(c) Olaf Kosinsky (Own work) [CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

An die Kon­ser­va­tiven in der CDU: Ver­gesst Jens Spahn!

Für die unter Merkel lei­denden Kon­ser­va­tiven in der CDU war Jens Spahn bislang so etwas wie eine letzte Hoffnung. Immer wieder hörte man aus diesen Kreisen, die Union könnte mit ihm doch wieder zu ihren ursprüng­lichen Idealen zurück finden.

Diese Hoff­nungen zer­fallen in den letzten Wochen immer mehr. Und daran konnte auch die Ent­gleisung einer Bremer Grünen, die vom „rechten, schwulen Jens Spahn“ sprach, nichts mehr ändern. Zumal sie ihn im gleichen Atemzug schon als dro­henden Nach­folger von Merkel handelte:

„Wenn Merkel das nicht hin­kriegt, dann ist sie weg. Und dann kommt dieser rechte, schwule Jens Spahn vielleicht.“

Aus per­sön­licher Erfahrung kann ich sagen: Schwul ist Jens Spahn auf jeden Fall, er scheint aber alles andere als „rechts“ bzw. eine echte Alter­native zu Angela Merkel zu sein.

Die jüngsten Aus­sagen von Spahn lassen jedoch eher ver­muten, dass er eine schlanke, geschickter agie­rende Ausgabe von Peter Alt­maier ist.

So hat er gestern – tief beein­druckt von der „coolen Socke“ Jürgen Trittin – jüngst wissen lassen, dass er beim Thema Fami­li­en­nachzug auf die Grünen zugehen will:

„Wer legal ins Land kommt, sich anpasst, Deutsch lernt, Arbeit hat und so beweist, dass er Teil dieser Gesell­schaft sein will, soll auch dau­erhaft bleiben dürfen und erleichtert die Mög­lichkeit zum Fami­li­en­nachzug erhalten“.

Wie die Bild­zeitung schon vor meh­reren Wochen berichtete, heißt das konkret: Mehr als 260.000 syrische Migranten, die sich derzeit in Deutschland auf­halten, werden wohl bald ihre Groß­fa­milien aus Syrien nach Deutschland holen. Was Adam Eln­akhal damals pro­phe­zeite: „Erst kommt die Wahl, dann kommt die Kata­strophe“, möchte Spahn jetzt also über­eifrig einlösen.

Dazu passt dann auch eine Aussage, mit der er vor zwei Wochen hau­sieren ging, und die viele damals für einen Aus­rut­scher hielten: Er halte 200.000 mus­li­mische Zuwan­derer pro Jahr in Deutschland für „ver­kraftbar“. Die Epoch Times bemerkte damals:

„Kurz nach der Bun­des­tagswahl 2017 meinte CDU-Poli­tiker Spahn noch, dass die Gründe für den Ver­trau­ens­verlust der Wähler in die CDU auch in der Flücht­lings­po­litik liegen würden. Davon ist aktuell nicht mehr die Rede.“


Offen­sichtlich hat sich Spahn schon häuslich in Schwarz-Grün mit ein bisschen Gelb ein­ge­richtet. Ver­mutlich deshalb, weil nur so mög­lichst rasch ein Platz an der Spitze der Fami­lien­tafel zu erreichen ist. Wer über einen solch langen Zeitraum als mög­licher Nach­folger Merkels gehandelt wurde, der ver­liert halt irgendwann auch mal die Geduld und will endlich mal das genießen, was ihm so lange „ver­sprochen“ wurde …

Gestern schrieb mir ein Bekannter:

„Ich fürchte, dass die­je­nigen (und ich gehöre dazu), die in Herrn Spahn eine kon­ser­vative Hoffnung sahen, sich gründlich geirrt haben. Hier geht es um die Macht, und da werden Posi­tionen und Über­zeu­gungen (so man sie denn wirklich hatte) ganz schnell über Bord geworfen. Ein deut­scher Sebastian Kurz ist das nicht.“

Nein, das ist Jens Spahn ganz sicher nicht und inzwi­schen wissen wir, dass er auch kein Hoff­nungs­träger für die Kon­ser­va­tiven in der Union mehr sein kann, ja viel­leicht in der Rea­lität nie war.

Ein paar kon­ser­vativ erschei­nende Aus­sagen zur Burka machen eben noch keinen zukunfts­fä­higen kon­ser­va­tiven Politiker. 

Warum setzt man sich noch schnell nach­träglich in das Mer­kelboot, das doch zum Kentern ver­ur­teilt ist? Warum nicht lieber noch ein paar Monate aus­harren statt für ein paar wenige Monate kurz am Ruder zu sitzen? Schade, das wars dann wohl, Herr Spahn!

David Berger / philosophia-perennis.com