Bild: Bildcollage Niki Vogt

Neue Inqui­sition gegen Heil­berufe: Angriffe auf Robert Franz und Uwe Albrecht

Der Vorstoß des „Müns­te­raner Kreises“ von Schul­me­di­zinern gegen den Berufs­stand der Heil­prak­tiker (die­Un­be­stech­lichen berich­teten dazu) war offenbar nur das Fanal für eine neue Inqui­sition und Hetzjagd auf die nicht-schul­me­di­zi­ni­schen Heilberufe.
Am liebsten würden die Damen und Herren Ärzte diese Berufe gleich ganz abschaffen, und das Feld allein besetzen. Oder zumindest sehr hohe Ansprüche an die Aus­bildung stellen, eigentlich müsste es eben schon ein Medi­zin­studium sein. Die Kom­pe­tenzen der Heil­prak­tiker müssen stark ein­ge­schränkt werden, wird gefordert und die bestehende Aus­bildung pau­schal als „unqua­li­fi­ziert“ abgetan.
Die Ärz­tInnen vom „Müns­te­raner Kreis“ wähnen sich gar in Par­al­lel­welten: Der Welt der aka­de­mi­schen Medizin und der Welt der Heil­prak­tiker. Dabei könne die aka­de­mische Medizin sich auf Behand­lungen mit nach­ge­wie­sener Wirk­samkeit stützen, die Behand­lungen durch Heil­prak­tiker dagegen bewege sich in einer unwis­sen­schaft­lichen Gedan­kenwelt und Alter­na­tiver Medizin. Das ist genauso falsch, wie unverschämt.
Nun scheint eine Welle von per­sön­lichen Ver­fol­gungen und Schi­kanen gegen Heiler, Heil­prak­tiker und auch schul­me­di­zi­nisch voll aus­ge­bildete Ärzte, die alter­native Heil­me­thoden anwenden los­ge­treten zu werden: Bös­willige Ver­dre­hungen, aggressive Film­teams, in ver­leum­de­ri­scher Absicht zusam­men­ge­schnittene Repor­tagen, Detek­teien, die Belas­tungs­ma­trial her­bei­schaffen müssen, Straf­an­zeigen, Unter­stel­lungen, Beschuldigungen.
Zwei pro­mi­nente Bei­spiele: Uwe Albrecht und Robert Franz.
Zusammen mit RTL nahm das umstrittene Fake-News-Ent­hül­lungsteam cor­rectiv Uwe Albrecht auf’s Korn. Ein „inves­ti­ga­tiver“ Jour­nalist über­rum­pelte Uwe Albrecht ohne jede Ankün­digung auf der Straße, hielt ihm ein Mikrofon vor die Nase und fragte, ob Albrechts Lebens­konzept „Innerwise“ Krebs heilen könne. „Nein, kann es nicht“ gab dieser zurück. Der Fra­ge­steller ließ nicht locker und ver­suchte offenbar, irgendeine zur Denun­ziation ver­wertbare Aussage zu rechts­wid­rigen Heil­ver­sprechen bekommen. Als nichts Vor­werf­bares zu erbeuten ist, wird der Inves­ti­gative sehr direkt: Ob Uwe Albrecht denn nicht doch mit dem Ver­sprechen der Krebs­heilung Kli­enten anlockt. Doch Albrecht stellt unbe­irrbar seinen Ansatz klar: Seine Methode setzt auf Selbst­ver­ant­wortung. Es gibt keine Heil­ver­sprechen. Für cor­rectiv also nichts, woraus man hätte einen Skandal basteln können. Und doch wird der Bericht für RTL so denun­zia­to­risch wie möglich dar­ge­stellt, und man biegt es mit aller Kraft so hin, dass der ahnungslose Zuschauer am Ende doch irgendwie glaubt, “Dr. Albrecht lockt in unver­ant­wort­licher Weise Pati­enten mit Hei­lungs­ver­sprechen bei Krebs an”.
