht nur die unmensch­lichen Bedin­gungen im Lager Moria, die die Migranten krank machten. Nicht iden­ti­fi­zierte Migran­ten­gruppen haben ein Kru­zifix auf Lesbos zer­stört. Nur wenige Tage später und in einem zweiten Akt der Ent­weihung ortho­doxer Symbole van­da­li­sierten und zer­störten extre­mis­tische Muslime auf der Insel einen kleinen Pros­ki­nitari (einen kleinen Schrein, der eine Hei­li­gen­figur trägt).
So viel Anspannung auf einer ansonsten fried­lichen grie­chi­schen Insel geschieht nicht ohne Grund. Im Jahr 2017 sagte ein syri­scher Migrant auf Lesbos diesem Autor: “Ich sage Ihnen, so direkt von Moslem zu Moslem. Diese [euro­päi­schen Sozi­al­ar­beiter] sind komisch. Ich weiß nicht, warum um alles in der Welt sie der­maßen in eine mus­li­mische Sache ver­liebt sind, die selbst wir Muslime verachten.”
Im selben Jahr sagte ein Afghane auf der­selben Insel an den­selben Autor: “Eines Tages werden wir guten Muslime ihre ungläu­bigen Länder erobern.”
Zu Beginn der Flücht­lings­krise im Jahr 2015 konnten Sie in diesem Journal lesen:
“Die syrische Flücht­lings­krise in Ländern, die sich vom Nahen Osten bis ins Herzen Europas erstrecken, ist eine weitere Episode in einem gran­diosen, viel­schich­tigen Nahost-Dilemma: Muslime in diesem Teil der Welt betrachten den christ­lichen Westen als “böse”; dennoch wissen sie, dass christ­liche Länder die anstän­digsten Orte sind, um wirt­schaftlich und poli­tisch zu leben. Reiche ara­bische Staaten wenden sich starr von der Notlage ihrer mus­li­mi­schen Mit­men­schen, die eine hel­fende Hand brauchen, ab, und isla­mis­tische Heuchler geben dem Westen die Schuld.”
Drei Jahre später ist das wahrer denn je.
 


Quelle der Erst­ver­öf­fent­li­chung: Gatestone Institute
Burak Bekdil, einer der füh­renden Jour­na­listen der Türkei, wurde kürzlich nach 29 Jahren von der renom­mier­testen Zeitung des Landes ent­lassen, weil er für Gatestone geschrieben hatte, was in der Türkei geschieht. Er ist Fellow beim Middle East Forum.