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Frank­reich: Generäle warnen vor Bür­ger­krieg wegen schlei­chendem Islamismus

Eine Gruppe pen­sio­nierter Generäle hat in einem offenen Brief gewarnt, dass Frank­reich in einen Bür­ger­krieg abrutscht, weil die Regierung die Mas­sen­mi­gration und den schlei­chenden Isla­mismus im Land nicht unter Kon­trolle hat. Der Brief, der laut Umfragen breite öffent­liche Unter­stützung findet, warnt auch vor kul­tu­rellem Mar­xismus, außer Kon­trolle gera­tenem Mul­ti­kul­tu­ra­lismus und der Aus­weitung von Sperr­zonen in Frankreich.

(von Soeren Kern)

Die Warnung kommt mitten in einer Welle von dschi­ha­dis­ti­schen Angriffen – ein­schließlich der Ent­hauptung eines Schul­lehrers – die von jungen Männern begangen wurden, von denen keiner zuvor den fran­zö­si­schen Geheim­diensten bekannt war. Der Brief kommt auch nach weit ver­brei­teter öffent­licher Empörung über ein fran­zö­si­sches Jus­tiz­system, das durch poli­tische Kor­rektheit gefährdet ist – wie die Wei­gerung, einen afri­ka­ni­schen Ein­wan­derer aus Mali zu ver­folgen, beweist, der eine ältere Jüdische Frau tötete, indem er in ihre Wohnung ein­brach und sie von ihrem Balkon stieß, während er “Allahu Akbar” (“Allah ist der Größte”) brüllte.

Der Zusam­men­bruch der Sicherheit und die offen­sicht­liche Unfä­higkeit oder der Unwillen der Regierung, etwas dagegen zu unter­nehmen, haben die Füh­rerin der kon­ser­va­tiven Partei Ras­sem­blement National (Nationale Ver­sammlung), Marine Le Pen, in Umfragen vor den Prä­si­dent­schafts­wahlen für April 2022 vor dem fran­zö­si­schen Prä­si­denten Emmanuel Macron auf den ersten Platz katapultiert.

Der offene Brief, der am 21. April von der fran­zö­si­schen Zeit­schrift Valeurs Actu­elles [Aktuelle Werte] ver­öf­fent­licht und an das fran­zö­sische poli­tische Estab­lishment gerichtet war, wurde von 20 pen­sio­nierten Gene­rälen, hundert hoch­ran­gigen Offi­zieren und mehr als tausend anderen Mili­tär­an­ge­hö­rigen unter­zeichnet. Eine Über­setzung des Briefes, die eine Rückkehr zum fran­zö­si­schen Patrio­tismus fordert, liest sich wie folgt:

“Herr Prä­sident,
“Meine Damen und Herren der Regierung,
“Meine Damen und Herren Abgeordnete,

“Die Stunde ist ernst. Frank­reich ist in Gefahr. Es ist von meh­reren töd­lichen Gefahren bedroht. Wir, die wir auch im Ruhe­stand Sol­daten Frank­reichs bleiben, können unter den gegen­wär­tigen Umständen dem Schicksal unseres schönen Landes gegenüber nicht gleich­gültig bleiben.

“Unsere drei­far­bigen Flaggen sind nicht nur ein Stück Stoff. Sie sym­bo­li­sieren die Tra­dition derer, die im Laufe der Jahr­hun­derte, unab­hängig von ihrer Haut­farbe oder Religion, Frank­reich gedient und ihr Leben für es gegeben haben. Auf diesen Flaggen finden wir in gol­denen Buch­staben die Worte: “Ehre und Vaterland”. Heute liegt unsere Ehre darin, den Zerfall unseres Landes anzuprangern.