Hier erzählt Dr. Uwe Albrecht, wie er zu dem zwei­fel­haften Ver­gnügen kam, von cor­rectiv und RTL in die Mangel genommen zu werden (ab Minute 14:22):

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Robert Franz in der Stei­ermark ist einer der Ersten und ein Vor­kämpfer der Natur­heil­kunde. Sein Erfolg ist immens, auch wenn sein Auf­treten sehr eigen­willig ist. Die Main­stream­m­edien igno­rieren ihn, aber die Kranken und Hei­lungs­su­chenden laufen in Scharen zu ihm. Nun hat die öster­rei­chische Ärzte- und Apo­the­ken­kammer gegen ihn Anklage wegen Kur­pfu­scherei  erstattet. Zu diesem Behufe brauchten sie Erkennt­nisse und Fakten und enga­gierten eine Detektei namens “Observer”, die diese beschaffen sollten. Anscheinend sind die Ergeb­nisse der Schnüf­fel­aktion aber dürftig. Was diese Pri­va­ter­mittler her­aus­ge­funden haben, ist — nach Dar­stellung von Robert Franz — nicht mehr als die Beob­achtung, dass sehr viele Men­schen zu ihm kommen, denen er immer das Gleiche rät und emp­fiehlt. Daher sei erwiesen, dass er ein “Kur­pfu­scher” sei.
Seine Ori­ginal-Stel­lung­nahme ist hier zu sehen.

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Wis­sen­schaftlich fun­dierte Schul­me­dizin vs. betrü­ge­rische Kurpfuscher?
Die Schul­me­dizin, ins­be­sondere die Blau­licht­me­dizin, hat unge­heure Fort­schritte gemacht und rettet täglich viele Leben. Zahllose Men­schen, die früher an Schlag­an­fällen, Unfall­ver­let­zungen, Hirn­blu­tungen, Herz­in­farkten und töd­lichen Krank­heiten gestorben wären, können durch die phan­tas­ti­schen Leis­tungen der modernen Medizin nicht nur über­leben, sondern werden oft in einem erstaun­lichen Maße wie­der­her­ge­stellt, wie das noch vor Hundert Jahren undenkbar war. Den Sani­tätern, Ärzten, Pflegern und den Phar­ma­her­stellern gebührt dafür großer Dank. Die aller­meisten Sani­täter, Ärzte und Pfleger gehen in ihrem Beruf auf und tun alles, was in ihrer Macht steht, den Pati­enten zu helfen. Das sei zu Anfang klar fest­ge­stellt. Das sollte geschätzt und gewürdigt werden. Gene­relles Schul­me­dizin-Bashing ist unan­ge­bracht und ignorant.
Ich selbst habe mehrfach erlebt, dass auch über­zeugte Anhänger der Natur­heil­kunde in akuten Not­fällen und Erkran­kungen, denen anders nicht bei­zu­kommen ist, ihr Leben der Schul­me­dizin und der Qua­li­fi­kation von hoch aus­ge­bil­deten Medi­zinern ver­danken. Wer mit einer vorerst unbe­kannten Tro­pen­krankheit es gerade noch im Flieger nach Deutschland schafft, um dort vom Flug­hafen sofort in die Klinik trans­por­tiert zu werden, wo blitz­schnell eine Dia­gnose erfolgt und das richtige Anti­bio­tikum das Leben rettet, der sollte zweimal nach­denken, bevor er blind gegen die Schul­me­dizin im All­ge­meinen und Anti­bio­tikum im Beson­deren wettert.
Ande­rer­seits ist der infla­tionäre Einsatz von Anti­biotika eine große Gefahr. Dadurch sind mitt­ler­weile so viele mul­ti­re­sis­tente Bak­te­ri­en­stämme her­an­ge­züchtet worden, dass viele bewährte Prä­parate ihre Wirk­samkeit ver­lieren. Kli­niken sind wegen der kaum noch abzu­tö­tenden Keime zu gefähr­lichen Infek­ti­ons­herden geworden. Die Phar­ma­in­dustrie ist ständig auf der Suche nach neuen „Reserve-Anti­biotika“, die in den kri­ti­schen Fällen ein­ge­setzt werden, wo alle gän­gigen Prä­parate wegen der resistent gewor­denen Keime nicht mehr wirken. Dazu kommt noch die Anti­bio­tikum-Dusche in den Fleisch­fa­briken. Tiere werden zu Schleu­der­preisen erzeugt, auf Schlacht­ge­wicht gebracht und ver­kauft, weil der Ver­braucher viel Fleisch fordert und kaum Geld dafür aus­geben will. Also werden die Tiere in ihrem kurzen, elenden Leben mit diversen Anti­biotika gefüttert, um mög­lichst keine Ver­luste durch Tod und Krankheit zu erleiden. Rück­stände dieser Prä­parate sind aber im Fleisch ent­halten und werden vom Men­schen auf­ge­nommen. Auch das führt zu Resistenzen.
