Imame aus Deutschland und Öster­reich warnen Muslime vor Integration

Kein Begriff wird in der Debatte um Zuwan­derer in Deutschland und Öster­reich so oft benutzt wie der der “Inte­gration”. Doch die für viele mus­li­mische Migranten wich­tigste Insti­tution leistet dazu meist keinen Beitrag oder kämpft sogar aktiv gegen Inte­gration: die Moschee. Das ist das Ergebnis einer offi­zi­ellen Studie aus Öster­reich und von pri­vaten Recherchen eines deut­schen Journalisten.

(Von Stefan Frank für gatestoneinstitute.org)

Der Öster­rei­chische Inte­gra­ti­ons­fonds (ÖIF), eine Abteilung des Außen­mi­nis­te­riums, legte Ende Sep­tember die Studie “Die Rolle der Moschee im Inte­gra­ti­ons­prozess” vor. Dazu besuchten Mit­ar­beiter des ÖIF 16 Wiener Moscheen, hörten jeweils mehrere Frei­tags­pre­digten und sprachen mit dem jewei­ligen Imam – falls dieser zu einem Gespräch bereit war, was oft nicht der Fall war. Das Ergebnis: Nur zwei der Moschee­vereine fördern nach Ansicht des ÖIF die Inte­gration ihrer Mit­glieder. Gelobt wird etwa ein bos­ni­scher Moschee­verein, der auch einen Fuß­ball­verein betreibt. Im Gespräch sagte der Imam: “Jedes Land, wie auch Öster­reich, hat seine Regeln und seine Gesetze und – das betone ich immer – es ist auch unsere reli­giöse Pflicht, diese Normen ein­zu­halten und sich ent­spre­chend zu integrieren.”

Im Hin­blick auf die Geschlech­ter­rollen fiel den Autoren in allen Moscheen die fast völlige Abwe­senheit von Frauen beim Frei­tags­gebet auf:

“Nur in drei Moscheen … werden eigene Räum­lich­keiten für Frauen reser­viert und auch von diesen genutzt. … Die meisten Moscheen stellen die Frau­en­räume, sofern über­haupt vor­handen, an Frei­tagen eben­falls den Männern zur Verfügung.”

Nach Ethnien getrennt

Von wenigen Aus­nahmen abge­sehen, sind die Wiener Moscheen nach Volks­zu­ge­hö­rigkeit sortiert.

“Es gibt tür­kische, alba­nische, bos­nische, ara­bische, paki­sta­nische etc. Moscheen, in denen in der Regel auch aus­schließlich in der jewei­ligen Lan­des­sprache gepredigt wird. Nur in sel­tenen Fällen werden Teile der Predigt, oder noch sel­tener die gesamte Predigt, ins Deutsche übersetzt.”

Die Moschee­vereine seien somit “eth­nisch und sprachlich geschlossene Räume”, was die “Sozi­al­in­te­gration in ein bin­nen­eth­ni­sches Milieu, mithin eth­nische Seg­mentation” fördere. In acht der unter­suchten 16 Moscheen werde diese Tendenz noch ver­stärkt durch “ver­brei­teten und offen pro­pa­gierten Nationalismus”.

Als besonders radikal fiel eine Moschee auf, die von der tür­ki­schen Bewegung Milli Görüs geführt wird. Milli Görüs ist eine der größten isla­mi­schen Orga­ni­sa­tionen in Europa und steht ideo­lo­gisch dem tür­ki­schen Prä­si­denten Erdogan nahe. Der Imam in der Milli-Görüs-Moschee, so der Bericht, trete “offen für die Errichtung einer poli­tisch geeinten Umma unter einem Kalifat ein”. Der Nie­dergang des Islam sei auf Fitna (Unruhe) zurück­zu­führen, die von außen in die isla­mische Gemein­schaft hin­ein­ge­tragen werde. Der Imam, so die Autoren der Studie, sehe sich “überall von Feinden des Islams umgeben, die die isla­mische Gemein­schaft daran hindern wollen, die Welt so zu beherr­schen, wie es pro­phezeit sei.” In allen drei gehörten Pre­digten sei die Einheit der Muslime das bestim­mende Thema gewesen: Auf der einen Seite die Muslime, auf der anderen die “Ungläu­bigen”. Einige der Aus­sagen des Imams, so die Studie, deu­teten auf ein “ver­fes­tigtes ver­schwö­rungs­theo­re­ti­sches Weltbild” hin. “Kräfte, die sich außerhalb der Umma befinden, haben alles dafür getan, um das Umma-Bewusstsein der Umma zu schwächen.”

