Politik & Aktuelles

Von der neuen linken Allzweck-Waffe – Die „Phobie“ als neue Keule

9. November 2017

Jahrelang hat man als Linker ausschließlich mit der Nazi- und der Rassisten-Keule um sich geschlagen, wenn einem eine Argumentation oder eine Aussage von Rechts nicht gepasst hat – auch wenn diese noch so richtig gewesen ist. Mit der Allzweck-Waffe haben die Linken wahllos versucht, alles Rechte niederzuprügeln und zum Schweigen zu bringen. Das ist nicht zuletzt deswegen sehr oft geglückt, weil es die Linken im Rahmen der 68er Revolution durch die Begriffswendungen und Ummünzungen der Frankfurter Schule erstaunlicherweise geschafft haben, den Nationalsozialismus als rechte Ideologie darzustellen – was er nicht ist, das besagt ja schon sein Name.

Die Keule nützt sich ab

In den letzten Jahren hat man im linken Spektrum bemerkt, dass die nämliche Keule schon ziemlich abgenützt ist und oft sogar nur noch lächerlich wirkt. Überdies dürften auch die fleißigsten Keulenschwinger langsam draufgekommen sein, dass man mit der Zuschreibung „Nazi“ zunächst und vor allem nur mehr Tote meinen kann, weil es ja kaum noch lebende Menschen gibt, die wirklich der NSDAP angehörten. Und last not least bedeutet der inflationäre Gebrauch des Wortes „Nazi“ auch eine Missachtung der Opfer der tödlichen braunen Ideologie. Diesen üblen Nebeneffekt der Keulendrescherei haben gar nicht wenige  endlich begriffen.

Aber was nun?

Das Erkennen dieser Tatsachen trieb die linken Agitatoren in den offensichtlichen Argumentationsnotstand. Wie rechtfertigt man jetzt den Wunsch nach der totalen Legalisierung der Abtreibung und wie die Ehe für alle?  Wie bewerkstelligt man die Etablierung des Genderismus und wie setzt man die manischen linken Gleichheitsfantasien um? Wie begründet und verteidigt man den Abbau von Grenzen, die Massenmigration sowie die diversen antinationalen Bemühungen, wenn man keine rationalen Argumente dafür hat? Wie verurteilt man patriotische Vorstellungen, wenn man die Rechten nur noch mit Bauchweh als „Nazis“ bezeichnen kann?

Ganz einfach: Man konstruiert eine neue Keule und hält sich die alte in petto. Ein bisschen hindreschen geht ja mit dem Wort „Nazi!“ immer noch, weil die Medien der linken Politik dabei fleißig helfen: Kein Tag vergeht ohne Medien-Beitrag über die Schandtaten im Dritten Reich und kein Tag ohne moralisierend-mahnendes Kommentar irgendeines Schreibtischtäters, der im Namen der Deutungshoheit und des Erinnerungs- und Schuldkultes daherkommt.

Die Zuschreibung einer Phobie als Waffe

Aber die neue Keule der Linken  ist die „Phobie“. Mit dem Begriff „Phobie“ bezeichnet man in der Medizin grundsätzlich eine Angststörung. Die Diagnose wäre also eigentlich Ärzten vorbehalten, aber weil die Linken ja noch nie Grenzen und Respekt kannten, diagnostiziert man als linker Kurpfuscher und chronischer Kompetenz-Überschreiter die Phobie bei seinen Gegnern munter drauf los, wann immer es einem passt. Und das ist vor allem dann der Fall,  wenn die Debatte heikel, die linken Argumente schwach und die Aussagen der rechten Gegner kantig, rational und präzise werden.  Die Zuschreibung einer Phobie wird als Totschlagargument und Abwertung des Gegenübers benützt.

Die Dreifaltigkeit der Phobie

Wir kennen mittlerweile drei Gattungen  dieser Wunderwaffen: Die Xeno-, die Islamo- und die Homo-Phobie. Der Vorwurf der Xenophobie ist seit Jahren ein probates Mittel, um Kritiker der Immigration aus orientalischen und afrikanischen Ländern als Angsthasen hinzustellen. Sobald diese Phobie einmal als Vorwurf ausgesprochen wird, lehnt sich der Linke selbstgerecht zurück und belächelt seinen Kontrahenten. Man versucht über das Anbringen einer letztlich psychiatrischen Diagnose, sich selbst zu überhöhen und das Gegenüber abzuwerten. Eine sachliche Debatte ist damit nicht mehr aufrecht zu erhalten.

Ähnlich ist es mit der Islamophobie. Wer den politischen Islam und den Islamismus kritisch betrachtet, wird von seinen westlichen Apologeten ebenfalls sofort bezichtigt, unter einer Angststörung zu leiden und daher irrationale Sichtweisen zu besitzen. Diese Verächtlichmachung der Kritiker soll dazu führen, die linken Unterstützer des Kulturimports als liberale, tolerante und moderne Menschen erscheinen zu lassen und die anderen als verklemmte Kleinbürger, deren Ressentiments aus Ängsten entstehen.

Und schließlich gibt es noch die Homophobie. Sie ist schon als Begriff ein Unsinn, denn in der wörtlichen Übersetzung heisst Homophobie „Männerangst“. Trotzdem wird das Wort fleißig als Keule eingesetzt. Wer heute die Homosexualität nicht als eigentlich bewundernswerte und fast schon hippe Form der Sexualität empfinden mag, leidet aus Sicht der Linken unter einer dumpfen Angst vor ihr – und ist nach deren Meinung in Wirklichkeit selber ein verkappter Schwuler. Und wer die „Ehe für alle“ mit logischen und nicht überwindbaren Begründungen prinzipiell ablehnt, fällt natürlich ebenfalls in diese Kategorie.

Alles psychiatrische Fälle?

Man sagt nach dem Gebrauch dieser Keulen dann noch gern „rechte Spinner“ zu den Konservativen und Patrioten. Damit schließt sich der Kreis aus psychiatrischen Diagnosen, die man als Linker seinen vernünftigen und am Ende deswegen auch überlegenen rechten Gegnern anhängt. Die Keule hilft ja nur, um kurzfristig aus dem quälenden Notstand der rationalen Argumentelosigkeit herauszukommen, der im linken Lager herrscht.

Die Linken wissen natürlich um ihr nahendes Ende, deswegen ist linke „Politik“ in den letzten Jahren einerseits so predigerhaft und übertrieben „humanistisch“ und andererseits so aggressiv und skrupellos geworden. Vor dem Exitus herrscht die Agonie, also der Todeskampf. Und da schlagen viele noch wild um sich, bevor sie sich endlich in ihr Schicksal fügen.

Dr. Marcus Franz / www.thedailyfranz.at