Auch die Vor­teile der Natur­heil­kunde habe ich selbst bei meh­reren Fällen mit­erlebt, in denen ein kranker Mensch im Ver­trauen auf die Schul­me­dizin jah­relang mit einem Bündel an Leiden kämpfte, ja so gar unfähig wurde, normal weiter zu leben und zu arbeiten. Ständig neue Behand­lungen, ständig neue Medi­ka­mente, und doch wurde nichts besser, eher schlimmer. Bis zum Besuch beim Heil­prak­tiker. Dort wurde sich in allen Fällen wesentlich gründ­licher mit dem Men­schen, seiner Geschichte und Lebens­si­tuation aus­ein­an­der­ge­setzt, ein ganz indi­vi­du­eller Ansatz gesucht und gefunden, und eine echte Heilung erzielt. Natür­liche The­rapien, Pflan­zen­heil­kunde, sanfte Mittel, Wie­der­her­stellung der see­li­schen Balance, Umstel­lungen der Lebens­weise und kluge, auf­merksame Begleitung brachten zuwege, was die Schul­me­dizin nicht schaffte.
Der Mensch ist eben nicht nur ein Apparat mit mehr oder weniger gut funk­tio­nie­renden Regel­kreisen und nach­prüf­barer Bio­me­chanik. Die Drei­einheit aus Körper, Geist und Seele eines Lebe­wesens ist viel­schichtig, funk­tio­niert nicht nur drei­di­men­sional und ist seit Hun­derten von Mil­lionen Jahren im Lebens­system dieses Pla­neten mit­ein­ander ver­woben. Sogar die Gestirne und Mit­pla­neten, unser Mond und vor allem die Sonne spielen für für unseren Mut­ter­pla­neten und das gesamte Leben darauf eine sehr wichtige Rolle.
Pflanz­liche Arzei­mittel verbieten? 
Sehr geehrte Damen und Herren Medi­ziner, es dürfte Ihnen in Ihrer Aus­bildung nicht ent­gangen sein, dass ein Großteil der heu­tigen, hoch­wirk­samen Medi­ka­mente aus der alten, tra­di­tio­nellen Pflan­zen­me­dizin kommen. So ist das mas­senhaft ver­kaufte Aspirin eine che­mische Variante (Acetyl-Sali­cyl­säure) des uralten, fie­ber­sen­kenden und schmerz­stil­lenden Wei­den­rinden-Extraktes (Sali­cyl­säure).
Der bis in die zwan­ziger Jahre bewährte und hoch­wirksame Wirk­stoff Stro­phantin stammt aus der Schling­pflanze „Stro­phantus Maximus“ und wurde lange mit Erfolg bei Herz­krank­heiten ein­ge­setzt. Das her­vor­ra­gende Mittel ver­schwand, weil man es nicht paten­tieren konnte, und weil es zu billig war. Man muss heute suchen, um es noch zu bekommen.
Ein wei­teres, sehr schönes Bei­spiel ist die Geschichte des Herz­mittels „Digi­talis“.
Der eng­lische Arzt William Withering soll 1775 nach der einen Über­lie­ferung ein altes Familien- Medi­zin­rezept aus Blättern des Fin­ger­hutes gegen Herz­schwäche benutzt haben, um Pati­enten damit zu behandeln.
Die weitaus ver­brei­tetere Geschichte der Ent­de­ckung des Wirk­stoffes Digi­talis ist die, dass besagter Doktor Withering einen Pati­enten mit Herz­schwäche und Was­ser­sucht nach den Regeln der aner­kannten, dama­ligen Schul­me­dizin behan­delte, jedoch keinen Erfolg erzielte. Als er wieder bei dem Pati­enten nachsah, ging es diesem ohne ersicht­lichen Grund plötzlich erheblich besser. Das Herz schien wieder kräftig zu schlagen und das Wasser war aus dem Gewebe ver­schwunden. Die Ehefrau gestand nach ein­ge­hender Befragung, sie habe sich an ein Kräu­ter­weiblein gewandt, wisse aber nicht, was die ihrem Mann gegeben habe. Dr. Withering soll die Kräu­terfrau auf­ge­sucht haben, aber unver­rich­teter Dinge wieder gegangen sein. Die Heil­kundige wollte das Geheimnis des Heil­krautes nicht ver­raten. Durch Nach­spio­nieren und Beob­achten fand Dr. Withering heraus, dass sie den Roten Fin­gerhut benutzte, und daraus ein Elixier herstellte.
