Politik

Ohne die Familien geht unsere Kultur zugrunde

10. November 2017

Die Familie ist die Keimzelle jeder gesunden und traditionellen Gesellschaft. Wo es keine Familien gibt, kann keine kulturstarke Gesellschaft mehr existieren. Und wenn die Familien erst zerstört und in ihre Einzelteile zerbrochen sind, können die äußeren Gewalten – also die des Staates – auf den Einzelnen zugreifen, weil das natürliche soziale Gefüge, das jede Familie im Regelfall darstellt, zerbröselt ist.

Der Sozialstaat als „Retter“

Dieser Zugriff von außen heisst im offiziellen Sprachgebrauch natürlich nicht Staatsgewalt, sondern euphemistisch „Sozialstaat“: Unter diesem Begriff wird heute all das subsumiert, was historisch die Aufgabe der Familien war. Das beinhaltete das Kinderkriegen, die Babybetreuung und Kindererziehung,  die Haushaltsführung und die soziale Umsorgung und Betreuung der älteren Familienmitglieder bis hin zu deren Pflege.

Weil die Familienzerstörung schon sehr weit fortgeschritten ist, haben wir gar nicht mehr den genauen Blick dafür und glauben, das müsse so sein. Wir halten vieles sogar für einen Fortschritt.  Institutionen wie Pflegeheime und Ganztagsbetreuungen schon für die ganz kleinen Kinder sind Alltag und haben längst ihren fixen und gar nicht mehr wegzudenkenden Platz in der Gesellschaft. Und natürlich brauchen wir diese Einrichtungen auch.

Argumentiert wird deren wachsende Notwendigkeit nicht nur mit der Demografie und der Zunahme der älteren Bevölkerung, sondern meist auch mit der neuen Rolle der Frau. War es früher die vornehmliche Aufgabe der Frauen, die unterstützenden, betreuenden und pflegend-hegenden Maßnahmen in der Familie zu leisten, so herrscht heute der Trend, diese unbedingt aus der Familie auszulagern, weil die Frau immer mehr ins allgemeine Arbeitsleben integriert werden soll. (Übrigens wird immer noch ein Großteil der Altenbetreuung durch Frauen zu Hause erledigt, aber der Staat will hier eingreifen.)

Die Befreiung der Frau

Mann nennt diesen gesellschaftlichen Transformationsprozess gerne auch „Befreiung der Frau“, merkt aber gar nicht, dass die Frau vom familiären Umfeld, wo sie angeblich stets unterdrückt und ausgebeutet wurde,  in die Knochenmühle der Arbeitswelt gewechselt hat und dort neuen, oft brutalen Abhängigkeiten ausgeliefert ist. Dass der Schritt von der Hausarbeit zur Lohnarbeit wirklich ein befreiender war, ist zu daher zu bezweifeln.

Die Feministinnen erklären uns deswegen immer, dass der Befreiungsprozess der Frau erst dann abgeschlossen sein wird, wenn eine absolute Gleichstellung von Mann und Frau erreicht ist. Sie sagen allerdings nie dazu, dass diese Gleichheit aufgrund der anatomischen und biologischen Gegebenheiten ja gar nicht möglich ist – außer, man strebt ein allgemeines Dasein als Neutrum an.  Die einzige fundamentale Annäherung an die Gleichheit der Geschlechter kann nur erfolgen, wenn die Frau das Kinderkriegen aufgibt. Und das passiert in zunehmendem Maße, die extrem niedrigen Geburtenraten beweisen es.

Trotzki war ein heller Kopf

Die frühen Marxisten haben im Sinne ihrer am Staat orientierten Doktrin glasklar die Notwendigkeit erkannt, die Familie zerstören zu müssen: Leo Trotzki beschäftigte sich mit dem Zerfall der klassische Familie und hatte diesen auch als Ziel formuliert. An die Stelle der Vater-Mutter-Kinder-Familie sollte das Leben im Kollektiv treten und alle Haushaltsaufgaben, Erziehungsmaßnahmen usw. sollten in kommunistischen (also staatlichen) Einrichtungen erfolgen. Die Kommunisten wollten so die Integration von Mann und Frau in die staatlich vorgegebenen Arbeitsabläufe gewährleisten.

