Gesundheit, Natur & Spiritualität

Giftdeponie Mund – Fragen von Vera Wagner an Ellen Carl, die vor 32 Jahren die erste Beratungsstelle für Amalgamvergiftete gründete

13. Februar 2021

Manche Mythen halten sich hartnäckig. So gilt immer noch für die meisten Zahnärzte das hoch giftige Fluorid der Goldstandard in der Karies-Prophylaxe. Im Drogeriemarkt sucht man fluoridfreie Zahnpasta wie die Stecknadel im Heuhaufen, Kindern und Erwachsenen wird Fluor-Lack auf die Zähne aufgetragen, und es werden sogar fluoridhaltige Zahn-Implantate in den Kiefer geschraubt. Obwohl schon viele Wissenschaftler die Verwendung von Amalgam als Zahnflickstoff kritisiert haben, tragen immer noch viele Menschen dieses Nervengift im Mund – oft in Kombination mit anderen Metalllegierungen – oft mit fatalen Folgen für die Gesundheit, die meist erst nach einem jahrelangen Leidensweg oder durch Zufall entdeckt werden. Seit es die Möglichkeit gibt, Zahnmetallvergiftungen nachzuweisen und zu behandeln, wurden viele Patienten von scheinbar unerklärlichen Leiden geheilt oder erfuhren zumindest eine Verbesserung ihrer Symptome. „Die Amalgamvergiftung ist legalisierter Mordversuch auf Krankenschein“ sagt Ellen Carl von der Beratungsstelle für Amalgamvergiftete e.V. gegründet. In den vergangenen 32 Jahren hat sie tausende Betroffene beraten.

Frau Carl, Ihr eigener Leidensweg begann 1986, als Sie zehn neue Amalgamfüllungen bekamen. Wie ging es Ihnen danach?

Alle Symptome, die ich bis dahin ohnehin schon hatte, verschlimmerten sich. Ich war damals 43 Jahre alt. Ganz schlimm waren die Licht- und Geräuschempfindlichkeit und das

Versagen der Beine. 

Was hat Sie auf die Idee gebracht, dass das Amalgam Auslöser Ihrer gesundheitlichen Beschwerden sein könnte?

Ich wurde jahrelang von meiner älteren Schwester vor Amalgam gewarnt. Nach dem Austausch ahnte ich die Zusammenhänge. 

Was habe Sie dann gemacht, die Füllungen wieder entfernen lassen?

Ja, und mit DMPS entgiftet. Die DMPS-Therapie wird für den Bereich außerhalb des Zentralnervensystems als die wirksamste Schwermetall-Entgiftungsbehandlung angesehen. Das Medikament kann Schwermetalle wie Quecksilber, Kadmium, Arsen, Blei, Kupfer, Silber, Zinn an sich binden. DMPS wurde zunächst in China entwickelt und dann in Russland zur Behandlung von Arbeitern mit Schwermetallvergiftungen eingesetzt. Der Toxikologe Dr. Daunderer entdeckte, dass sich DMPS auch zur Entgiftung Amalgamgeschädigter ideal eignet.

Sind Sie das Quecksilber in Ihrem Körper losgeworden?

Gemessen wird, was mobilisiert wurde. Was noch gespeichert ist, kann man erst an meiner Leiche untersuchen. 

Der Toxikologe Dr. Max Daunderer sagte in den 1980er Jahren, „Zahnfüllungen mit Amalgam vergiften auf schleichende Weise Millionen von Menschen und müssen sofort verboten werden. Wer Amalgam in Zahnlöcher füllt, begeht einen schweren Kunstfehler“. Das brachte ihm eine Unterlassungsklage der Bayerischen Landeszahnärztekammer ein. Seit Juli 2018 gibt es eine neue EU-Verordnung: Zahnärzte dürfen Amalgam nicht mehr bei Jugendlichen unter 15 Jahren, Schwangeren und stillenden Frauen verwenden. Die meisten Praxen bieten das Material auch gar nicht mehr an, doch immer noch wird offiziell verlautbart, die gesundheitsschädigende Wirkung der quecksilberhaltigen Füllungen sei wissenschaftlich nicht erwiesen. Das ist doch völlig absurd! Was sagen Sie dazu, nach Ihrem eigenen Leidens – und Heilungsweg und, nachdem Sie sich mit tausenden von Fällen befasst haben, in denen Menschen durch Amalgam krank wurden?