Das Fazit der Studie:

“Zusam­men­fassend lässt sich für die in dieser Studie unter­suchten 16 Moschee­vereine sagen, dass sie, mit Aus­nahme der Moscheen D01 [eine der wenigen deutsch­spra­chigen Moscheen] und B02 [die erwähnte bos­nische Moschee], die soziale Inte­gration ihrer Mit­glieder nicht aktiv fördern. Bes­ten­falls stehen sie dieser nicht im Weg. Mehr­heitlich wirken sie hemmend auf den Integrationsprozess.”

Sechs der unter­suchten 16 Moschee­vereine (37,5%) betrieben “eine Politik, die Inte­gration in die Gesell­schaft aktiv behindert und zum Teil fun­da­men­ta­lis­tische Ten­denzen auf­weist.” In der Hälfte der unter­suchten 16 Moscheen werde “ein dicho­tomes Weltbild gepredigt, in dem die Auf­teilung der Welt in Muslime auf der einen und alle anderen auf der anderen Seite zentral” sei. Eine “dezi­dierte Abwertung der west­lichen Gesell­schaft” habe sich in sechs Moscheen gefunden.

Warnung vor dem Leben in Deutschland

Ähn­liches beob­achtete der deutsche Jour­nalist Con­stantin Schreiber, als er 2016 über acht Monate die Frei­tags­pre­digten in deut­schen Moscheen besuchte. Schreiber spricht fließend Ara­bisch und ist bekannt als Mode­rator von ara­bisch­spra­chigen Fern­seh­sen­dungen, in denen er Flücht­lingen das Leben in Deutschland erklärt. Seine Erfah­rungen in den Moscheen hat er in einem Buch ver­öf­fent­licht, das in Deutschland seit Monaten ein Best­seller ist: Inside Islam. Was in Deutsch­lands Moscheen gepredigt wird. Schreiber stellte sich in den Moschee­ver­einen als Jour­nalist vor und legte seine Absicht – ein Sachbuch über Moscheen in Deutschland zu schreiben – offen. Nur wenige Imame waren zu einem Interview bereit. In einem Fall wurde ihm gesagt, mit ihm zu reden, sei “ver­boten”. Die Imame, mit denen er sprechen durfte, sprachen in der Regel kaum ein Wort Deutsch. “Offenbar ist es möglich, viele Jahre in Deutschland zu leben, mit Frau und Kindern, ohne auch nur in der Lage zu sein, auf Deutsch ein Brötchen zu kaufen”, so Schreiber.

Ein häu­figes Thema der Pre­digten, die Schreiber in den Moscheen hörte, waren War­nungen vor dem Leben in Deutschland.

“Immer wieder wurden die Muslime darauf ein­ge­schworen, sie seien eine Art Schick­sals­ge­mein­schaft, etwa in der Al-Furqan-Moschee [eine sun­ni­tisch-ara­bische Moschee in Berlin]: ‘Ihr seid eine Dia­spora! Wir sind eine Dia­spora! … Sie [diese Umgebung] gleicht einem gewal­tigen Strom, der dich auflöst, dich aus­löscht, dir deine Werte nimmt und durch seine Werte ersetzt.’ ”

In der sun­ni­tisch-tür­ki­schen Moschee Mehmed Zahid Kotku Tekkesi in Berlin habe der Imam am Tag vor Hei­lig­abend in der Frei­tags­predigt vor der “größten aller Gefahren” gewarnt – der “Weih­nachts­gefahr”: “Wer einen anderen Stamm nachahmt, wird einer von ihnen. Gehört denn Sil­vester zu uns? Sind Weih­nachts­bäume denn ein Teil von uns? Nein, sind sie nicht!” Der Imam in der Al-Rahman-Moschee in Mag­deburg habe das Leben in Deutschland mit einem Weg durch einen betö­renden Wald ver­glichen, so Schreiber. Die Reize würden den Muslim dazu ver­leiten, vom rechten Weg abzu­kommen, sich im “Dickicht des Waldes” zu ver­laufen, bis ihn “die wilden Tiere des Waldes fressen”.

