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Wirtschaft

Das „Bargeldmassaker“ kommt näher

31. Juli 2019

Es ist mehr als nur eine ausgemachte Sache, dass das Bargeld eher über kurz als über lang gänzlich abgeschafft wird. Die immer wieder gern vorgeschobenen Gründe sind Sicherheit, Steuerehrlichkeit und Kriminalitätsbekämpfung. Mit der neuerlichen Rochade an der Spitze der EZB sieht es wie folgt aus: Bargeldabschaffung: Mit IWF-Chefin Lagarde an der EZB-Spitze nur eine Frage der Zeit.

Weniger gern und offen wird darüber referiert, dass bargeldlose Bezahlung auch eine totale Kontrolle der Bürger ermöglicht, bis zu deren „ökonomischer Abschaltung“. Dem wird dann immer gern entgegengehalten, dass doch der anständige Bürger ohnehin nichts zu verbergen habe. Bedauerlicherweise hat die Politik fast zu jeder Zeit etwas zu verbergen, was nicht unbedingt vertrauensbildend wirkt.

Das sich von Zeit zu Zeit der Anspruch der Herrschaft wandelt und somit dem Missbrauch der erhobenen Daten sogleich wieder Tür und Tor öffnet, lässt sich bereits aus jüngeren Geschichte und sogar unter dem Label „Demokratie“ nachweisen. Was erst sollte da los sein, wenn es mal wieder etwas autoritärer zugeht. Vielleicht bekommen wir ja zur Abwechslung mal einen ausgewachsenen „Ökofaschismus“. Die Chancen stehen aktuell gar nicht so schlecht. Es ist töricht davon auszugehen, dass diese Staatsform seine Schäfchen dann weniger knechtet, als die bereits datenmissbrauchende Demokratie.

Wie steht es aktuell um verschiedene Zahlungsoptionen?

Hierzu legt die Bundbank eine Studie vor, die allerhand Aufschluss gibt: Zahlungsverhalten in Deutschland 2017 • Vierte Studie über die Verwendung von Bargeld und unbaren Zahlungsinstrumenten (PDF). Immerhin wird daraus deutlich erkennbar, das die Verwendung von Bargeld sichtbar rückläufig ist. Grob geht es um Bargeld, Debit- und Kreditkarten, Überweisungen, Internetbezahlverfahren und sonstige. Rund die Hälfte aller Transaktionen werden demnach immer noch in Bar vorgenommen, eben mit fallender Tendenz.

Jetzt gibt es bestimmte Branchen bzw. Anbieter, für die ist Bargeld keine Option. Einfach weil sie mit den Kunden physisch nicht mehr in Kontakt kommen. Neben dem regulären wie boomenden Onlinehandel, sind das beispielsweise Glücksspiel- und Wettanbieter, die dann verschiedene Zahlungsoptionen anbieten müssen, um mit ihrer Kundschaft auf virtueller Ebene, aber auch mit realem Geldfluss, in Kontakt zu bleiben. Hier hat sich demnach das Wesen der Geschäfte mehr oder minder den neuen Zahlungsmethoden angepasst. Womöglich wären Geschäfte dieser Art ohne entsprechende Zahlungsmethoden nur sehr viel aufwendiger darstellbar.

Bargeld bedeutet immer noch maximale Freiheit

Und genau um diesen Punkt wird sich am Ende die Bargeld-Entscheidungsschlacht entspinnen. Selbst die bargeldlosen Methoden werden zukünftig für viele Bezahlvorgänge Verwendung finden. Wer überwiegend darauf bedacht ist kein Konsum- und Nutzerverhalten zu offenbaren, der verwendet für den größeren Teil seiner Einkäufe nach wie vor Bargeld. Eine prägnante Zusammenfassung des Dilemmas hatte Mr. Dax (Dirk Müller) in einer Diskussionsrunde zu bieten. Dazu nachfolgend ein kurzer Ausschnitt daraus:

Er bringt in diesem kurzen Statement die Gefahren der offen anvisierten Bargeldabschaffung sehr genau auf den Punkt. Wer sollte dabei obsiegen? Der Staat mit einem obskuren Kontrollanspruch gegenüber jedermann? Oder vielleicht doch besser die Freiheit. Hier noch ein weiterer Hinweis auf die „totale Kontrolle“, diesmal von links: Bürgerinnen und Bürger unter Generalverdacht. Die Geschichte mündet demzufolge in einer philosophischen Auseinandersetzung. Ein Streit, bei dem der Staat seinen Bürgern fortwährend kriminelles oder staatsfeindliches Verhalten unterstellt. Im Umkehrschluss macht sich der Staat zunehmend, wenn er bei dem Thema Ernst macht, zum Unterdrücker und Kontrolleur der Massen.

In einer wirklich freien Gesellschaft wäre die Bargeldlosigkeit gar kein Problem. Nur bei den derzeit realiter anstehenden Staats- und Gesellschaftsmodellen blitzt der zu erwartende Missbrauch staatlicherseits bereits an jeder Ecke durch. Bis zu einer Auflösung dieses Konflikts, ist es wohl keine gute Idee sich das Bargeld abschaffen zu lassen und Objekt staatlicher Willkür zu werden. Soviel Vertrauen kann man keinem der heutigen Staaten entgegenbringen. Zu häufig haben sie bereits bewiesen, sich ggf. gegen den Bürger zu wenden.


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