“Zerfall, der durch eine bestimmte Art von Anti­ras­sismus ein ein­ziges Ziel hat: Spaltung, sogar Hass, zwi­schen Gemein­schaften auf unserem Boden zu schaffen. Heute sprechen einige von Ras­sismus, Indi­ge­nismus und deko­lo­nis­ti­schen Theorien, doch hass­erfüllte und fana­tische Par­ti­sanen ver­suchen, unter Ver­wendung dieser Begriffe einen Ras­sen­krieg aus­zu­lösen. Sie ver­achten unser Land, seine Tra­di­tionen und seine Kultur und wollen, indem sie ver­suchen, seine Ver­gan­genheit und seine Geschichte aus­zu­lö­schen, es in den Müll­eimer der Geschichte ver­bannt sehen. Sie zer­stören Statuen und ver­drehen jahr­hun­der­tealte Wörter und Rede­wen­dungen, um unseren frü­heren mili­tä­ri­schen und zivilen Ruhm zu überwinden.

“Zerfall, der mit dem Isla­mismus und den Vor­stadt­h­orden [hordes de ban­lieue] dazu führt, dass große Teile unserer Nation in Gebiete abge­trennt werden, die Dogmen unter­liegen, die gegen unsere Ver­fassung ver­stoßen. Jeder Franzose, unab­hängig von seinem Glauben oder Nicht­glauben, sollte überall in Kon­ti­nen­tal­frank­reich [l’He­xagone] zu Hause sein, es kann und darf keine Stadt oder keinen Bezirk geben, in denen die Gesetze der Republik nicht gelten.

“Zerfall, der, wenn Hass Vorrang vor Brü­der­lichkeit hat während der [regie­rungs­feind­lichen] Gelb­westen- [Gilets Jaunes] ‑Demons­tra­tionen, bei denen die Regierung die Polizei als Stell­ver­treter und Sün­den­böcke gegen fran­zö­sische Bürger ein­setzt, die ihre Ver­zweiflung und Hoff­nungs­lo­sigkeit zum Aus­druck bringen, dann infil­trieren sie die Pro­teste und durch­suchen sie Unter­nehmen und bedrohen sie die­selbe Polizei. Die Polizei befolgt jedoch nur die oft wider­sprüch­lichen Richt­linien, die sie, die poli­tische herr­schende Klasse, fest­gelegt haben.

“Die Gefahren nehmen zu, die Gewalt steigt von Tag zu Tag. Wer hätte vor zehn Jahren vor­her­sagen können, dass ein Lehrer eines Tages beim Ver­lassen seiner Schule ent­hauptet wird? Wir, Diener der Nation, die immer bereit waren, den ulti­ma­tiven Preis für unser Land zu zahlen, können ange­sichts solcher Aktionen keine pas­siven Zuschauer sein.

“Es ist impe­rativ, dass die Staats- und Regie­rungs­chefs unseres Landes den Mut finden, diese Gefahren zu besei­tigen. Um dies zu erreichen, reicht es oft aus, bestehende Gesetze ent­schlossen durch­zu­setzen. Ver­gessen Sie nicht, dass, wie wir, eine große Mehrheit unserer Mit­bürger ver­ärgert sind über Ihre Feigheit und Ihr schul­diges Schweigen.

“Wie Kar­dinal Mercier, Primas von Belgien, einmal sagte: ‘Wenn Klugheit überall ist, ist Mut nir­gendwo.’ Meine Damen und Herren, hören Sie auf zu zweifeln. Die Situation ist ernst, die Arbeit, die vor uns liegt, ist ent­mu­tigend. Ver­schwenden Sie keine Zeit und machen Sie sich bewusst, dass wir bereit sind, Maß­nahmen zum Schutz der Nation zu unterstützen.

“Auf der anderen Seite wird, wenn nichts unter­nommen wird. sich die Nach­läs­sigkeit unauf­haltsam in unserer Gesell­schaft aus­breiten. Letzt­endlich wird es eine Explosion geben, und unsere Kame­raden im aktiven Dienst werden gezwungen sein, ein­zu­greifen und eine gefähr­liche Schutz­mission für unsere zivi­li­sa­to­ri­schen Werte und den Schutz des Lebens unserer Mit­bürger auszuführen.