Diese Geschichte wirkt glaub­wür­diger, als das Her­aus­kramen eines alten Fami­li­en­re­zeptes: Die the­ra­peu­tische Breite des Fin­ger­hutes ist sehr eng. „The­ra­peu­tische Breite“ bezeichnet den Raum zwi­schen Unter­do­sierung, so dass keine Wirkung erzielt wird und Über­do­sierung, so, dass Schaden ent­steht. Ein Bei­spiel: Von Kamille (z. B. gegen Magen­ent­zündung) kann man soviel kaum trinken, dass man am Wirk­stoff der Kamille stirbt. Gleich­zeitig hilft aber schon eine Tasse warmer Kamil­lentee recht gut. Das ist ein große the­ra­peu­tische Breite. Beim Roten Fin­gerhut (Digi­talis Pur­purea) ist diese the­ra­peu­tische Band­breite sehr eng. Sozu­sagen ein schmaler Grat zwi­schen Unwirk­samkeit und Exitus.
Da belegt ist, dass Dr. Withering von 1776 bis 1779 Dut­zende Herz­pa­ti­enten mit dem Fin­ger­hu­telixier behan­delte, aber nicht, dass davon Drei­viertel wegen fal­scher Dosierung starb, ist es sehr wahr­scheinlich, dass er die genaue Dosierung, je nach Gewicht, Alter, Sym­ptomen und Kon­dition von dem Kräu­ter­weiblein erfahren hat. Wei­terhin muss er schon vor seinen Expe­ri­menten gewusst haben, dass sich das Pflan­zengift im Körper anrei­chert und die Wirkung sich im Laufe der Zeit ver­stärkt. Man musste Erfahrung haben zu erkennen, wann und in welchem Maße die Dosierung gesenkt werden musste. Durch Versuch und Irrtum wären dem guten Doktor die Pati­enten in einem Maße weg­ge­storben, dass er mit seinen Ver­suchs­reihen nicht weit gekommen wäre, sondern im Gefängnis gelandet. 1785 ver­öf­fent­lichte er dann seine berühmte Abhandlung „An account of the Fox­glove and its medical uses“.
Später fand der fran­zö­sische Arzt Dre­beyene heraus, dass Digi­talis nicht nur herz­stärkend wirkt, sondern gleich­zeitig harn­treibend und dadurch auch die oft mit Herz­pro­blemen ein­her­ge­hende „Was­ser­sucht“ behebt. 1868 erst wurde der Wirk­stoff Digi­talis durch den Che­miker Nativelle iso­liert. Er wird bis heute in Herz­me­di­ka­menten verwendet.
Dieser Wirk­stoff ist übrigens auch in den gif­tigen Mai­glöckchen ent­halten und wurde in anderen Regionen durch Kräu­ter­kundige Heiler bei Herz­schwäche verwendet.
Weißdorn ist eben­falls ein altes Herz- und Kreis­lauf­mittel der Kräu­ter­kun­digen und wird eben­falls heute in Dragees ver­kauft. Es gibt sehr viele, heute noch ver­wendete Arz­nei­mittel, die aus der alten, tra­dierten Pflan­zen­heil­kunde kommen.
Und noch etwas, geehrte Herren und Damen Dok­tores des Müns­te­raner Kreises: Die Phar­ma­her­steller schicken heute noch jede Menge Bio­logen und Che­miker in die Dschungel und Wälder dieser Welt, um neue Pflan­zen­wirk­stoffe und Tier­gifte zu finden und neue Medi­ka­men­ten­linien darauf auf­zu­bauen. Diese Leute wenden sich zuerst an die Scha­manen und Heiler der Natur­völker, um deren Wissen anzu­zapfen, während Sie hier Ihre „Kon­kurrenz“ mit dem Verbot pflanz­licher Medizin aus­schalten wollen.
Dabei wissen Sie sehr gut, dass eines der am meisten ange­wandten, effi­zi­en­testen und gut ver­träg­lichen Betäu­bungs­mittel das von Frö­schen gewonnene Pfeilgift aus dem süd­ame­ri­ka­ni­schen Dschungel ist.
Soviel zur Wir­kungs­lo­sigkeit von Pflanzen- und Naturmedizin.