Staat hat keinen Überblick

Was Schreiber schon bei der Vor­be­reitung seiner Besuche auffiel, war die Intrans­parenz, die Moscheen in Deutschland umgibt. So gibt es etwa kein amt­liches Ver­zeichnis der Moscheen; niemand kann mit Sicherheit sagen, wie viele Moscheen es über­haupt in Deutschland gibt. Das einzige Register ist die private Website Moscheesuche.de. “Deutsche Behörden”, so Schreiber, “stützen sich also auf Listen, die eine Pri­vat­person führt, die ganz offen­sichtlich von einer bestimmten ideo­lo­gi­schen Grund­haltung geprägt ist”. Da das Register zudem darauf beruhe, dass nach frei­wil­liger Meldung Ein­träge erfolgen, dürfe bezweifelt werden, dass Moscheen, die uner­kannt bleiben wollen, sich dort ein­tragen lassen. Schreiber hält es für unwahr­scheinlich, dass die Liste auch nur annä­hernd voll­ständig und aktuell ist:

“Ich stieß auf Moscheen, die ein­ge­tragen sind, aber schon lange nicht mehr bestehen. Oder auf neu­eröffnete Moscheen, die nir­gendwo erfasst sind und von denen weder Ver­fas­sungs­schutz noch Lan­des­ämter wissen, dass sie existieren.”

Eine Anfrage Schreibers bei der Stadt Han­nover brachte zudem zutage, dass deutsche Behörden offenbar Hem­mungen haben, Aus­kunft über Moscheen in ihrer Stadt zu geben. Ein Mit­ar­beiter der Kom­mu­nal­be­hörde schrieb in einer E‑Mail: “Teilen Sie mir bitte noch einmal genauer mit, wofür Sie die Liste ver­wenden wollen? Wir möchten nicht, dass die Ein­rich­tungen unter Gene­ral­ver­dacht gestellt werden.”

Angst und Schweigen

Eine Über­ra­schung war die abweh­rende Reaktion, die dem Jour­na­listen von Leuten ent­ge­gen­schlug, deren Beruf eigentlich Offenheit und Koope­ration gebietet. Weil Schreiber beim Über­setzen der Pre­digten sicher gehen wollte, keine Aussage falsch zu über­setzen, kon­tak­tierte er eines der, wie er sagt, renom­mier­testen Über­set­zungs­büros in Deutschland:

“Man bittet mich, eine der ver­schrif­teten Pre­digten zur Ansicht zuzu­senden, um den Aufwand abschätzen zu können. Ich bekomme eine Absage. Die Texte würden außerhalb des ’nor­malen Arbeits­feldes’ der Über­setzer liegen, keiner traue es sich zu, diese ‘Art von Texten’ richtig zu übersetzen.”

Auch für die tür­ki­schen Pre­digten habe sich die Suche nach einem Über­setzer schwierig gestaltet: “Allein die Tat­sache, dass ich mich für dieses Thema inter­es­siere, bringt mir bei allen Anfragen den direkten Vorwurf ein, ich wolle doch nur ‘Islam­ba­shing’ betreiben.” Auf eine Abwehr­mauer stößt Schreiber auch, als er sich nach deut­schen Islam­wis­sen­schaftlern umsieht, um mit ihnen über die Inhalte der Pre­digten zu dis­ku­tieren. Pro­fes­soren – die vom deut­schen Steu­er­zahler bezahlt werden –wei­gerten sich, Aus­kunft zu etwas zu geben, das ihr eigenes Fach betrifft:

“Über Monate hinweg richte ich Anfragen an islam­wis­sen­schaft­liche Fakul­täten, mit denen wir häufig als Redaktion Inter­views geführt hatten. Eine Uni­ver­sität ver­tröstet mich über Monate hinweg, man suche noch nach dem rich­tigen Ansprech­partner. Am 16. Dezember, drei Monate nach meiner ersten Anfrage, schreibt mir die Pro­fes­sorin der Islam­wis­sen­schaften, dass es nun zeitlich zu knapp sei für ein Gespräch. Als ich erwidere, dass ich not­falls auch noch Anfang Januar als Aus­weich­termin anbieten könnte, erhalte ich keine Antwort mehr. Mehrere weitere Uni­ver­si­täts­pro­fes­soren sagen mir, ich solle ihnen die Pre­digten zuschicken, was ich auch tue. Danach erhalte ich auch auf Nach­fragen keine Ant­worten mehr.”