“Wie wir sehen können, ist die Zeit des Auf­schubs vorbei. Ande­ren­falls wird der Bür­ger­krieg morgen diesem wach­senden Chaos ein Ende setzen und es wird Tau­sende von Todes­fälle geben, für die Sie die Ver­ant­wortung tragen werden.”

Reak­tionen in Frankreich

Der Brief – am 60. Jah­restag eines geschei­terten Staats­streichs gegen die Regierung von Charles de Gaulle ver­öf­fent­licht – löste eine wütende Rüge der fran­zö­si­schen Regierung aus.

Pre­mier­mi­nister Jean Castex sagte, dass der Brief von Militärs “gegen alle unsere repu­bli­ka­ni­schen Prin­zipien, gegen die Ehre und die Pflicht der Armee” verstoße.

Ver­tei­di­gungs­mi­nis­terin Flo­rence Parly ver­sprach, alle Unter­zeichner des Briefes zu bestrafen, die mög­li­cher­weise noch beim Militär dienten. “Zwei unver­än­der­liche Prin­zipien bestimmen das poli­tische Vor­gehen der Mili­tär­an­ge­hö­rigen: Neu­tra­lität und Loya­lität”, schrieb sie in einem Tweet.

Die frühere fran­zö­sische Jus­tiz­mi­nis­terin Rachida Dati, die jetzt Bür­ger­meis­terin des 7. Arron­dis­se­ments von Paris ist, stimmte dem Inhalt des Briefes zu, betonte jedoch, dass das Militär nicht in die Politik ein­be­zogen werden sollte. In einem Interview mit Radio France Info sagte Dati, die in eine mus­li­mische Ein­wan­de­rer­fa­milie hin­ein­ge­boren wurde:

“Was in diesem Brief geschrieben steht, ist eine Rea­lität. Wenn Sie ein Land haben, das von Gue­ril­la­kriegen in ihren Städten geplagt wird, wenn Sie eine sehr regel­mäßige und sehr hohe ter­ro­ris­tische Bedrohung haben, wenn Sie immer mehr krasse und offen­sicht­liche Ungleich­heiten haben, wenn Sie einen Teil von unseren Patrioten haben, die sich von der Gesell­schaft abkoppeln, dann kann man nicht sagen, dass es dem Land gut geht.”

“Heute ist die Polizei ein Ziel für Ter­ro­risten geworden, und ich bin der Meinung, dass die Polizei nicht genug unter­stützt wird, auch nicht von Insti­tu­tionen und ins­be­sondere der Justiz. Ich befürchte, dass die Polizei eines Tages zusam­men­brechen wird, und wenn sie zusam­men­bricht, werden wir weit über den Zerfall der Gesell­schaft hinausgehen.”

Prä­si­dent­schafts­kan­di­datin Marine Le Pen befür­wortete den Brief, betonte jedoch auch, dass Ver­än­de­rungen durch einen demo­kra­ti­schen poli­ti­schen Prozess und nicht durch mili­tä­rische Inter­ven­tionen erfolgen müssen. In einem Artikel, der am 23. April von Valeurs Actu­elles ver­öf­fent­licht wurde, schrieb sie:

“Als Bür­gerin und als Poli­ti­kerin unter­schreibe ich Ihre Analyse und teile Ihre Trauer. Wie Sie glaube ich, dass es die Pflicht aller fran­zö­si­schen Patrioten ist, sich für die Bes­serung ein­zu­setzen und sogar, sprechen wir es aus, die Rettung des Landes .…

“Die jüngsten Erklä­rungen des Prä­si­denten der Republik zu seinem Projekt, ‘die Geschichte Frank­reichs zu dekon­stru­ieren’, zeigen uns in der Tat, dass diese schäd­lichen Ten­denzen nicht aus einem Moment der Ablenkung resul­tieren, sondern von einer poli­ti­schen Richtung kommen, die von grund­legend kor­rum­pie­renden ideo­lo­gi­schen Über­le­gungen getrieben wird .