Moderne Medizin: Ein Wim­pern­schlag in der Menschheitsgeschichte
Tiere wissen, welche Pflanzen sie fressen müssen, wenn es ihnen schlecht geht. Natur­völker haben ein breites Wissen um die Heil­kräfte, aber auch um die Gifte in der Natur um sie herum. Und noch vor wenig mehr als drei­hundert Jahren war das auch hier in Europa so. Die „Apo­theke Gottes“ mit all den Pflan­zen­wirk­stoffen und Rezepten wurde von Kräu­ter­weiblein, Heilern, weisen Frauen in den Völkern als „Volks­me­dizin“ von Generation zu Generation über­liefert und gelernt. In vielen Ländern ist das auch heute noch die über­wie­gende Behand­lungs­weise bei Krankheit. Die Nonne und Mys­ti­kerin Hil­degard von Bingen schrieb im Mit­tel­alter ein Buch über Heil­pflanzen und heilsame Ernährung, ein Wis­sens­kom­pendium, das bis heute noch beachtet und erfolg­reich ange­wendet wird.
Drei­hundert Jahre sind ein Wim­pern­schlag in der Mensch­heits­ge­schichte. Die Kennt­nisse und Mög­lich­keiten der modernen Medizin sind noch viel jünger. Gemessen an der Mensch­heits­ge­schichte, sind sie gerade erst jetzt aufgetaucht.
Ich darf die hoch­mü­tigen Herr­schaften des Müns­te­raner Kreises freundlich daran erinnern, dass es nicht lange her ist, nämlich nur 153 Jahre, dass der Arzt Dr. Ignaz Sem­melweis nie­der­ge­macht, dis­kri­mi­niert und verjagt wurde, als er den Grund des Mas­sen­sterbens von Wöch­ne­rinnen her­ausfand und offen benannte: Das Lei­chengift an den Händen der Herren Ärzte, die von den Vivi­sek­tionen und Aut­opsien direkt zu den Pati­en­tinnen gingen, ohne sich richtig die Hände zu des­in­fi­zieren. Die Frauen starben rei­hen­weise an einer Sepsis durch Unsau­berkeit der Ärzte. Die Ärzte hatten keine Ahnung davon und reagierten wütend auf diese „Anschul­digung“.
Die Selbst­herr­lichkeit der Dok­toren war damals genauso aus­ge­prägt und von kei­nerlei Zweifel getrübt, wie heute von Ärzten des Schlages „Müns­te­raner Kreis“. Erst nach dem Tode von Sem­melweis wurde das gründ­liche Des­in­fi­zieren all­gemein zur Pflicht. Was wissen Sie heute alles noch nicht, sehr ver­ehrte Dok­toren der Medizin? Über was wird man morgen als Ursache für Mas­sen­sterben wegen Nicht­wissens der Medizin im 21. Jahr­hundert den Kopf schütteln? Wie viele Krebs­pa­ti­enten sterben heute noch unter Ihren Händen weg, nach langen qual­vollen Zell­gift­the­rapien und zer­stö­re­ri­schen Bestrah­lungen? Sie wissen sich heute keinen anderen Rat, akzep­tiert. Aber seien Sie sich dessen bewusst, dass Sie aus Nicht­wissen über die tie­feren Ursachen und Zusam­men­hänge des Krebs­ge­schehens handeln. Und dass Ihre Zunft dennoch jeden, der heute andere Wege zu gehen ver­sucht, angreift, ruf­mordet und zerstört.
Ver­lo­renes Wissen lässt sich nicht so leicht zurückholen
Einen wei­teren Gedanken möchte ich denen, die da lauthals die Abschaffung der Heil­prak­tiker und ins­be­sondere der Pflanzen- und Natur­me­dizin fordert, nahebringen.
Das System der modernen Schul­me­dizin, so effi­zient und hoch­qua­li­fi­ziert es ist, steht und fällt mit dem Funk­tio­nieren des Wirt­schafts- und Finanz­systems. Nur in ent­wi­ckelten Staaten ist es möglich, die Apparate her­zu­stellen, die Labore zu unter­halten, die Medi­ka­mente zu ent­wi­ckeln und zu pro­du­zieren und den Stand der Aus­bildung aller teil­neh­menden Berufe zu gewähr­leisten, den die moderne Schul­me­dizin braucht.
In Vene­zuela sehen wir gerade, dass akuter Mangel an Medi­ka­menten herrscht. Vene­zuela selbst hat so gut wie keine phar­ma­zeu­tische Industrie. Es muss impor­tiert werden. Da der Bolivar aber zur Zeit in einer Hyper­in­flation ver­glüht, ist das Land gezwungen, sein Staatsgold für den Erwerb von dringend not­wen­digen Medi­ka­menten einzusetzen.