Ich hatte ein kaum fassbares Glück, mit 43 Jahren Herrn Dr.med. Dr.med. habil. Max Daunderer zu begegnen. Nach meiner Über-Nacht-Heilung ging ich zur Abendzeitung München und begann mit einem Artikel meine Aufklärungsarbeit. Ein aufgeklärter Mensch – so dachte ich – wird sich über das Quecksilber in seinem Mund/seinen Zähnen, Gedanken machen. Quecksilber ist überall giftig, vor allem die Quecksilberdämpfe, warum sollte es im Mund anders sein? Ein aufgeklärter Mensch wird andere dazu anregen, sich keine Amalgamfüllungen legen zu lassen. Das war mein Gedanke. Amalgam wird seit 200 Jahren im großen Stil verwendet, seitdem diskutieren Experten darüber, ob es Gesundheits-Schäden verursacht. Lasst die Experten diskutieren, aber entscheidet Euch gegen das Gift im Mund (von wo es eines Tages ins Gehirn wandert). Es gibt Alternativen.

Welches sind denn Ihrer Erfahrung nach klassische Amalgam-Vergiftungs-Symptome?

Hauptbestandteil einer Amalgamfüllung sind 50% flüssiges Quecksilber + Feilung aus Silber/Zinn und Kupfer. Über die Symptome einer Quecksilbervergiftung schreibt Helmut Hörath, Pharmaziedirektor bei der Regierung von Oberfranken/

Bayreuth: „Quecksilber ist ein Nervengift! Chronische Vergiftungen können über Zittern der Hände zu Gedächtnisschwäche bis zur völligen Verblödung führen … Nach peroraler (= durch den Mund) Aufnahme quecksilberhaltiger Mittel kommt es zu Kopfschmerzen, Zittern, Schwindel, Reizbarkeit, Seh-, Hör-, Sprach- und Schlafstörungen….“.

Anmerkung: Diese Symptome hatte ich alle.

Und wie groß stehen die Chancen auf Heilung, wenn der Mund saniert wurde?

Lahme können wieder gehen, Blinde wieder sehen, Dumme wieder denken.

Viele Menschen haben eine chronische Mischvergiftung, dann wird die Therapie schwieriger. Faustregel: Entfernen, was man an Giftnestern entfernen kann, meiden,

was man meiden kann. 

Genügt es, die Amalgam-Füllungen herauszunehmen oder muss man danach grundsätzlich den Körper entgiften?

Grundsätzlich ist es langfristig besser, amalgamgefüllte Zähne ziehen zu lassen. Eine Entgiftung ist empfehlenswert. Das korrekte Gegengift bei einer akuten/chronischen Vergiftung mit Kupfer – Arsen – Quecksilber oder Blei ist DMPS. Man kann das Gegengift i.V. geben, Kapseln schlucken (Dimaval) oder schnüffeln. Im Urin kann gemessen werden, wieviel ausgeschieden wurde. Das Ausbohren sollte unter Dreifach-Schutz geschehen. Sauerstoff über Nasenbrille, Kofferdamm, vor und nach dem Ausbohren Gegengift.

Schon vor über 500 Jahren sagte Paracelsus, „an jedem Zahn hängt ein ganzer Mensch“, und in der Naturheilkunde weiß man, dass Herde in Form von schwelenden Entzündungen nicht nur krank machen, sondern auch die Wirkung jeder noch so guten Therapie zunichtemachen können. Zahn- und Kieferherde machen immerhin 50% aller Belastungen durch Störfelder aus. Ich habe den Eindruck, dass es nur ganz wenige Zahnärzte und Kiefer-Chirurgen gibt, die wissen, wie dramatisch die Auswirkungen kranker, wurzelbehandelter toter Zähne oder Kieferherde auf die Gesundheit sind. Und anscheinend gibt es auch nur wenige, die solche Herde auf Röntgenaufnahmen überhaupt erkennen. Einer Freundin wollte ein Zahnarzt vier Implantate in einen Kiefer voller Eiterherde schrauben. Mit Sicherheit wären diese Implantate früher oder später „hochgegangen“, ganz zu schweigen von den gesundheitlichen Folgen, und sie wäre auf tausenden von Euro sitzengeblieben. Ist es denn so schwer, solche Herde auf Röntgenaufnahmen zu erkennen?

Ich war früher Sekretärin bei einem Röntgenologen. Er konnte Röntgenbilder lesen, auch Übersichtsröntgenbilder vom Gebiss (sog. Panoramabilder, auch OPT genannt). Von ihm habe ich, wie auch von Dr. Daunderer, viel gelernt. Ich habe ja keine medizinische Ausbildung, und mein Interesse an kranken Menschen ist begrenzt. Wenn Betroffene mir Röntgenbilder vom Gebiss, Liste mit Beschwerden und Fragen zuschicken (wenn handschriftlich, bitte leserlich) gebe ich gerne meine Erfahrungen und erworbenen Kenntnisse weiter. Auch anrufen kann man mich jederzeit.

Sie finden die Beratungsstelle für Amalgamgeschädigte im Internet unter

http://www.amalgam-carl.de/

e.carl-amalgam@gmx.de

Sie können mich aber auch direkt anrufen: 089 854 13 01

Frau Carl, ganz herzlichen Dank für das Interview.  

www.weihrauchplus.de