“Die Bedenken, die Sie mutig zum Aus­druck bringen, können nicht in der Phase der Empörung stehen bleiben, wie stark sie auch sein mag. Sie erfordern in einer Demo­kratie die Suche nach einer poli­ti­schen Lösung, die durch ein alter­na­tives Projekt ver­wirk­licht werden muss, das von den fran­zö­si­schen Wählern bestätigt werden muss.

“Dies ist das Ziel meines poli­ti­schen Ansatzes und meiner Kan­di­datur für die Prä­si­dent­schaft der Republik mit dem Ziel einer Regierung der Natio­nalen Union.

“Bereits viele hoch­rangige Beamte und Per­sön­lich­keiten der Zivil­ge­sell­schaft haben sich uns ange­schlossen. Ich lade Sie ein, sich unserer Aktion anzu­schließen, um an der kom­menden Schlacht [Prä­si­dent­schafts­kam­pagne] teil­zu­nehmen, die sicherlich eine poli­tische und fried­liche Schlacht ist, aber vor allem die Schlacht um Frankreich.”

Laut einer neuen Umfrage scheint das in dem offenen Brief zum Aus­druck gebrachte Gefühl eine breite öffent­liche Unter­stützung zu haben. Eine Umfrage von Harris Inter­active, die am 29. April für das LCI-Fern­sehen durch­ge­führt wurde, ergab, dass 58% der Befragten die Sol­daten unter­stützen, die den Brief unter­schrieben haben. Fast jeder Zweite (49%) sagte, dass die Armee ein­greifen sollte, um Ordnung zu gewähr­leisten, auch ohne Auf­for­derung der Regierung.

Die Umfrage ergab auch:

  • 86% stimmten der Aussage zu, dass in bestimmten Städten und Bezirken die Gesetze der Republik nicht ange­wendet werden;
  • 84% stimmten zu, dass in Frank­reich die Gewalt von Tag zu Tag zunimmt;
  • 74% stimmten zu, dass es in Frank­reich eine Form von Anti­ras­sismus gibt, die den Hass zwi­schen den Gemein­schaften verschärft.
  • 73% stimmten zu, dass sich die fran­zö­sische Gesell­schaft auflöst;
  • 62% stimmten zu, dass die Regierung durch die Auf­for­derung an die Polizei und die Gen­dar­merie, während der Pro­teste gegen die Gelb­westen (Gilets Jaunes) ein­zu­greifen, einen Ver­trau­ens­verlust in die Straf­ver­folgung her­vor­ge­rufen hat.
  • 45% stimmten zu, dass Frank­reich am Rande eines Bür­ger­kriegs steht.

Flut jiha­dis­ti­scher Angriffe

Der offene Brief und die Antwort von Le Pen finden mitten in einer Flut von min­destens neun auf­ein­an­der­fol­genden dschi­ha­dis­ti­schen Angriffen in Frank­reich statt, die alle von Per­sonen durch­ge­führt wurden, die den fran­zö­si­schen Geheim­diensten unbe­kannt waren und daher nicht der Radi­ka­li­sierung ver­dächtigt wurden und dies folglich nicht auf einer dschi­ha­dis­ti­schen Beob­ach­tungs­liste standen. Die Angriffe deuten darauf hin, dass die fran­zö­si­schen Behörden die Kon­trolle über die Über­wa­chung isla­mi­scher Radi­kaler im Land ver­loren haben.