Der Kommunismus sowjetischer Prägung ist zu Recht zugrunde gegangen. Die Gründe dafür kennen wir alle. Was in der westlichen Welt von ihm geblieben ist, nennt man heute Kulturmarxismus. Dieser Spin-off der trotzkistisch-marxistischen Gedankenwelt ist mittlerweile eine eigene Ideologie geworden und hat weiterhin die Auflösung der Familie und die Gleichstellung von allem mit allem im Sinne. Die Agenten des Kulturmarxismus findet man in der Politik (und zwar in allen Parteien, auch in den bürgerlichen!) und man findet sie natürlich in den Mainstreammedien.

Die Hypes kommen vom Kulturmarxismus

All die Phänomene, die mit schöner Regelmäßigkeit öffentlich gehypt werden, sind eindeutige Effekte des Kulturmarxismus: Die mit Druck geforderte absolute Gleichstellung der Frauen, die mit jakobinischem Eifer entwickelten diversen Anti-Diskriminierungsgesetze, die mit pseudomoralischer Inbrunst ausgerollten Anti-Hatespeech-Kampagnen zur Eindämmung der Meinungsfreiheit, die seitens zentralistisch denkender Politiker stets geforderte Einebnung und Leugnung aller Unterschiede zwischen den Völkern und Kulturen, das Streben nach dem Einheitsstaat Europa, die offenen Staatsgrenzen, die Förderung der Homosexuellenbewegungen, die Einführung der „EheFuerAlle“, die völlige Freigabe der Abtreibung unter dem zynischen Titel „Reproduktive Rechte der Frau“ usw.

Ein Treppenwitz der Geschichte

Die schicksalshafte Ironie bei all diesen so gut gemeinten, aber umso destruktiveren kulturmarxistischen Zielen ist, dass sie nicht nur die Vereinzelung und Isolierung der Individuen bewirken und der Staat damit besseren Zugriff auf den Bürger hat, sondern dass sie auch massiv den konzernkapitalistischen Interessen in die Hände spielen. Die Oligopole und Mega-Konzerne brauchen Arbeitskräfte und Konsumenten, das ist ihr höchstes Interesse.

Wenn es den Kulturmarxisten gelingt, die Segregation der Gesellschaft  weiter voran zu bringen, die Frauen im größten Täuschungsmanöver der Geschichte aus den angestammten Mütter- und Familienpositionen unter der Vorspiegelung der „Befreiung“ heraus zu locken und ihnen ihre Lebenserfüllung als kinderlose Berufstätige schmackhaft zu machen, dann befriedigt diese Abart des Marxismus nicht nur sich selbst, sondern vor allem auch das ewig hungrige Kapital: Am Ende dieser Entwicklungen steht nämlich der rein konsumorientierte, vom Sozialstaat wie vom Arbeitgeber gleichermaßen abhängige Einzel- und Einheitsmensch, der in einer erbärmlichen Abkapselung lebt und Mündigkeit wie Freiheit gegen die totale Obsorge des kapitalistisch-kulturmarxistischen, gönnerhaften und allmächtigen Großen Bruders eingetauscht hat.

Untergang und Aufstieg

Solcherart geht die westliche Kultur zugrunde. Dieser Niedergang bringt noch eine weitere Ironie mit sich: Die Degeneration des Westens und die Zerstörung der traditionellen Familie als Träger der kulturellen Identitäten bereiten den Boden für die Übernahme Europas durch eine fremde Kultur, in der Familie und Sippe eine zentrale und mächtige Rolle spielen. Die Rede ist vom Islam. Die degenerierten und weitgehend kinderlosen Europäer werden in dieser speziellen „Brave New World“ natürlich weiter existieren: Die neuen Herren brauchen sie als sogenannte „Dhimmis“ (geduldete Fremdarbeiter), weil irgendjemand muss die anfallenden Arbeiten ja erledigen. Und das werden die europäischen Männer und Frauen tun, wenn sie nicht heute und gleich dem Kulturmarxismus abschwören.

Dr. Marcus Franz / thedailyfranz.at