Dies sei, so Schreiber, eine “inter­es­sante Erfahrung”, wo doch Islam­wis­sen­schaftler und Islam-Experten sich Redak­tionen sonst “sehr bereit­willig als Inter­view­partner zu aktu­ellen poli­ti­schen Themen” anböten. Nicht so, wenn es um Pre­digten in deut­schen Moscheen geht: “Zahl­reiche Experten gehen mir nach meinen Anfragen aus dem Weg, lassen Anrufe und E‑Mails kon­se­quent unbe­ant­wortet.” Ein Islam­wis­sen­schaftler habe ihm indirekt geraten, das Projekt fal­len­zu­lassen, da es “die Gräben ver­tiefen” könne. Wieso das? Weil, so der Islam­wis­sen­schaftler, “selbst liberale und tole­rante Leser die Texte einfach extrem unver­ständlich und fremd­artig und ‘krude’ finden” könnten.

Ahnungslose Poli­tiker

Schreibers Fazit über die von ihm gehörten Pre­digten lautet:

“Nach acht Monaten Recherche muss ich fest­stellen: Moscheen sind poli­tische Räume. Die von mir besuchten Pre­digten waren mehr­heitlich gegen die Inte­gration von Mus­limen in die deutsche Gesell­schaft gerichtet. Wenn das Leben in Deutschland the­ma­ti­siert wurde, dann haupt­sächlich in einem nega­tiven Zusam­menhang. Oftmals beschrieben die Imame den deut­schen Alltag als Gefahr und for­derten ihre Gemeinden dazu auf zu wider­stehen. Fast allen Pre­digten ist der Aufruf an die Gläu­bigen gemein, sich abzu­kapseln und unter sich zu bleiben.”

Dabei seien ihm “in eigentlich allen Moscheen” “die vielen Flücht­linge auf­ge­fallen, die noch nicht lange in Deutschland leben”. Auch sie würden davor gewarnt, sich anzu­passen: “Während vor der Moschee-Tür per­manent von Inte­gration gesprochen wird, predigt man im Innern das Gegenteil.”

Wie gefährlich das ist, zeigt der Mord an Farima S., einer im baye­ri­schen Prien lebenden Afghanin. Sie hatte vor acht Jahren den Islam ver­lassen und das Chris­tentum ange­nommen und war vor sechs Jahren nach Deutschland geflohen. Am 29. April wurde sie von einem afgha­ni­schen Muslim auf offener Straße ermordet. Während etliche im Ort lebende Muslime an der Beer­digung des Opfers teil­nahmen, taten die Moschee­ver­bände so, als ginge sie der Mord nichts an. Der Pfarrer der evan­ge­li­schen Gemeinde Prien, der Farima S. ange­hörte, bat die Ver­bände darum, die Tat zu ver­ur­teilen. Im Oktober, ein halbes Jahr nach dem Mord, sagt er auf eine Anfrage des Gate­stone Institute hin: “Leider ist bis heute kei­nerlei Reaktion da.”

Er ver­mutet, dass sich die isla­mi­schen Ver­bände nicht gegen fatwas wie der von Kairos Al-Azhar-Moschee stellen wollen, wonach “Apostaten” – die­je­nigen, die sich vom Islam los­sagen – zu töten sind. Das alles wirft die Frage auf, warum etwa die deutsche Regierung sich von solchen Ver­bänden Hilfe bei der Lösung von Pro­blemen erhofft. Die bekannte Men­schen­recht­lerin und Islam­kri­ti­kerin Necla Kelek schrieb kürzlich:

“Poli­tiker, die immer wieder betonen, mit den Moscheen zusam­men­ar­beiten zu wollen, sie zu Islam­kon­fe­renzen ein­laden, wissen gar nicht, wer in den Moscheen was predigt.”