Bei dem jüngsten Angriff am 23. April 2021 erstach ein 36-jäh­riger tune­si­scher Dschi­hadist, der 2009 illegal nach Frank­reich ein­ge­reist war, aber im Dezember 2020 die fran­zö­sische Auf­ent­halts­ge­neh­migung erhielt, eine 49-jährige Ver­wal­tungs­an­ge­stellte bei einer Poli­zei­station in Ram­bouillet, einer ruhigen Stadt in der Nähe von Paris. Zeugen hörten ihn während des Angriffs “Allahu Akbar” sagen. Er wurde von der Polizei erschossen. Die Frau hin­terließ zwei Töchter im Alter von 13 und 18 Jahren.

Der bekann­teste Angriff der letzten Zeit ereignete sich am 16. Oktober 2020, als ein 18-jäh­riger tsche­tsche­ni­scher Migrant Samuel Paty, einen 47-jäh­rigen Lehrer für Geschichte und Geo­graphie, in Éragny, einem Vorort von Paris, ent­hauptete. Paty wurde ermordet, nachdem ein 13-jäh­riges Schule schwän­zendes mus­li­mi­sches Mädchen, das ihren Vater daran hindern wollte, her­aus­zu­finden, dass sie von der Schule sus­pen­diert worden war, eine Geschichte erfunden hatte, in der Paty mus­li­mische Schüler ange­wiesen hatte, das Klas­sen­zimmer zu ver­lassen, damit er dem Rest der Klasse “ein Foto des nackten Pro­pheten” zeigen konnte. Ins­gesamt zehn Dschi­ha­disten, dar­unter ein Imam, ein Elternteil eines Schülers und zwei Schüler an Patys Schule, wurden wegen des Ver­bre­chens ange­klagt. Paty hin­terließ einen fünf­jäh­rigen Jungen.

In der Zwi­schenzeit, am 14. April, ent­schied das höchste fran­zö­sische Gericht, das Kas­sa­ti­ons­ge­richt, dass Kobili Traoré, ein 32-jäh­riger Migrant aus Mali, der am 4. April 2017 “Allahu Akbar” rufend eine 65-jährige Jüdin, Lucie Attal-Halimi (auch bekannt als Sarah Halimi) ermordete und sie von ihrem Balkon warf, nicht ver­ur­teilt werden konnte, weil er angeblich im Griff eines Can­nabis-indu­zierten “Wahn­an­falls” war, und daher nicht die Kon­trolle über seine Hand­lungen besaß.

Das Urteil löste Mas­sen­pro­teste in Paris und anderen fran­zö­si­schen Städten aus. Der fran­zö­sische Prä­sident Emmanuel Macron for­derte dar­aufhin eine Änderung des fran­zö­si­schen Rechts, um das Problem anzu­gehen. In einem Interview mit der Zeitung Le Figaro sagte er: “Die Ent­scheidung, Betäu­bungs­mittel zu nehmen und dann ‘durch­zu­drehen’, sollte meiner Ansicht nach nicht Ihre straf­recht­liche Ver­ant­wortung aufheben.”

Als Antwort auf den offenen Brief fran­zö­si­scher Generäle hat Macron auch geschworen, gegen mut­maß­liche Dschi­ha­disten vorzugehen.

Am 28. April erklärte Pre­mier­mi­nister Jean Castex, die Regierung plane, dem Par­lament einen Gesetz­entwurf vor­zu­legen, der die ständige Befugnis vor­sieht, Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­nehmen anzu­weisen, nicht nur Tele­fon­daten, sondern auch die von ihren Nutzern besuchten Web­seiten in Echtzeit zu über­wachen. Regie­rungs­al­go­rithmen würden Geheim­dienst­mit­ar­beiter alar­mieren, wenn bestimmte Kri­terien erfüllt sind, z. B. ein Inter­net­be­nutzer, der eine bestimmte Sei­ten­folge besucht.

