Whistleblower Politik

Kita-Kollaps in Berlin – was verschweigt die Presse?

1. Februar 2019

Aufregung in Berlin Schöneberg-Tempelhof. Die Kindertagesstätte „Notenzwerge“ hat einen Chaos-Kollaps hingelegt. Der Berliner Senat nennt es eine „einmalige Situation“. 113 Kinder haben plötzlich ab ersten März keinen Kitaplatz mehr. Berliner Zeitungen sind voll davon, Eltern verzweifeln, weil sie ab März nicht wissen, wohin mit ihrem Kind. Die Medien besuchen betroffene Eltern, die ihre Notlage schildern: „Unsere Existenz steht auf dem Spiel“.

Wieder einmal zeigt sich, wie sehr in Deutschland alles nur noch knapp auf Kante genäht ist. Die Familien können sich kaum Kinder leisten, weil beide Elternteile arbeiten gehen müssen, und auch dann schaffen sie es nur so gerade eben von Monat zu Monat. Kaum stockt ein Rad im Getriebe, stehen die Familien vor existenziellen Problemen, Rücklagen gibt es keine, Ausweichmöglichkeiten auch nicht. Es geht eben alles nur noch gerade eben so. Erziehermangel sei das Problem.

Die Eltern klagen vor der Presse, seit einem halben Jahr haben sich in der Kita „Notenzwerge“ mehr und mehr Erzieher krank gemeldet, im November 2018 fielen dann auf einen Schlag 20 Erzieher aus und 25 haben gekündigt. Dabei habe die Kita im Sommer noch angebaut und sich damit verdoppelt. Der Betreiber, die Firma Rahn Education, schweigt. Der Berliner Senat und der Bezirk Schöneberg-Tempelhof bemüht sich um Schadensbegrenzung. Man arbeite mit Hochdruck an einer Auffanglösung, führe Gespräche mit dem Betreiber.

Liest man die Berichte einmal quer, stellt sich heraus, dass sich die Situation über einen längeren Zeitraum hin entwickelt hat. Unter den Erziehern kam es schon lange zu zahlreichen Kündigungen und Krankmeldungen. Die Kitaleitung versuchte sogar über Zeitarbeitsfirmen die benötigten Erzieher zu beschaffen oder Personal aus Leipzig abzustellen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Zwar ist der Personalmangel allgemein in den Berliner Kitas schon lange ein Problem. Bundesweit wirbt man um Erzieher, aber Berlin zahlt schlecht. Es gibt eine Initiative „Kitakrise Berlin“. Daher stehen die Chancen gar nicht gut, dass die 113 gekündigten Kinder in benachbarten Einrichtungen – wenn auch nur vorübergehend – Aufnahme finden. Der Senat kann in besonders dringenden Einzelfällen auch eine private Betreuung, also Tagesmütter, finanzieren.

Der allgemeine Erziehermangel mag vieles erklären, aber diesen einmaligen Fall wohl eher nicht. Wenn es einen so großen Wechsel und Durchsatz gibt, ständige Kündigungen und Krankmeldungen bei gleichzeitigen Krankmeldungen von 20 Erziehern und Kündigung von 25 Erziehern auf einen Schlag, kann man schon von Massenkündigungen und haufenweise Krankmeldungen sprechen – dann ist da etwas faul. Erzieher aus Zeitarbeitsfirmen sind auch nicht gerade die Norm.

Die Selbstpräsentation der Kita „Notenzwerge“ im Netz zeigt ganz deutlich, dass die Betreiber der Kita einen Schwerpunkt auf kulturelle Vielfalt legen, sogar ausdrücklich mit Kindern mit 30 verschiedenen Nationalitäten aus aller Welt werben. „Mehr als die Hälfte unserer Kinder haben einen anderen kulturellen Hintergrund als wir Deutsche. Das ist Teil unseres Bildungsziels der interkulturellen Kompetenzförderung, bei der wir die Vielfalt anderer Sprachen in den Kita-Alltag integrieren“, steht da zu lesen.

Für dieses Ziel hat sich die Kita auch den richtigen Platz in Berlin ausgesucht. Schaut man sich auf der Karte an, wo der Bezirk Schöneberg-Tempelhof liegt, dann liegt die Kita „Notenzwerge“ in der Burgmeisterstraße 10-11 ganz ideal. Obendrüber, im Norden, nur eine kurze Strecke auf der Bundesstraße 96 erreichbar, liegt Berlin Kreuzberg, bekannt für seine äußerst multikulturelle Gesellschaft, die eigentlich schon gar nicht mehr so multikulturell, sondern zum weitaus größten Teil eine rein muslimische ist und ein „sozialer Brennpunkt“. Die Bundesstraße 100 führt in direkter Nähe von den Notenzwergen nach Osten in den nah angrenzenden Bezirk Berlin Neukölln, ebenfalls sowas von bunt und divers und mehrheitlich muslimisch und ebenfalls wenig gutbürgerlich. Die beiden Bezirke gehören zu den Gebieten Berlins, die kinderreich sind. Hier haben etwa drei von vier Kindern einen Migrationshintergrund. Der Betreiber der Kita „Notenzwerge“, die Rahn Education, sitzt hier also geradezu an der Quelle. Offensichtlich verbirgt sich hinter den schön klingenden Texten von „Kindern aus aller Welt“ und „interkultureller Kompetenzförderung“ ein Geschäftsmodell: Oscar Jasinski, ein Maurer, ist ein Vater, dessen Söhnchen Luca von der Kitaplatz-Kündigung betroffen ist. So nebenbei lässt seine Beschwerde über die ganze Situation auch das eigentliche Problem mit der Kita „Notenzwerge“ erkennen: Weil Jasinski aus Polen kommt, habe man ihn immer wieder angehalten, seine Kinder als Integrationskinder einstufen zu lassen. Weil man dann mehr Fördergelder bekomme.“

Da liegt nämlich der Hase im Pfeffer. Berlin hat per se den höchsten Anteil an Migranten und deren zahlreichen Kindern. Die Kita „Notenzwerge“ wird von einer Privatfirma geführt und zieht möglichst viele Einwandererkinder an sich, um neben den Beiträgen auch noch an die Fördergeldtöpfe zu kommen, also an das Geld der Steuerzahler. So kann man sich in wenigen Jahren, wie in den Berichten ja geschrieben, verdreifachen und eine Menge Geld machen. Die damit verbundenen Probleme für die Erzieher dürften mutmaßlich unbewältigbar sein. Massenkrankmeldungen und Kündigungen zeugen eben gerade nicht von einer harmonischen Stimmung, problemlosen, lieben Kinderlein auf sonnendurchflutetem Spielplatz draußen, mit Kinderlachen, unbeschwerter Fröhlichkeit und friedlicher, multikultureller Harmonie. Man braucht nicht lange nachzudenken, warum die Erzieher in Scharen aus dieser Kita fliehen.

Das wird natürlich in den Medien nicht berichtet. Ist ja auch alles nur mutmaßlich.


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