Mimimi aus dem Elfen­beinturm: Anja Reschke (NDR) über Gerech­tigkeit, GEZ, Wut­bürger und Fake News

Es rührt sich anscheinend schon etwas bei den Öffentlich-Recht­lichen. Der Druck von der Straße kommt doch endlich einmal in den Elfenbein-Bas­tionen der gut besol­deten Volks­er­zieher an. NDR-Jour­na­listin Anja Reschke, die sicher auch oft unfair ange­gangen, aber auch oft für ihre Selbst­ge­rech­tigkeit zu Recht kri­ti­siert wird, nahm in einem schrift­lichen Interview Stellung zu inter­es­santen Fragen.
Das lange Interview ist lesenswert. Es wird deutlich, dass Frau Reschke sehr bedacht und überlegt for­mu­liert hat. Sie hat sich auch spürbar um einen zurück­hal­tenden Ton in Bezug auf die Leute bemüht, die als „Wut­bürger“, „besorgte Bürger“ oder „Reichs­bürger“ in dem Interview adres­siert werden. Eine etwas krude Auf­zählung, die allein schon ver­deut­licht, dass die abge­hobene Kaste der Main­stream­jour­na­listen über­haupt nicht begreift, von wem sie redet.
Das Interview führt Jakob Buhre. Er spricht einige Themen an, zu denen Frau Reschke Stellung bezieht… oder auch gekonnt drum­herum redet. Manches ist sehr hübsch in der unab­sicht­lichen Selbst-Bloß­stellung. Greifen wir einmal ein paar Pas­sagen aus dem langen Interview heraus.
Gerech­tigkeit
Auf die Frage, wie Frau Reschke dazu steht, dass die Anzahl der Bürger wächst, die sich „unge­recht behandelt fühlen“ und ob das Ihrer Meinung nach nur eine „gefühlte Unge­rech­tigkeit“ sei, defi­niert Frau Reschke Gerech­tigkeit als „letzt­endlich immer ein Gefühl“, gefolgt von schön­geis­tigen Betrachtungen.
Frau Reschke sollte sich einmal an die Staats­bür­ger­kunde in der Schule erinnern. Recht, Recht­spre­chung und Gerech­tigkeit gehören zu den Grund­pfeilern eines Staates. Die Göttin Jus­titia ist eine der wich­tigsten und hat als Attribute ver­bundene Augen, weil sie „blind“, d.h. ohne Ansehen der Person, unpar­teiisch richtet.  Die Waage, mit der das Für und Wider gewogen und jedem das Seine gerecht zuge­messen wird (suum quique) und ein Schwert, mit dem sie mit der nötigen Härte das Recht und die Gerech­tigkeit schützt.
Ohne Recht und Gesetz ist kein Staat zu machen. Die him­mel­schreiende Unge­rech­tigkeit, die heute schon zum ganz nor­malen Lebens­gefühl des Nor­mal­bürgers gehört, läutet leider Gottes mög­li­cher­weise das Ende des Rechts­staates ein. Gerech­tigkeit ins Reich des belie­bigen, per­sön­lichen Emp­findens und Gefühls als quasi „Ein­bildung“ zu ver­weisen, ist staatszersetzend.
Frage:Wir sprachen ja über Gerech­tigkeit: Ich per­sönlich habe mich vor einer Weile gefragt, ob es gerecht ist, wenn eine Ex-Inten­dantin einer Rund­funk­an­stalt eine fünf­stellige Betriebs­rente bekommt, während ein Bürger für den Rund­funk­beitrag so weit gepfändet wird, dass er am Ende in den Knast geht, sozu­sagen für die Alters­vor­sorge von Leuten, die ohnehin schon sehr hohe Gehälter bezogen haben.“ 
Reschke: „Popu­lis­tisch zuge­spitzt. Man geht ja nicht in den Knast, weil man die Gebühr für die Alters­vor­sorge der Inten­danten nicht bezahlt hat. Man bezahlt den Rund­funk­beitrag doch in erster Linie nicht für die Alters­vor­sorge, sondern für das Programm. (…)”
Frage:Die Rück­stel­lungen werden heute gemacht, in den Jah­res­ab­schlüssen der Sender stehen Mil­lio­nen­be­träge für die Renten der Intendanten.“
Reschke: „Aber das heißt nicht, dass jemand in den Knast geht, weil er die Rente des Inten­danten nicht bezahlen will. Das ist eine unfaire Ver­kürzung. (…)“
Frage: „Der Unter­schied ist ja: Spiegel und SZ bezahle ich, wenn ich möchte, den öffentlich-recht­lichen Rundfunk bezahle ich, weil ich es muss. (…)”
Reschke: „Redak­teure ver­dienen laut Tarif­vertrag, den ja Gewerk­schaften aus­handeln, zum Bei­spiel zwi­schen 3.524 und maximal 9.908 Euro monatlich. Das ist eine große Spanne.“
Was sagt uns das? Es sagt uns, dass die unterste Gehalts­stufe beim NDR offenbar bei 3.524 Euro liegt, also im Prinzip alles über Prak­tikant. Nun, lieber Leser, dar­unter würden Sie doch auch keinen Finger krumm machen, oder?
Flucht aus den eta­blierten Medien / neu­trale Berichterstattung
Frau Reschke sieht ihre Aufgabe offenbar darin, durch Bericht­erstattung doch dem ein oder anderen (zu) zeigen, dass man Dinge auch aus einem anderen Blick­winkel betrachten kann”. Sie sagt aber ganz offen etwas später, dass sie neu­trale Bericht­erstattung für eine „fixe Idee halte“, da jeder Jour­nalist mit seinen per­sön­lichen Ein­stel­lungen an die Sache her­angehe. Wie wahr! Danke, Frau Reschke, es wäre uns so nicht aufgefallen.
Es wäre dem „besorgten Wut- & Reichs­bürger“ aber schon einmal geholfen, wenn Fakten nicht einfach unter­schlagen würden, falsch dar­ge­stellt oder schlicht erfunden. Der Jour­nalist mag ja eine Meinung dazu haben. Aber das Ver­tu­schen, Ver­zerren, Ver­schweigen, Mani­pu­lieren und Erfinden ver­stimmt die Leser und Zuhörer enorm.
Überdies scheint Frau Reschke ziemlich naiv zu sein, muss man leider sagen, wenn man ihr nicht gerade unter­stellen will, dass sie sich absichtlich dumm stellt. Auf die Frage, wie wichtig es sei, dass die Bevöl­kerung weiß, in welchen „Think­tanks“ Jour­na­listen Mit­glieder sind, sagt sie doch glatt: Ich bezweifle aber stark, dass die Mit­glied­schaft in irgend­welchen Think­tanks wirklich einen so großen Ein­fluss auf das Pro­gramm hat, wie in manchen Kreisen gemutmaßt wird. Die Strip­pen­zieher im Hin­ter­grund, das ist mir zu verschwörungstheoretisch.“
Ach, tatsächlich?
 