Stellen wir uns vor, in 30, 40 Jahren: Der „Müns­te­raner Kreis“ hat es damals geschafft, ein Verbot der Pflanzen- und Natur­heil­kunde zu erwirken. Uraltes, tra­diertes Wissen mit Tau­senden von über­lie­ferten Rezep­turen, Dosie­rungs­kennt­nissen, Anwen­dungs­wissen und prak­ti­scher Erfahrung in der Pflan­zen­heil­kunde ist tat­sächlich unter­ge­gangen. Die moderne Medizin hat die uralte “Kon­kurrenz” ausgeschaltet.
Wie die Geschichte uns lehrt, hält kein System ewig. Es gibt immer wieder Kriege, Kata­strophen, Zusam­men­brüche, Revo­lu­tionen. Immer, überall, unaus­weichlich. Auch heute, hier, in Europa zeichnen sich Wahr­schein­lich­keiten und Ent­wick­lungen ab, die einen Zusam­men­bruch des jet­zigen Systems in nicht allzu ferner Zukunft durchaus denkbar erscheinen lassen. Darüber machen sich die meisten Leute eigentlich keine Illu­sionen mehr und die Medien schreiben ständig davon.
Was pas­siert im Fall eines Sys­tem­crashs hier in Europa mit der medi­zi­ni­schen Ver­sorgung? Was, wenn die Kli­niken ohne Strom, ohne Geräte, ohne Dia­gnostik, ohne Medi­ka­mente sind? Es gibt eine Studie des Karls­ruher Instituts für Tech­no­logie im Auftrag der Bun­des­re­gierung zum Thema „Ohne Strom in die Kata­strophe“, die man nur jedem zu lesen ans Herz legen kann (legen Sie schon mal Digi­talis bereit).
Unter solchen Bedin­gungen ist – laut dieser Studie — die moderne Medizin innerhalb weniger Tage außer Gefecht. Und das schon nach wenigen Tagen Ausfall nur der einen Zivi­li­sa­tions-Kom­po­nente Strom, wohlgemerkt.
Gibt es aber einen kom­pletter Sys­tem­zu­sam­men­bruch, wie in der unter­ge­henden Sowjet­union — wo ein halbes Jahr vorher auch noch niemand sich hätte träumen lassen, dass das heilige Land des sozia­lis­ti­schen Fort­schrittes innerhalb weniger Wochen zum Dritt­weltland werden würde – ist die moderne Medizin dau­erhaft nicht mehr in Funktion. Nur noch sehr Ein­fluss­reiche oder Begü­terte konnten (meist im Ausland oder exklu­siven Kli­niken) Medi­ka­mente oder eine moderne, medi­zi­nische Behandlung ergattern. Zeit­weise erging es auch den Griechen auf dem Höhe­punkt der Grie­chenland-Krise so.
In dieser Zeit besann man sich wieder auf die alten Kennt­nisse und Fähig­keiten des Über­lebens, ob beim Auto repa­rieren, Lebens­mittel anbauen, Strümpfe stricken oder in der Gesund­heits­für­sorge. Da waren die alten, sehr wirk­samen Mittel der von Ihnen so ver­ach­teten Volks­me­dizin gefragte Retter in der Not.
Und das ist, blickt man in die Geschichte, weitaus eher der Nor­mal­zu­stand der Menschheit als eine hoch­in­dus­trielle, wohl­ha­bende Hightech-Zivilisation.
Daher, sehr geehrte Damen und Herren Dok­tores, Wis­sen­schaftler und Gegner der Volks­me­dizin, Natur- und Pflan­zen­heil­kunde: Bedenken Sie, was Sie ver­nichten wollen. Reichen Sie den Natur­heil­kundlern lieber die Hand. Arbeiten Sie doch lieber gemeinsam zum Wohle der Men­schen und begraben Sie Ihr Kon­kur­renz­denken – auf beiden Seiten.
Und den Natur­heil­kundlern, Heilern und Alter­na­tiv­me­di­zinern sei anemp­fohlen, die Leis­tungen der Schul­me­dizin zu schätzen, wo sie gut und hilf­reich sind. Stehen Sie den auf­ge­schlos­senen Medi­zinern zur Seite, wie das doch heute so oft und gut zwi­schen guten Heil­prak­tikern und guten Haus­ärzten schon prak­ti­ziert wird.
Primum non nocere! Warum nicht Hand in Hand arbeiten? Leben retten Leben ver­bessern, leben und leben lassen. Es wäre so einfach.