Umfragen zeigen, dass Marine Le Pen die erste Runde der für den 9. April 2022 geplanten Prä­si­dent­schafts­wahlen gewinnen würde und dass Macron Le Pen in der Stichwahl am 15. April nur knapp besiegen würde. Dies impli­ziert, dass sich die beiden Spit­zen­reiter dicht auf den Fersen sind, und dass poten­zielle dschi­ha­dis­tische Angriffe bis zum Wahltag Le Pen sehr wohl mehr Wähler bringen könnten.

Der frühere Wirt­schafts­mi­nister Arnaud Monte­bourg sagte kürzlich in einem Interview mit der Financial Times, dass Le Pen Macron besiegen könnte auf­grund dessen “hoch­mü­tigen” Cha­rakters und seiner “olig­ar­chi­schen” Politik, die die Wähler ent­fremdet und die Popu­la­rität von Le Pen gesteigert habe. “Macron wird gehasst, weil er arrogant ist”, sagte Monte­bourg. “Also ist er nicht ‘der Schutzwall’. Er ist der­jenige, der Madame Le Pen an die Macht bringen wird.”

Eine aktuelle Analyse der Jean-Jaurès-Stiftung, einer mit der Sozia­lis­ti­schen Partei ver­bun­denen Denk­fabrik, sagte voraus, dass Le Pen Macron besiegen könnte, wenn sich genügend Wähler bei den Stich­wahlen der Stimm­abgabe ent­halten würden:

“Wenn wir die fran­zö­sische Bevöl­kerung fragen, was sie fühlen, wenn sie Emmanuel Macron sehen oder hören, sind die vier Emo­tionen, die am meisten auf­fallen, alle zutiefst negativ. Es ist vor allem ein Gefühl von ‘Wut’ (28%), ‘Ver­zweiflung’ (21%), ‘Ekel’ (21%) und ‘Schande’ (21%), das die Fran­zosen gegenüber Macron emp­finden … Wir dürfen nicht aus den Augen ver­lieren, dass er von einem wesent­lichen Teil der Wähler besonders gehasst wird .…

“Repu­bli­ka­nische Sym­pa­thi­santen äußern gegenüber Emmanuel Macron mehr negative Gefühle als gegenüber Marine Le Pen. Sicherlich würde diese Ablehnung von Emmanuel Macron, die bei einem großen Teil der Bevöl­kerung beob­achtet wird, den schei­denden Prä­si­denten im Hin­blick auf eine zweite Runde behindern.”

Eine am 24. April von der fran­zö­si­schen Zeitung Journal du Dimanche ver­öf­fent­lichte Ifop-Umfrage ergab, dass 86% der Befragten angaben, dass Sicherheit – Ter­ro­rismus und Kri­mi­na­lität – bei den kom­menden Wahlen ein zen­trales Thema sein wird. Laut Ifop ist die Bedeutung des Sicher­heits­pro­blems seit Mai 2020 um 26 Punkte gestiegen.

Vororte sind Brut­stätten für isla­mi­schen Extremismus

Laut einer aktu­ellen Umfrage von Pew Research wird die mus­li­mische Bevöl­kerung Frank­reichs derzeit auf rund sechs Mil­lionen oder rund neun Prozent der Gesamt­be­völ­kerung geschätzt. Tat­sächlich kennt niemand die genaue Anzahl der Muslime in Frank­reich, und selbst Pew gibt zu, dass “Frank­reich die Religion seit 1872 nicht mehr in einer lan­des­weiten Volks­zählung gemessen hat”.

Es ist jedoch bekannt, dass Mil­lionen von Mus­limen in Frank­reich dau­erhaft vor den offi­zi­ellen Sta­tis­tiken ver­borgen sind. Der fran­zö­sische Poli­tologe Yves Mamou erklärt:

“Diese Zahl [sechs Mil­lionen] berück­sichtigt nicht einmal die mus­li­mische Bevöl­kerung, die in den 1960er und frühen 1970er Jahren aus Nord­afrika nach Frank­reich ein­ge­wandert ist. Es gibt einige Mil­lionen von ihnen – niemand weiß genau, wie viele. Sie wurden sehr früh Fran­zosen, und für Demo­grafen gelten ihre Enkel und Urenkel nicht mehr als Ein­wan­derer. Diese Muslime werden vielmehr als fran­zö­sische Staats­bürger, die von fran­zö­si­schen Eltern geboren wurden, in die Sta­tistik inte­griert. Sie sind Muslime, aber unter dem Radar der Statistik.”