https://www.youtube.com/watch?v=Q7vmcWWHTWg
 
Kritik, Zuhören und Überzeugungsarbeit
Frage: „Sie haben sich schon mehrfach im Dialog Ihren Kri­tikern gestellt. Gab es Situa­tionen, wo Sie bei Ihrem Gegenüber etwas ‚aus­richten‘ konnten?“
Reschke: “Es ist sehr schwer, jemanden, der eine feste poli­tische Über­zeugung hat, dazu zu bringen, zumindest zuzu­hören und eine andere Sicht­weise zu akzeptieren.”
Vielen Dank, Frau Reschke, schön gesagt. Ist Ihnen schon einmal der Gedanke gekommen, dass das auch auf Sie zutrifft?
Frage: „Wurden Sie in solchen Mails mal von der Gegen­seite überzeugt?“
Reschke: „Über­zeugt nicht, aber für mich sind diese E‑Mails total wichtig, weil ich dadurch meine Argu­mente schärfe, über­denke oder auch mal verwerfe.“
Na also. Frau Reschke ändert ihre Über­zeu­gungen um keinen Mil­li­meter, sie feilt lediglich an Stra­tegie und Taktik.
Spaltung, Fakten und Fake News
Frage: „Welche Spaltung halten Sie in Deutschland für gefähr­licher, zwi­schen arm und reich oder zwi­schen poli­tisch rechtem und linkem Denken?“
Reschke: „Ich habe da eine dritte Antwort: Für mich ist im Moment die gefähr­lichste Spaltung, die zwi­schen Fake-News und Fakten. Die führt dazu, dass wir keine gemeinsame Grundlage mehr haben, auf der wir dis­ku­tieren. Wahrheit gilt nichts mehr, weil jeder sich seine gefühlte Wahrheit zusammenschraubt.“
Soso, sehr inter­essant. Damit meint Frau Reschke sicherlich die Fake News, die allein Ihr Sender schon auf die Menschheit los­ge­lassen hat. Eine kleine Auswahl:
https://uebermedien.de/28954/einmal-skandal-und-zurueck-rechercheverbund-in-der-kritik/
https://www.extremnews.com/berichte/weltgeschehen/3d66165de93b3c6
https://www.nachdenkseiten.de/?p=41011
https://luegenpresse2.wordpress.com/2015/11/20/politiker-log-uns-anpresse-machte-mit/
https://rsnitsch.wordpress.com/2018/04/23/ndr-rundfunkrat-verteidigt-fake-news-zu-afrikanischen-migranten/
http://www.pi-news.net/2017/11/ndr-giftet-gegen-pi-news/
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ndr-umfrage-fuer-frauen-sieht-sicherheitslage-anders-aus-14859582.html
Ein Schmankerl noch zum Schluss. Wunderbar:
Frage: „Zum Schluss: Fühlen Sie sich selbst manchmal unge­recht behandelt, ins­be­sondere von Kri­tikern? Oder bewegt sich das alles noch im Rahmen?“
Reschke: „Man fühlt sich immer dann unge­recht behandelt, wenn einem unter­ge­schoben wird, man würde dieses oder jenes meinen, für dieses oder jenes stehen, auch wenn das gar nicht der Fall ist.“
Tja, Liebe Frau Reschke, dann wissen Sie ja, wie es den ver­zwei­felten Bürgern ergeht, wenn sie auf die Straße gehen, den Mund auf­machen, die Miss­stände benennen und pro­tes­tieren. Wenn sie sich bedroht, unge­recht behandelt und aus­ge­plündert fühlen und dafür post­wendend von den Medien als „Popu­listen“, „böse Rechte“ oder gar „Nazis“ beschimpft werden.
 

Und Jesus sprach:
“Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, 
aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?”