Auf jeden Fall schätzt Pew, dass die mus­li­mische Bevöl­kerung Frank­reichs mit einem “Null-Migra­ti­ons­sze­nario” bis 2050 auf 12,7% ansteigen wird; Mit einem “mitt­leren Migra­ti­ons­sze­nario” wird erwartet, dass die mus­li­mische Bevöl­kerung Frank­reichs auf rund 13 Mil­lionen Men­schen ansteigt und 17% der fran­zö­si­schen Bevöl­kerung aus­macht. Mit einem “Sze­nario mit hoher Migration” wird die mus­li­mische Bevöl­kerung Frank­reichs vor­aus­sichtlich ein Fünftel der Gesamt­be­völ­kerung über­steigen.

Viele Muslime in Frank­reich leben in von Armut und Kri­mi­na­lität heim­ge­suchten Vor­orten, soge­nannten Ban­lieues, die Brut­stätten für den isla­mi­schen Fun­da­men­ta­lismus sind und auf­grund der gefähr­lichen Bedin­gungen für die Polizei und andere Ver­treter staat­licher Behörden oft als Sperr­zonen bezeichnet werden.

Prä­sident Macron hat die Pläne zur Sanierung der Ban­lieues erheblich zurück­ge­fahren und statt­dessen die ört­lichen Bür­ger­meister und zivil­ge­sell­schaft­lichen Gruppen auf­ge­fordert, Lösungen an der Basis zu finden. Macrons Ver­säumnis, das Leben in den Vor­orten zu ver­bessern, wurde von Führern aus dem gesamten poli­ti­schen Spektrum verurteilt.

Marine Le Pen stellte fest, dass Macron die Pro­bleme der Ein­wan­derung und des Isla­mismus nicht ange­sprochen hat:

“Kaum ein Wort zur Ein­wan­derung, kaum ein Wort zum isla­mi­schen Fun­da­men­ta­lismus. Wir wissen genau, dass diese Pro­bleme teil­weise die Ursache für die Schwie­rig­keiten in den Vor­orten sind. Sich zu weigern, die Rea­lität zu sehen, bedeutet, sich selbst zum Scheitern zu verurteilen.”

Schät­zungs­weise sechs Mil­lionen Men­schen – rund ein Zehntel der fran­zö­si­schen Bevöl­kerung – leben in 1.500 Stadt­teilen, die von der Regierung als sen­sible städ­tische Zonen (Zones urbaines sen­sibles, ZUS) ein­ge­stuft wurden.

Im Oktober 2011 stellte ein weg­wei­sender 2.200-seitiger Bericht, “Vorort der Republik” (“Ban­lieue de la Répu­blique”), fest, dass viele fran­zö­sische Vororte zu “abge­trennten isla­mi­schen Gesell­schaften” werden, die vom fran­zö­si­schen Staat abge­schnitten sind und in denen das isla­mische Recht rasch das fran­zö­sische Zivil­recht ver­drängt. In dem Bericht heißt es, dass mus­li­mische Ein­wan­derer zunehmend fran­zö­sische Werte ablehnen und statt­dessen in den radi­kalen Islam eintauchen.

Die Autoren des Berichts warnten, dass Frank­reich wegen des Ver­sagens der Muslime, sich in die fran­zö­sische Gesell­schaft zu inte­grieren, vor einer großen sozialen Explosion stehe.

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Soeren Kern ist ein Senior Fellow am New Yorker Gate­stone Institute.


Quelle: gatestoneinstitute.org